Im weiteren Verlauf seiner Rede griff Börner einige Missstände der Branche auf. Dazu zähle, dass Versicherungen coronabedingte Überschüsse (Senkung der Schadenkosten) an die Kunden auszahlen, andererseits aber an den Schadenkosten weiter sparen würden.
Darüber hinaus wollten Versicherungen und Schadenlenker auch Zugriff auf den Kalender der Werkstatt. Mit Blick auf die Märkte in Dänemark und Schweden warnte Börner die K&L-Betriebe davor, zu viel zuzulassen. In den skandinavischen Ländern würde die Versicherung den Reparaturauftrag in das System der Werkstatt einbuchen, weil sie freie Kapazitäten und Ressourcen über die Werkstattsysteme einsehen könne – bis hin zum Mietwagen, der Ersatzteilbestellung, der Rechnungserstellung und der Reparaturtermine. „Ich vermute und befürchte, genau das wird das Ziel dieser Aktion mit dem Kalender sein. Nicht nur den ersten Kundentermin, bzw. den Reparaturabgabetermin, sondern die Ressourcen in der Werkstatt inklusive Mitarbeiter, Urlaubsplanung, Hebebühne, Ersatzfahrzeug.
ZKF-Präsident Peter Börner
(Bild: Peter Börner)
Auch die Vorgehensweise der Volkswagen AG zum Beginn des Jahres bezüglich der Teilemargen stellte Börner an den Pranger. Die Wolfsburger würden damit die Händler bestrafen, die Geschäfte mit freien Werkstätten und Original-Ersatzteilen machen. Das gelte aber nur für sogenannte Designgeschützte Ersatzteile, wie Kotflügel und Scheinwerfer. Wettbewerbsteile wie Endschalldämpfer und Wasserpumpe würden da nicht drunter fallen – hier seien Nachlässe von bis zu 70 Prozent möglich. Für K&L-Betriebe gebe es keinen Verhandlungsspielraum. Einen Weg aus dem Dilemma sieht Börner in der Kalkulation und Berechnung von Teileaufschlägen. Es gebe jede Menge Gerichtsurteile, die bestätigten, dass UPE-Aufschläge völlig normal seien. „Wir haben mit der UPE eines Fahrzeugherstellers nichts zu tun“, verstärkte der ZKF-Präsident. Er regte an, sich gemeinsam mit den Interessenvertretern der Partnerbetriebe die Teileaufschläge auch bei den gelenkten Schäden durchzusetzen. Alles andere sei unvernünftig und könne auf Dauer nicht funktionieren.
Auch der immer stärkere Drang zur Digitalisierung ist Börner ein Dorn im Auge. Nicht wegen der Digitalisierung an sich, aber weil hier „irrwitzige Investitionen auf die Werkstatt zukommen, die nicht durch den Unternehmer verursacht wurden“, so Börner. Schadenlenker und Auftraggeber würden mehr oder weniger vorschreiben, welcher Kalender, welche Schnittstelle, welches Teilebestellsystem und so weiter vom Betrieb eingesetzt bzw. gekauft werden muss.
Letztlich würden darüber hinaus auch noch Rechnungskürzer mit Bemerkungen wie
gehört in die Gemeinkosten,
war nicht erforderlich,
wurde nicht benötigt
die Arbeit der Betriebe bemängeln. Börner machte klar: „Was in die Gemeinkosten gehört, entscheidet der Betrieb und niemand anderes!“
Auch für die jüngste Idee der Kosteneinsparung durch Versicherungen hält der ZKF-Präsident eine Antwort bereit! Börner sprach hiermit die Bieterplattform für Unfallteile an und empfiehlt den Werkstätten, Lager- und Bereitstellungskosten zu berechnen. „4,90 Euro netto pro Tag halte ich für angemessen“, so Börner. Zudem sollte die Werkstatt jedwede Sachmangelhaftung ausschließen und den Käufer darauf aufmerksam machen, dass das Teil unter Umständen in Europa nicht mehr zum Einsatz kommen dürfe. Damit ließe sich diese Idee im Keim ersticken.
Auch, dass Schadenlenker versuchen, qualifizierte und zertifizierte Caravan-Fachbetriebe mit den gleichen Konditionen wie für Pkw-Reparaturen in ihre Netze zu locken, stößt dem ZKF-Präsidenten sauer auf. Er appellierte an die Mitgliedsbetriebe, ihre Leistungen nicht unter Wert zu verkaufen. Gleiches gelte auch für zertifizierte Fachbetriebe bzgl. der E-Mobilität.
Schließlich rief Börner die Mitgliedsbetriebe auf, sich über die Ausschüsse, ihre Innungen und Landesverbände noch mehr in die Verbandsarbeit einzubringen und ihre Anforderungen an den ZKF zu benennen. Nur so könne der Verband seine Arbeit an den Bedürfnissen der Betriebe ausrichten.
Die ausführliche Berichterstattung zum ZKF-Branchentreff finden Sie in der »Fahrzeug+Karosserie«-Ausgabe 7/2021.
Stand: 08.12.2025
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