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Crashtest mit E-Autos: Flammenloses Inferno

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Die Feuerwehr stand mit diversen Speziallöschgeräten für Akkubrände bereit. Doch: Wie löschen, wenn es nicht brennt? Die verhinderten Retter lösten das „Problem“ schließlich auf brachiale Weise. Anhand der Rettungskarte (in der die Lage der Hochvoltakkus genau beschrieben wird) trieben die Feuerwehrleute ein Metallrohr wie einen Nagel durch den Akkupack und lösten so den gewünschten Brand künstlich aus. Das verhängnisvolle Rohr diente gleichzeitig als Löschwerkzeug: An ihm schlossen die Wehrmänner einen Schlauch an und fluteten den Akku mit Wasser. So erstickten sie binnen weniger Sekunden das selbstverursachte Feuer.

Allerdings offenbarte sich die Tücke eines einmal in Brand geratenen Akkus: Bereits kurze Zeit nachdem das Löschwasser abgestellt worden war, flammte der Brand wieder auf. Insgesamt waren sich alle Vertreter der Feuerwehr aber darin einig, dass ein brennendes Auto mit konventionellem Flüssigkraftstoff bei weitem gefährlicher für das Rettungspersonal ist als ein Stromer. Die Ergebnisse des Extremtests sind wahrscheinlich auch auf Elektrofahrzeuge anderer Marken übertragbar. Unfallforscher Marcus Egelhaaf von Dekra verweist hier auf die für alle im gleichen Umfang geltenden und absolvierten Genehmigungsverfahren.

Fast 30 Jahre Crasherfahrung

Das Dekra-Crashtestcenter in Neumünster besteht seit 1991. Im Jahr 2004 wurde zusätzlich zur Freifläche die Indoor-Crashanlage in Betrieb genommen. Hier führen die Experten jährlich rund 150 unterschiedliche Crashtests durch. Dabei reicht das Spektrum von entwicklungsbegleitenden Versuchen im Auftrag von Fahrzeugherstellern über solche im Rahmen der Typzulassung (Homologation) bis hin zu eigenen Forschungsprojekten.

Auf der Indoor-Crashanlage (Anfahrtslänge: 102 Meter) sind Geschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern für Fahrzeuge bis 2,5 Tonnen darstellbar. Im Freien (Anfahrtslänge: 107 Meter) können auch größere Fahrzeuge getestet und Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern gefahren werden. Für Spezialaufträge (zum Beispiel Schutzplankentests mit schweren Nutzfahrzeugen oder Versuche mit hohen Geschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern) haben die Dekra-Crashexperten zusätzlich ein externes Gelände zur Verfügung.

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