Um das Thema E-Mobilität bei Wohnmobilen ist es still geworden. Bisher hat nur Traditionshersteller Dethleffs eine Elektro-Studie für den Caravan-Salon angekündigt. Dabei geht es nicht nur um E-Antrieb, sondern generell um Nachhaltigkeit im Caravaning-Bereich. Und da kommt sogar Popcorn mit ins Spiel.
Dethleffs hat eine Elektro-Studie für den Caravan-Salon angekündigt.
(Bild: Dethleffs)
Das ist mal eine Ansage. Bernhard Kibler, Chef des ältesten deutschen Caravaning-Herstellers Dethleffs, verspricht bei der Vorstellung der vollelektrischen Reisemobilstudie e.home Eco: „Wir werden bis 2028 ein serienreifes, elektrisches Wohnmobil mit rund 400 Kilometern Reichweite einführen.“ Dabei sei das gezeigte Konzeptfahrzeug, das natürlich auch auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon (29. August bis 7. September) zu sehen sein wird, keineswegs die Vorstufe einer möglichen Serienfertigung, sondern repräsentiere „den Zwischenstand unserer kontinuierlichen Entwicklungsarbeit“.
Die konkrete Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt ist umso bemerkenswerter, da die Elektrifizierung des Antriebs bei Reisemobilen aktuell im sommerlichen Neuheiten-Reigen keine Rolle mehr zu spielen schien. Für eine noch lange vom Dieselmotor abhängige Zunft ist die Thematik noch viel zu weit entfernt, wenn selbst die Pkw-Branche zuletzt ihre ambitionierten Ziele für eine E-mobile Zukunft reihum relativieren musste. Außerdem drücken die Caravaner aufgrund der Überkapazitäten aktuell ganz andere, zum Teil existenzielle Probleme.
Dethleffs hat bereits vor acht Jahren auf dem Caravan-Salon eine erste elektrische e.home-Studie mit rundum beklebten Solarzellen gezeigt
(Bild: Dethleffs)
So sind die Allgäuer Pioniere des Caravanings – Arist Dethleffs erfand 1931 den ersten Wohnwagen - bisher die einzigen, die mit einem elektrischen Premierenfahrzeug nach Düsseldorf anreisen. Die Studie Dethleffs e.home Eco ist ein teilintegriertes Reisemobil und basiert noch auf einem Ford E-Transit aus dem Modelljahr 2023 mit 135 kW/184 PS und einer WLTP-Reichweite von 240 Kilometern. Die rasante Entwicklung der Batterietechnik würde aber schon in naher Zukunft deutlich höhere Reichweiten erwarten lassen, erklärt Bernhard Kibler, so dass er sich ohne Bedenken auf 400 Kilometer Reichweite für ein erstes Serienfahrzeug in 2028 festlegt.
Verschiedene elektrische Transporter als Basis-Option
Das muss allerdings nicht zwingend ein Ford Transit sein. Das Angebot an vollelektrischen Transportern, ob Ducato, Crafter oder Sprinter, ist schließlich heute schon vorhanden. Wichtig sei für die Entwickler aber auch, dass die Akkus an Bord für den Reise- und Wohnkomfort im Innern genutzt werden können. Das garantiert Gasfreiheit. Das verbessert die Autarkie.
Gekocht wird elektrisch auf Induktions-Kochfeldern. Heizung, Lüftung und Klimatisierung des Innenraums übernimmt eine Wärmepumpe. Die Solaranlage mit aufgeklebten Solarzellen auf dem Dach liefert 1.700 Watt Nennleistung.
Bernhard Kibler betont, dass das Dethleffs-Projekt ja „Nachhaltiges Reisemobil“ heiße und weit über den Elektroantrieb hinausgehe: „Wir zeigen mit der Studie, wo sich neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Fertigung und einen klimafreundlichen Betrieb ergeben können.“ So wurde etwa auch an der Aerodynamik gefeilt und die ausladenden Rückspiegel durch ein Kamerasystem ersetzt, die Radlaufblenden verändert und geglättet sowie auf sämtliche Dachaufbauten (Klimaanlagen, Dachfenster, SAT-Antennen) verzichtet, um den Verbrauch zu reduzieren und die Reichweite zu erhöhen.
Auch die sinnvolle Verwendung nachhaltiger Materialien aus natürlichen und recycelten Rohstoffen für den Aufbau und den Möbelbau beschäftigt die Entwickler intensiv. So verwendet Dethleffs innen Polster mit Stoffen aus reiner Schafwolle und für die Außenhaut Sandwich-Platten aus Naturfasergewebe. Genauer: Ein Fasergewebe aus Flachs, der in Europa angebaut wird und sich durch hohe Steifigkeit, Reißfestigkeit und relativ geringe Dichte auszeichnet, aber eine rund 80 Prozent bessere CO₂-Bilanz hat als etwa eine mineralische Glasfaser (GFK).
Mais als Füllmaterial
Als Isolierung und Kern der Sandwichplatten setzen die Allgäuer auf einen Schaum aus recycelten PET-Flaschen sowie für die Tisch- und Küchenplatten auf eine Füllung mit – Achtung! – Popcorn! Den Plattenkern aus aufgepopptem Mais umschließt eine Deckschicht aus geöltem Eichenfurnier. Dieser Mais-basierte Werkstoff weist die gleichen mechanischen Eigenschaften wie Sperrholz auf, ist dabei aber nur halb so schwer. Der verwendete Mais stammt dabei aus Sortimenten, die nicht lebensmittelgeeignet sind und üblicherweise für Leime und biobasierte Kunststoffe zum Einsatz kommen.
Dethleffs hat bereits vor acht Jahren auf dem Caravan-Salon eine erste elektrische e.home-Studie mit rundum beklebten Solarzellen gezeigt, hat ein Jahr später einen E-Coco-Wohnwagen mit elektrisch angetriebener Achse am Haken eines Audi e-tron erfolgreich auf eine Alpenüberquerung von Isny an den Gardasee geschickt und mit dem Globevan e.hybrid 2019 einen serientauglichen Camper als Plug-in-Hybrid präsentiert. Alle Projekte sind längst Vergangenheit, bisher ohne Umsetzung in Serie.
Stand: 08.12.2025
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Beim e.home Eco soll das anders sein. Und es soll auch nicht am Gewichtslimit scheitern. Das Leergewicht der Studie beträgt derzeit zwar 3.425 kg. Da bis 2028 aber die neue EU-Richtlinie umgesetzt sein soll, die für B-Führerschein-Inhaber eine Anhebung des Fahrzeuglimits auf 4,25 Tonnen erlaubt, wäre selbst bei einem E-Teilintegrierten noch eine ordentliche Zuladung möglich. (co)