LIV Bayern Wenig Vertrauen zwischen Fachbetrieb und Versicherung

Von Jürgen Klasing 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mehr Miteinander - mehr Wert? Versicherer und Werkstätten sollen wieder einfacher und schneller zusammenarbeiten. Wie geht´s? – der bayerische Landesinnungsverband warb in München um mehr Verständnis und Vertrauen zwischen den Parteien.

Der K+L-Betrieb Ostermeier GmbH im Münchner Osten lud zur Fachausstellung, Diskussionsrunde und Kollegenaustausch ein.(Bild:  Klasing)
Der K+L-Betrieb Ostermeier GmbH im Münchner Osten lud zur Fachausstellung, Diskussionsrunde und Kollegenaustausch ein.
(Bild: Klasing)

Schon länger ist das Vertrauensverhältnis zwischen Fachwerkstätten und Versicherern durch Kalkulations- und Abrechnungspraktiken, Rechnungskürzungen und Aufwandsentschädigungen empfindlich gestört. Auf der bayerischen Landesinnungsversammlung in München München diskutierten Vertreter der Versicherungswirtschaft mit dem Innungsgeschäftsfürher Robert Paintinger zum Thema:

„Mehr Miteinander - mehr Wert? Versicherer und Werkstätten sollen wieder einfacher und schneller zusammenarbeiten. Wie geht´s?“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

In dieser Diskussionsrunde standen Stefan Artz, Leiter der Abteilung Kraftschaden bei der Allianz, Friedrich von Wrede, Geschäftsführer Schaden bei der VHV Solutions GmbH und Michael Messmann, Bereichsleiter Werkstattsteuerung LVM zusammen vor den Karosseriebauer-Kollegen.

Zunächst erläuterten die Versicherer ihre Standpunkte sowie ihre Kontrollmaßnahmen dazu. Ihr erklärtes Ziel: Jeden Schaden möglichst schnell und unkompliziert abwickeln, damit der Kunde sein Fahrzeug schnell wieder nutzen kann. Der Fachbetrieb muss dazu kalkulieren, eine Freigabe abwarten, reparieren und die Rechnung stellen.

Gerade bei den „nicht gesteuerten Schäden“ ist das Vertrauen zwischen Fachbetrieb und Versicherer inzwischen sehr gering – auch weil Gutachten und Rechtanwaltskosten die Kosten für den Prozess steigern.

Nach kurzer Diskussion entstand die Idee, eine Art „Clearingstelle“ beim ZKF zu schaffen. Dadurch könnte zwischen Versicherung und Werkstatt ein schneller und unkomplizierter, sowie kontrollierter Reparaturprozess mit Freigabe und Kostenübernahme entstehen. Im Gegenzug ist der Reparaturvorgang detailliert zu dokumentieren, sodaß die eingesetzten Arbeitsschritte und Ersatzteile einfach zuzuordnen sind. Fazit: Unter dem Projektnamen „Fairplay 2.0“ wollen sich die anwesenden Versicherer und der ZKF für seine Mitgliedsbetriebe über eine baldige Umsetzungen austauschen.

Zuvor begrüßte Landesinnungsmeister Thomas Schneider am Freitag rund 70 Betriebsinhaber der Innung Südbayern zur Mitgliederversammlung in seinem Auto Center Auenstraße in Ismaning. Nach dem Bericht des LIM, der auf 377 Betriebe mit 200 Auszubildenen verweisen konnte, folgten die Berichte aus den Fachausschüssen.

Anschließend präsentierte der Geschäftsführer Robert Paintinger den Geschäftsbericht und den Haushaltsplan 2024. Turnusmäßig stand auch die Wahl des Vorstands und die der Vertreter der Fachausschüsse an. LIM Thomas Schneider wurde bestätigt und sein neuer Stellvertreter ist Maximilian Mayrhofer.

„Ein Präsident zum Anfassen!“ unter diesem Motte stellte der neue ZKF-Präsident Arndt Hürter in seinem kurzweiligen Vortrag sein Schaffen und seine Ziele den bayrischen Kollegen vor. Der traditionelle Begrüßungsabend fand anschließend im Hofbräukeller am Wiener Platz in München statt. Über 250 Kollegen, Aussteller, Gäste und Vertreter der Versicherungsbranche waren zum gemütlichen Austausch gekommen. Am Samstag stand die Bayerische Fachmesse für das Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk im Kollegenbetrieb von Benedikt Müller, der Ostermeier GmbH im Münchner Osten auf dem Programm. Neben den 48 Fachausstellern konnten sich die Besucher einiges aus dem Erfahrungsschatz von ZKF-Ehrenpräsident Peter Börner hören und sich in zwei Diskussionsrunden informieren.

Unter dem Titel „Im Dschungel verloren?“ Technik, Nachwuchs, Arbeitsmarkt, Pflichten. Wie können Politik und Verbände helfen?“ Dazu traten in der Diskussionsrunde der ZKF-Präsident Arndt Hürter, Bayerischer Handwerkstags-Präsident Franz Xaver Peteranderl und der leitende Ministerialrat Dr. Peter Stein aus dem Wirtschaftsministerium zusammen. Mit Moderator Robert Paintinger stellten sich die Sprecher und ihre Institutionen vor und zeigten die Verbindungen auf.

Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Peteranderl erklärte, daß die Kammer die Schnittstelle vom Handwerk zum Ministerium ist, als Organisation das Handwerk mit 211.000 Betrieben in Bayern vertritt. Ministerialrat Stein erklärte was das Ministerium für das Handwerk machen und unterstrich das es nur in Bayern ein eigenes Resort für das Handwerk gibt, also die Schnittstelle zwischen Politik und Verbandsebene.

Der ZKF-Präsident Arndt Hürter fügte noch an, dass die Probleme für die Fachbetriebe in allen Bundesländern gleich seien und der ZKF die Gesetzgebung beeinflussen kann, zum Beispiel im Zentralverband Handwerk ZDH oder über den AIRC direkt in Brüssel. Moderator Paintinger resümierte mit dem Aufruf an die Kollegen, die Möglichkeiten der Handwerkskammer zu nutzen.

 (jk)

(ID:50235629)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung