Verband Deuvet gegen E5-Abschaffung

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Der Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V., kurz Deuvet, lehnt den ADAC-Vorstoß zur beschleunigten Umstellung auf E10-Superbenzin ab.

Aus Sicht des Deuvet sprechen einige Argumente gegen die Abschaffung von E5-Benzin.(Bild:  picture alliance / dpa Themendienst)
Aus Sicht des Deuvet sprechen einige Argumente gegen die Abschaffung von E5-Benzin.
(Bild: picture alliance / dpa Themendienst)

Aus Sicht des Bundesverbands Oldtimer-Youngtimer e.V., kurz Deuvet, geht der ADAC-Vorstoß zur beschleunigten Umstellung auf E10-Superbenzin an der Praxis vorbei. Auch heute noch werden zwei Drittel aller Pkw in Deutschland mit E5 betankt, obwohl seit etwa 15 Jahren praktisch alle neu zugelassenen Pkw E10-verträglich sind. Dem Standpunkt des ADAC, es bestehe „kein Grund mehr, an Super E5 weiterhin festzuhalten“, dürften somit nicht alle Kunden mit Begeisterung folgen, so der Verband.

So seien in Deutschland circa fünf Millionen Pkw zugelassen, die älter als 20 Jahre sind – rund 10 Prozent des Bestandes. Ein Großteil davon ist nicht für den Betrieb mit E10-Kraftstoff ausgelegt. Bei diesen Fahrzeugen sei das Risiko von Schäden im Kraftstoffsystem und im Motor deutlich erhöht, insbesondere bei der Verwendung von Leichtmetallen bei Kraftstoffpumpen und Vergasern. Auch bei älteren Kraftstoffleitungen besteht die Gefahr von Materialunverträglichkeiten. Dass diese Risiken nicht nur in der Theorie auftreten, habe der ADAC mit eigenen Tests in 2011 eindrucksvoll nachgewiesen, argumentiert der Deuvet. Hinzu kämen eine unbestritten geringere Langzeitstabilität und ein höheres Korrosionsrisiko, da E10-Kraftstoff überproportional mehr Wasser aus der Luftfeuchtigkeit einlagere als E5. Das spiele insbesondere bei Liebhaberfahrzeugen einen Rolle, die längere Zeit nicht bewegt würden.

E-5-Abschaffung technisch und wirtschaftlich nicht akzeptabel

Weiter listet der Oldtimerverband auf, dass der Preisvorteil von circa sechs ct/Liter bei E10 durch den Mehrverbrauch als Folge des geringeren Heizwertes von Ethanol etwa zur Hälfte kompensiert würde. Der ADAC-Vorschlag, auf Super-Plus (mit weiterhin fünf Prozent Ethanolanteil) auszuweichen, belaste mit einem Mehrpreis von oft mehr als acht bis zehn ct/Liter unnötig diejenigen Pkw-Halter, die nicht auf die höhere Oktanzahl angewiesen sind.

Der Deuvet fordert daher die längerfristige Beibehaltung einer flächendeckenden Versorgung mit E5-Superbenzin. Ausnahmen bei Tankstellen mit begrenzten Tankkapazitäten seien dabei sinnvoll, z. B. zur Einführung von HVO-Kraftstoffen. Ein massives Ausdünnen des E5-Angebots würde aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Erfordernisse zahlreicher älterer Fahrzeuge ignorieren und wäre daher technisch und wirtschaftlich nicht akzeptabel. Viel wichtiger wäre aus Sicht des Deuvet ein Masterplan, wie mit der Einführung regenerativer Ottokraftstoffe die Sortenvielfalt an den Tankstellen zurückgefahren werden kann. Eine bestandsverträgliche Spezifikationen für 95-, 98- und gegebenenfalls 102-ROZ-Kraftstoffe käme auch dem berechtigten Wunsch der Tankstellenverbände nach Reduzierung der Angebotssorten entgegen.

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