Bilanz Freizeitmobile Der Absatz im Handel legt 2024 weiter zu

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Die Hersteller von Reisemobilen und Caravans hatten 2024 mit Problemen zu kämpfen, der Handel lieferte dennoch mehr Fahrzeuge aus als 2023. Das laufende Jahr könnte nun wieder für beide Seiten gut werden.

Freizeitmobile sind weiterhin gefragt in Deutschland. 2024 ist der Absatz gestiegen – und die Reisemesse CMT in Stuttgart ist derzeit gut besucht.(Bild:  Messe Stuttgart / Thomas Bender)
Freizeitmobile sind weiterhin gefragt in Deutschland. 2024 ist der Absatz gestiegen – und die Reisemesse CMT in Stuttgart ist derzeit gut besucht.
(Bild: Messe Stuttgart / Thomas Bender)

Die Wohnmobil- und Caravan-Branche in Deutschland hat ein zwiespältiges Jahr hinter sich. Während die Produktion stark zurückging, kletterten die Verkäufe nochmals – unter anderem in Deutschland. 2024 verließen 118.641 Freizeitfahrzeuge die Produktionsbänder – und damit 16,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) auf der Stuttgarter Reisemesse CMT mitteilte. Das Minus geht demnach einerseits auf die deutlich gesunkene Nachfrage nach Wohnwagen zurück (33.899 verkaufte Einheiten; - 24 %). Es wurden aber auch weniger Reisemobile abgesetzt (84.742 Einheiten; -12,7 %). Insgesamt weisen die Hersteller für 2024 einen Umsatz von rund 15,1 Milliarden Euro aus – sechs Prozent unter dem Rekord von 2023.

Während die Industrie mit Problemen kämpfte, konnten die Händler noch gute Geschäfte verzeichnen. 2024 wurden insgesamt 96.392 Freizeitfahrzeuge in Deutschland neu zugelassen – ein Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und das drittbeste Ergebnis der Branchengeschichte. Mit 74.718 Neuzulassungen in den letzten zwölf Monaten übertrifft das Reisemobilsegment das Vorjahresergebnis deutlich um 9,1 Prozent. Die Caravan-Neuzulassungen liegen mit insgesamt 21.674 Einheiten (-1,0 Prozent) knapp unter dem Vorjahresergebnis und bewegen sich weiterhin auf einem stabilen Niveau.

Gleichzeitig wächst der Markt für gebrauchte Freizeitmobile weiter und unterstreicht das fortgesetzte Interesse der deutschen Urlauber am Caravaning: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 187.219 Besitzumschreibungen registriert – ein Rekordwert und ein Anstieg von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beide Fahrzeugsparten trugen zu diesem Wachstum bei: 106.631 gebrauchte Reisemobile (+8,6 %) und 80.588 Caravans (+1,6 %) wechselten im Jahr 2024 ihren Besitzer.

Auch europäisch ist der Neufahrzeugmarkt zuletzt nochmals gewachsen. Insgesamt wurden über 221.000 Reisemobile und Caravans neu zugelassen. Das war ein Wachstum von 5,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023. Dabei verzeichnete das Reisemobilsegment ein Plus von 9,6 Prozent auf 160.467 Einheiten. Das Caravan-Segment gab auch im europäischen Rahmen nach und fiel auf 60.865 Neuzulassungen (-4,7 %).

Überproduktion belastet Hersteller

In den letzten Jahren hatten die Corona-Pandemie und allgemein ein Trend zum individuellen Reisen die Branche zu Rekordzahlen getrieben. Im Laufe des Jahres 2024 war der Markt aber gekippt von einer Phase der Angebotsknappheit hin zu einem vorübergehenden Überangebot an Fahrzeugen. Einige Hersteller hätten daraufhin unter anderem die Produktionszahlen reduziert oder die Fertigung vorübergehend ausgesetzt.

Prominent zeigten sich die Probleme der Branche zuletzt beispielsweise beim Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert. Dort wurde zwischenzeitlich in zwei der vier Werke nicht produziert. In den Schlagzeilen war das niederbayerische Unternehmen in den vergangenen Monaten aber auch, weil gegen ehemalige Vorstände und Mitarbeiter unter anderem wegen Betrugs ermittelt wird.

Für Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD, ist das Schlimmste aber überstanden. „Die Ergebnisse bei Neuzulassungen und Besitzumschreibungen zeigen, dass sich die Branche trotz aller Widrigkeiten auf einem guten Weg befindet“, sagte er am Rande der Freizeitmesse CMT in Stuttgart. Caravans und Reisemobile würden im laufenden Jahr wieder zahlreiche Käufer und Interessierte auf den Händlerhöfen anziehen, nicht zuletzt „dank des aktuell besonders vielseitigen und attraktiven Sortiments im Handel“.

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