Unfallstatistik 2025 Zahl der Verkehrstoten leicht gestiegen

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Mehr Tote, aber etwas weniger Schwerverletzte: Die neue Unfallstatistik für Deutschland zeigt, dass das Ziel einer Mobilität ohne Verkehrstote noch in der Ferne liegt. Der TÜV fordert vom Bund ein engagiertes Vorgehen und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat Tempolimits.

Deutschland ist noch weit weg vom seinem Ziel, keine Verkehrstoten mehr zählen zu müssen. Der TÜV-Verband sieht gar Rückschritte in den Zahlen, die das Statistische Bundesamt für 2025 vorlegte.(Bild:  KI-generiert)
Deutschland ist noch weit weg vom seinem Ziel, keine Verkehrstoten mehr zählen zu müssen. Der TÜV-Verband sieht gar Rückschritte in den Zahlen, die das Statistische Bundesamt für 2025 vorlegte.
(Bild: KI-generiert)

Im Jahr 2025 sind in Deutschland nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 2.814 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren 44 Todesopfer oder 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2024: 2.770).

Die Zahl der Verletzten blieb mit rund 366.000 nahezu unverändert. Während die Zahl der Leichtverletzten um rund 3.000 auf 318.000 (+1 %) anstieg, ging die Zahl der Schwerverletzten um 4 Prozent auf 48.400 zurück – der niedrigste Wert seit Beginn der differenzierten Erfassung 1991.

Insgesamt registrierte die Polizei laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2025 etwa 2,5 Millionen Unfälle, ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei rund 2,2 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (–0,3 %), während die Zahl der Unfälle mit Verletzten oder Toten um 1 Prozent auf ungefähr 293 000 stieg.

Die meisten Toten in Mecklenburg-Vorpommern

Gemessen an der Einwohnerzahl verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern mit 60 und Brandenburg mit 50 Getöteten pro eine Million Einwohner die bundesweit höchsten Quoten. Deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 34 lagen Berlin (10), Hamburg (11), Nordrhein-Westfalen (26) und das Saarland (27). Für Bremen wurden die Werte aufgrund fehlender Daten für November und Dezember geschätzt.

Detaillierte Auswertungen für Januar bis November 2025 zeigen, dass bei fast allen Verkehrsbeteiligungsarten mehr Menschen ums Leben kamen als im Vorjahreszeitraum.

  • Bei Pkw-Fahrenden stieg die Zahl der Getöteten um 37 (+4 %).
  • Bei Radfahrenden wurden 18 Todesopfer mehr gezählt (+4 %).
  • Deutlich zugenommen hat die Zahl tödlich Verunglückter auf kleinen Krafträdern mit Versicherungskennzeichen (+28 %) sowie bei Nutzenden von Güterkraftfahrzeugen (+7 %) und E-Scootern (+25 %).
  • Bei den Fußgängerinnen und Fußgängern stieg die Zahl der Getöteten leicht um 1 Prozent.
  • Rückläufig war dagegen die Zahl der Opfer auf amtlich zugelassenen Krafträdern (–8 %).

Im Dezember 2025 registrierte die Polizei rund 208 600 Verkehrsunfälle (+4 %), bei denen etwa 25 300 Menschen verletzt wurden (+3 %). 220 Personen kamen ums Leben, fünf mehr als im Dezember 2024.

Deutscher Verkehrssicherheitsrat fordert Tempolimit

„Die Zahlen sind gestiegen – das bereitet uns große Sorge“, sagt Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). „Jeden Tag stirbt alle drei Stunden ein Mensch auf unseren Straßen. Besonders gefährlich sind Landstraßen, auf denen die meisten tödlichen Unfälle passieren. Wir setzen auf das Bundesministerium für Verkehr, das jetzt als zentraler Akteur vorangehen und gemeinsam mit den Landesregierungen Maßnahmen umsetzen muss – auch wenn sie politisch unbequem sind. Tempolimits auf Landstraßen sind eine wirksame Maßnahme, um Menschenleben zu retten.“

Um die Zahl der Verkehrstoten spürbar zu senken, fordert der DVR, unter anderem die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite bis sechs Metern von 100 auf 80 km/h abzusenken. An Kreuzungen und Einmündungen spricht sich der DVR für Tempo 70 aus. Außerdem empfiehlt er eine konsequente Überwachung durch mögliche Ablenkung am Steuer, beispielsweise durch den Einsatz von „Handy-Blitzern“, um Verstöße gegen das „Handyverbot“ am Steuer zu dokumentieren.

TÜV: Deutschland tritt bei der Verkehrssicherheit auf der Stelle

Angesichts der Entwicklung mahnt der TÜV-Verband stärkere Anstrengungen zur Umsetzung der Verkehrssicherheitsziele an. „Nach vielen Jahren mit sinkenden Opferzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten nun wieder gestiegen“, sagte Fani Zaneta, Fachreferentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

Der Verband verweist auf das Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030, das eine Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent bis 2030 vorsieht – auf etwa 1.540 Todesopfer pro Jahr gemessen am Ausgangswert 2021. Der aktuelle Rückschritt um 10 Prozent mehr Verkehrstote innerhalb von fünf Jahren zeige, dass Deutschland bei der Zielerreichung deutlich hinterherhinke und sogar Rückschritte zeige.

„Vision Zero“ soll keine Utopie bleiben

Die TÜV-Expertin betont, dass die „Vision Zero“ – also der langfristige Anspruch einer Mobilität ohne Verkehrstote – kein unrealistisches Ideal sei, sondern eine Frage konsequenter Umsetzung. Nötig seien unter anderem eine fehlerverzeihende Infrastruktur, sodass keine schweren Unfälle mit Todesfolgen passieren können, eine wirksame Regelüberwachung, ganzheitliches Tempomanagement sowie die schnelle Verbreitung moderner Fahrzeugsicherheitsfunktionen.

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