Automatisiertes Fahren Chinesischer Test offenbart Schwächen bei Fahrerassistenzsystemen

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Ein chinesisches Autoportal hat in zwei umfangreichen Tests automatisierte Fahrfunktionen unterschiedlicher Autos unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse waren insgesamt ernüchternd. Am besten schnitten Modelle von Tesla ab.

(Bild:  Screenshot Dongchedi.com)
(Bild: Screenshot Dongchedi.com)

Ein großangelegter Test von Fahrerassistenzsystem in China hat ernüchternde Ergebnisse zutage gefördert. In zwei verschiedenen, unter realistischen Bedingungen durchgeführten Fahrtests des Autoportals Dongchedi zeigten viele Modelle deutliche Schwächen bei automatisierten Fahrfunktionen.

Dongchedi dokumentierte den auf öffentlichen Straßen durchgeführten Test in zwei ausführlichen Videos, die in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatsfernsehen entstanden. Die Tester nahmen überwiegend chinesische Modelle, aber auch einige Fahrzeuge deutscher und japanischer Hersteller sowie von Tesla unter die Lupe.

Zunächst testeten die Chinesen die Notbrems- und Ausweichassistenten von 36 Modellen auf einer gesperrten Autobahn in sechs Verkehrssituationen. In einem zweiten Test legten sie den Fokus auf den Stadtverkehr, wo die Assistenzsysteme von 26 Fahrzeugen neun verschiedene Szenarien absolvieren mussten.

In beiden Testserien erzielte Tesla die besten Ergebnisse. Auf der Autobahn bestanden das Model 3 und das Model X jeweils fünf von sechs Prüfungen, im Stadtverkehr schaffte es das Model X mit acht von neun bestandenen Tests an die Spitze.

Das ist bemerkenswert, da Tesla immer wieder dafür kritisiert wird, für seine automatisierten Fahrfunktionen allein Kameras und kein Lidar oder Radar zu verwenden. Das gute Abschneiden führen die Tester auf den großen Erfahrungsvorsprung und die umfangreiche, seit 2014 gesammelte Datenbasis zurück.

Im Autobahntest schafften es 15 Modelle in keinem Szenario, einen Unfall durch Bremsen oder Ausweichen zu vermeiden, darunter der VW Passat und die Mercedes C-Klasse.

Die Tester stellten zwei grundlegende Schwächen fest. So hätten viele Fahrzeuge die Neigung gezeigt, im Autobahntest zunächst auszuweichen und erst danach zu bremsen. Das könne bei vollen Straßen gefährliche Kettenreaktionen auslösen. Im Stadtverkehr attestierten die Tester den Assistenzsystemen ein aggressives Fahrverhalten und eine generell späte Reaktion.

Zudem verhielten sich Autos derselben Marke, die mit denselben Systemen ausgestattet waren, teilweise unterschiedlich. Das erklären die Tester mit einer möglicherweise unterschiedlichen Softwareversion, den Sensorpositionen oder einer unterschiedlichen Rechenleistung.

Eine Übersicht der Testergebnisse in englischer Sprache gibt es beim Nachrichtenportal Carnewschina.com.

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