Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2026 Wohin geht die Reise bei Großgussteilen

Von Christian Otto 3 min Lesedauer

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Autohersteller finden immer mehr Gefallen am Gigacasting. Denn wenige große statt vieler kleiner Teile sollen den Karosseriebau schneller und günstiger machen. Wie stark die Technik in der Industrie schon umgesetzt wird und zukünftig wirklich Einzug hält, beleuchtet ein Vortrag auf dem K+L-Pflichttermin in Würzburg.

Der Vorreiter in der Gigacasting-Technologie, der Automobilhersteller Tesla, hat bereits einen einteiligen Hinterwagen im Modell Y umgesetzt.(Bild:  Juergen Klasing)
Der Vorreiter in der Gigacasting-Technologie, der Automobilhersteller Tesla, hat bereits einen einteiligen Hinterwagen im Modell Y umgesetzt.
(Bild: Juergen Klasing)

Der Einzug der Großgussbauteile in die Karosserie der Automobile nimmt weiter Fahrt auf. Welche Veränderungen im Karosseriebau kommen damit auf die Reparatur- und Instandsetzungsfachleute in den nächsten Jahren zu? Ein Ausblick in die möglichen Strategien der Automobilhersteller geben die Würzburger Karosserie- und Schadenstage am 20. und 21. März.

So viel schon vorab: In China nimmt der Einsatz von großen gegossenen Karosserieteilen immer mehr zu und auch Investitionen in Druckgussmaschinen über 10.000 Tonnen Schließkraft werden weltweit vorgenommen. Im Gegensatz dazu setzen die europäischen und amerikanischen Automobil-Hersteller auf mittlere Maschinen von 4.000 bis 8.000 Tonnen Schließkraft und mittelgroße funktionsintegrierte Bauteile.

Die Gründe dafür liegen zum Beispiel darin, dass in China neue kleinere Automobil-Fabriken auf der grünen Wiese entstehen können. Zudem investieren etablierte chinesische Automobilhersteller weltweit in größere Maschinen. Auch die Herangehensweise ist in Fernost deutlich anders: Da wird schneller ein Bauteil gegossen und im Fahrzeug integriert, ohne zunächst Reparatur- oder Recyclingfaktoren zu untersuchen.

Im Gegensatz dazu müssen in Europa und Amerika neue Druckguss-Anlagen in bestehenden Industriegebieten um- oder aufgerüstet werden. Ein weiterer Anhaltspunkt ist das ausgeprägte Qualitätsbewusstsein in Europa und das Bestreben die Thematik zunächst akademisch anzugehen und auch die Reparatur- und Recyclingfähigkeit zu berücksichtigen.

Diese und weiter Zusammenhänge greift Sebastian Lüttig, Partner und Director Mobility and Transportation bei der Beratung Schlegel und Partner in seinem Vortrag auf. Laut Lüttig verändert Gigacasting die Fahrzeugstruktur grundlegend und stellt OEMs weltweit vor strategische Weichenstellungen. Deshalb beleuchtet er in seinen Ausführungen den Einsatz großformatiger Aluminium-Druckguss-Strukturbauteile – von integrierten BiW-Baugruppen über Batteriegehäuse bis hin zu gegossenen Unterböden (Mega- und Gigacasting).

Im Mittelpunkt soll ein Vergleich der Strategien etablierter OEMs und neuer EV-Anbieter sowie eine regionale Einordnung der Entwicklungen in China, Europa und Nordamerika stehen. Abschließend werden von dem Experten zentrale Markttrends aufgezeigt und ein Ausblick auf die zukünftige Rolle von Gigacasting in der automobilen Wertschöpfung gegeben.

Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2026

Würzburger Karosserie- und Schadenstage

Unter dem Leitthema „K&L-Betriebe im Stresstest – Die Branche unter dem Einfluss von Gigacasting, Leasing, Digitalisierung und KI“ bieten Ihnen die Würzburger Karosserie- und Schadenstage am 20. & 21. März 2026 wertvolle Einblicke, spannende Diskussionen und praktische Tipps, um Ihren Betrieb zukunftssicher aufzustellen.

Diese Themenschwerpunkte erwarten Sie:

  • Großgussteile im Fahrzeugbau – was bedeutet das für die Reparaturfähigkeit?
  • Rechtlicher Blick auf Haftungsfragen bei Unfällen mit Leasingfahrzeugen
  • Effizienzsteigerung im Betrieb
  • Einsatz von KI und Robotik
  • Schadensteuerung – Einfluss und Perspektiven

NEU: Die Hands-on-Werkstatt-Meile im Außenbereich, in der Sie innovative Werkzeuge direkt vor Ort testen können.

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage führen die Fachmedien »Fahrzeug+Karosserie« und »kfz-betrieb« in Kooperation mit dem ZKF und der Kanzlei Voigt Rechtsanwälte durch. Unterstützt wird das Event schon von Beginn an von den Platin-Partnern Carbon und Dekra sowie seit Jahren von Fixauto und PPG Nexa Autocolor. Darüber hinaus unterstützen die Gold-Partner AZO, Betag, Bosch, Color Company, Heni, Riparo und TÜV Rheinland die Veranstaltung. Diese wird zudem von einer großen Fachausstellung mit bis zu 90 Ausstellern begleitet. Erstmals gibt es in diesem Jahr die Werkstattmeile, wo Teilnehmer neue Werkzeuge selbst ausprobieren können.

Im vergangenen Jahr besuchten insgesamt 1.270 Teilnehmer die WKST, über 750 davon trafen sich auf der zugehörigen Abendveranstaltung. Wollen auch Sie beim K&L-Branchentreff des Jahres dabei sein? Dann melden Sie sich hier zu diesem Mega-Event an.  (co)

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