ZKF-Bundesverbandstag 2024 „Das ehrbare Handwerk ist unersetzlich“

Von Konrad Wenz 4 min Lesedauer

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Die erste Grundsatzrede des neuen ZKF-Präsidenten Arndt Hürter brachte Klarheit zur künftigen Ausrichtung des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik. Die Aufgaben werden neu verteilt, Vorstandsmitglieder und das Hauptamt in Friedberg werden stärker einbezogen.

Arndt Hürter bei seiner ersten Grundsatzrede als ZKF-Präsident während des ZKF-Branchentreffs in Koblenz.(Bild:  Wenz - VCG)
Arndt Hürter bei seiner ersten Grundsatzrede als ZKF-Präsident während des ZKF-Branchentreffs in Koblenz.
(Bild: Wenz - VCG)

Als große Ehre bezeichnete es Arndt Hürter die Branche das erste Mal als ZKF-Präsident auf einem Bundesverbandstag des Berufs- und Wirtschaftsverbands begrüßen zu dürfen. Er bedankte sich ausdrücklich bei seinem Vorgänger Peter Börner für die in den vergangenen 13 Jahren geleistete Arbeit und sein großes Engagement für das Handwerk. „Deine erreichten Leistungen waren und sind sehr wichtig für unseren Berufs- und Wirtschaftsverband“, sagte Hürter am 15. Juni 2024 in Koblenz und machte unmissverständlich klar: „Das ehrbare Handwerk ist unersetzlich und wird auch in Zukunft einer der wichtigsten Stützfeiler unserer Gesellschaft sein.“

Der ZKF- Präsident unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit aller relevanten Berufsverbände. Der Schulterschluss von Blech, Lack, Öl und Sachverstand schweiße die gesamte Kfz-Branche zusammen, der internationale Austausch über den AIRC stärke die Branche zusätzlich und nachhaltig. Diese erfahre einen immer schnelleren Wandel.

Um dieser Entwicklung standhalten zu können, habe der Verband die „Agenda 2030“ verabschiedet. Ziel der Agenda sei es, effektive Lösungen für die durch die sich ändernden Bedingungen zu generieren. Es handele sich um einen zielgerichteten, aber offenen Prozess, der auch die kompetente und erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortsetze. Dabei gehe es unter anderem um:

  • die Verjüngung des Vorstands
  • die Verteilung von Kompetenzen
  • die intensive Einbindung des Hauptamtes
  • KI, Digitalisierung und den Ausbau der Social-Media-Aktivitäten
  • die Nachhaltigkeit
  • den weiteren Schulterschluss der Verbände zur Wahrung der gemeinsamen politischen Interessen in Berlin und Brüssel.

Der Vorstand des ZKF brauche den Schulterschluss von Erfahrung und neuen Ideen gleichermaßen, führte Hürter aus. Auf der ZKF-Klausurtagung zu Beginn des Jahres habe der Verband junge Kolleginnen und Kollegen begrüßt, die dem ZKF-Vorstand beratend zur Seite gestellt wurden. Es habe sich gezeigt, dass dies ein richtiger Schritt und eine Bereicherung sei. „Diesen eingeschlagenen Pfad werden wir weiter gehen“, betonte Hürter.

Vorstand und Hauptamt stärker einbinden

Die zu bewältigen Aufgaben im geschäftsführenden und engeren Vorstand würden sich künftig entsprechend der individuellen Kompetenzen stärker verteilen. Dadurch soll die umfangreiche Vorstandsarbeit viele Gesichter erhalten, die den ZKF nach außen bei Sitzungen und Veranstaltungen zusätzlich repräsentieren. Der Berufs- und Wirtschaftsverband sei ein Erfolg, betonte Hürter. Und diesen habe der Verband auch dem bestens besetzten Team im Hauptamt in Friedberg zu verdanken, dass künftig stärker in die ZKF-Aktivitäten nach außen eingebunden werden soll.

Im weiteren Verlauf seiner Grundsatzrede ging Hürter auf derzeitige Marktgegebenheiten ein. Beispielsweise sei die Elektromobilität aus den Betrieben nicht mehr wegzudenken und würde weiter zunehmen, auch wenn man aufgrund der Entscheidungen der Bundesregierung nicht von einer Marktdurchdringung reden könnte. Zudem würden die Preise der Fahrzeuge, Reichweitenangst und fehlende Lademöglichkeiten nach wie vor die Kaufbereitschaft dämpfen.

Bei einfachen Schadenumfängen und Bagatellschäden ohne verdeckte Deformationen und Strukturschäden würde der Ruf der Versicherer nach einer KI-gestützten vollautomatischen Dunkel-Abwicklung immer lauter. „Die Schadenannahme und die Aufnahme von KFZ-Schäden mit der KI wird bereits intensiv erforscht und ist keine Zukunftsmusik mehr“, führte Hürter aus. Das werfe die Frage auf: „Brauchen wir die Sachverständigen zukünftig noch?“

Hürter zeigte sich davon überzeugt. Die Komplexität der Schäden sei aufgrund der FAS-Systeme, der Elektromobilität, der komplexen Sonderausstattungen und der Multimaterialmixe deutlich gewachsen.

Zudem habe die Entwicklung in der Rechtsprechung gezeigt, wie unerlässlich das qualifizierte und umfassende Gutachten sei. Dabei gehe es um die korrekte Schadenbewertung und Behebung nach dem tatsächlich notwendigen und herstellerkonformen Aufwand.

Eine der wichtigsten Aufgaben des ZKF sei die Stärkung des Bereichs Fahrzeugbau sowie Caravan und Reisemobil, ergänzte Hürter. Dieser wichtige Geschäftsbereich habe in den vergangenen Jahren überproportional gelitten. „Probleme im Fahrzeugbau durch Lieferverzögerungen bei den Herstellern und die daraus resultierenden Folgen haben viele Betriebe in Existenznöte gebracht“, führte Hürter aus.

Schließlich bewege das Thema Nachhaltigkeit die gesamte Branche und sorge derzeit für eine aufgeheizte Stimmung im Reparatur-Markt.

Es bestehe eine intensive Zusammenarbeit der Verbände zur Ausarbeitung einer maßgeschneiderten Lösung für die gesamte Kfz-Branche. „ZDK, BFL, BVdP und ZKF sprechen hier mit einer Stimme“, so Hürter. Sie würden gerade ein für alle tragbares Konzept unter der Führung der Verbände entwickeln.

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Ein ausgereiftes und gut überlegtes, markenneutrales Konzept unter dem maßgeblichen Einfluss der Verbände sei definitiv die einzig brauchbare Lösung! „Gesetzeskonform, neutral überprüft aber ohne aufgedrückten „Industriestandard“ einzelner Marktteilnehmer und überbordender Bürokratie für die Handwerksbetriebe“, resümierte Hürter.

Lesen Sie alles über den Bundesverbandstag 2024 in Koblenz in Ausgabe 7 der »Fahrzeug+Karosserie«.

 (we)

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