Unfallkosten Reparatur bei Gigacasting nicht zwingend teuer

Von Peter Weißenberg/SP-X 2 min Lesedauer

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Große Aluminiumdruckgussteile aus einem Stück sind ein Trend im Fahrzeugbau. Mehr Totalschäden und höhere Versicherungsprämien sieht eine Studie deswegen aber nicht.

Gigacasting macht Reparaturen nicht zwangsläufig teurer.(AZT)
Gigacasting macht Reparaturen nicht zwangsläufig teurer.
(AZT)

Große Bauteile aus einem Guss: Diesen Trend hat Tesla mit dem Model Y gesetzt – und viele Hersteller ziehen gerade nach. Denn das sogenannte Gigacasting verwendet große Aluminiumdruckgussteile – das reduziert die Anzahl der Einzelteile, Materialien und Fügeverfahren. Entsprechend sinken die Produktionszeit, Kosten und Gewicht – ein Vorteil besonders für Elektrofahrzeuge. Kritiker befürchten aber, dass schon kleine Auffahrunfälle wegen dieser zusammenhängenden Konstruktionen zu sehr hohen Reparaturkosten führen könnten – und womöglich versicherungstechnisch einen Totalschaden bedeuten.

Crashtests mit Gigacasting-Karosserie

Das Allianz Zentrum für Technik, AZT, gibt aber Entwarnung. Die Experten haben in Zusammenarbeit mit dem britischen Institut Thatcham Research die Großgusstechnik im Tesla Model Y untersucht – und das Elektro-SUV bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Aufprallwinkeln gecrasht. Der Leiter Fahrzeugtechnik und Sicherheitsforschung im AZT Carsten Reinkemeyer sagt: „Unsere Studie zeigt, dass Gigacasting nicht nur die Produktion effizienter macht, sondern auch zu geringeren Reparaturkosten führen kann. Fahrzeuge mit verbauten Großgussteilen haben bei richtiger Ausführung des Bauteils kein höheres Versicherungsrisiko als Fahrzeuge mit traditioneller Bauweise.“

Die Auswirkungen auf die Versicherungsprämie seien als gering anzusehen, sofern sich die Großgussteile nicht in die äußeren Fahrzeugbereiche erstrecken. Außerdem müssen „Reparatur- und Unfallinstandsetzungslösungen vorhanden und für die Werkstätten frei zugänglich“ sein.

Reparatur möglich bei niedrigen Unfallgeschwindigkeiten

Beim Tesla ist das der Fall: Bei niedrigen Aufprallgeschwindigkeiten bis etwa 15 Stundenkilometer treten keine irreparablen Schäden am Großgussteil auf und Reparaturen mit etablierten Methoden sind möglich. Erst bei höheren Geschwindigkeiten und ungünstigen Kollisionswinkeln kann das Teil irreparabel beschädigt werden. Ein Austausch ist auch dann mit vertretbarem Aufwand möglich und nicht teurer als bei konventionellen Fahrzeugen wie dem VW ID 4 oder Tesla Model 3.

Die Untersuchung kommt zum Fazit, dass Gigacasting Produktions- und Reparaturvorteile bietet und die Kosten für die Elektromobilität sogar senken kann. Andere Hersteller wie Toyota, Volvo und Honda wollen die Technik ebenfalls einsetzen. Voraussetzung für geringe Versicherungsprämien sei lediglich ein geschützter Einbau der Großgussteile etwa hinter Kunststoffpuffern sowie die Verfügbarkeit von Reparaturanleitungen und geschulten Werkstätten.

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