Kraftstoffmarkt Super E10 gewinnt weiter an Bedeutung

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nach langen Anlaufschwierigkeiten kommt die Kraftstoffsorte Super E10 nun häufiger in den Tank. Nachfrage und Produktion steigen, doch die Masse der Autofahrer ist dem herkömmlichen Super E5 treu.

Darf es etwas nachhaltiger sein? Der Kraftstoff Super E10 wird in Deutschland häufiger getankt als früher.(Bild:  BDBe)
Darf es etwas nachhaltiger sein? Der Kraftstoff Super E10 wird in Deutschland häufiger getankt als früher.
(Bild: BDBe)

Die Kraftstoffsorte Super E10 hat sich von der Einführung im Jahr 2011 an schwer getan, in den Pkw-Tank zu kommen. Doch langsam aber sicher wächst der Marktanteil des Kraftstoffs für Ottomotoren, der sich von normalem Superbenzin durch einen höheren Anteil an Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen auszeichnet – nämlich 10 Prozent statt fünf Prozent wie im klassischen Superkraftstoff.

Wie der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) nun mitteilt, ist der Absatzanteil von Super E10 im vergangenen Jahr gewachsen: Von 25,9 Prozent im Jahr 2023 auf 27,4 Prozent. Die absolute Absatzmenge von Super E10 betrug rund 4,9 Millionen Tonnen, im Vorjahr waren es noch 4,5 Millionen Tonnen.

Zum Vergleich: Super E5 erreichte mit über 12,0 Millionen Tonnen im Jahr 2024 einen Marktanteil von 67,6 Prozent. Im Vorjahr entsprachen die abgesetzten 12,0 Millionen Tonnen Super E5 einem Marktanteil von 69 Prozent. Die Spezialsorte für Pkw leistungsstarken Motoren, Super Plus, lag im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 5,0 Prozent und abgesetzten 886.750 Tonnen leicht über dem Niveau von 2023.

Vorurteile und Skepsis werden langsam überwunden

Zu Beginn der Einführung von E10 hatte es Vorbehalte und Unsicherheiten gegeben, ob der höhere Ethanol-Anteil, der chemisch aggressiver ist als klassisches Benzin, nicht in Fahrzeugen Schäden am Motor und den Leitungen verursachen könnte. „Fast 100 Prozent aller Autos und Motorräder vertragen E10“, heißt es dazu vom Autofahrerclub ADAC. Ebenfalls soll sich die geringere Energiedichte des Super E10 im Vergleich zu E5 nicht in einem signifikanten Mehrverbrauch niederschlagen, haben Messungen des ADAC ergeben.

Dass mehr E10 in den Tank fließen kann, liegt auch an einer gestiegenen Produktion. Laut dem BDBe wurden im vergangenen Jahr hierzulande fast 745.000 Tonnen Bioethanol, unter anderem aus Zuckerrüben, zur Beimischung in Superbenzin produziert. Das sind elf Prozent mehr als 2023. Insgesamt seien 2024 in den heimischen Bioraffinerien mehr als eine Million Tonnen Zuckerrüben und rund 2,6 Millionen Tonnen Futtergetreide zu nachhaltig zertifiziertem Bioethanol und weiteren Produkten wie Biogas verarbeitet worden.

Stabile Absatzentwicklung vorhergesagt

In Deutschland sorgt die bis zum Jahr 2030 stufenweise ansteigende Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote), die aktuelle 10,6 Prozent beträgt, aller Voraussicht nach auch im laufenden Jahr für eine stabile Absatzentwicklung bei erneuerbaren Kraftstoffbestandteilen im Benzin. „Der Verkehrssektor ist weiterhin ein Nachzügler beim Klimaschutz. Eine weitere Anhebung der THG-Quote und somit eine höhere Beimischung nachhaltiger Biokraftstoffe und anderer erneuerbarer Kraftstoffe hilft, die Emissionen im Straßenverkehr noch stärker zu senken. Damit sind die Klimaschutzziele besser erreichbar“, so BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter.

(ID:50390671)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung