Oldtimermessen Drei sind eine(r) zu viel?

Von Steffen Dominsky 7 min Lesedauer

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In diesem Jahr wird sie zu Grabe getragen: Nach 36 Jahren ist Schluss mit der Techno Classica in Essen. Hier übernehmen künftig die Retro-Classics-Macher aus Stuttgart. Doch ist er überhaupt noch da, der Bedarf für zwei „weltgrößte Oldtimermessen“?

Leider kein Einzelfall: deutlich sichtbare Standlücken in den Hallen und nur „über 70.000“ Besucher auf der Retro Classics Stuttgart 2024.(Bild:  Dominsky – VCG)
Leider kein Einzelfall: deutlich sichtbare Standlücken in den Hallen und nur „über 70.000“ Besucher auf der Retro Classics Stuttgart 2024.
(Bild: Dominsky – VCG)

Corona war, Pardon, eine echte Scheiße – und ist es noch. Die Pandemie brachte nicht nur jede Menge menschliches Leid, sondern auch einen brutalen wirtschaftlichen Abschwung mit sich. Doch während wir die Krise aus medizinischer Sicht ziemlich überwunden haben, kränkelt unsere Wirtschaft weiter. Dieser Zustand geht auch am Classic-Business nicht spurlos vorüber, dem Geschäft rund um Oldtimer. Ein guter Indikator für dessen „Gesundheitszustand“ sind Oldtimermessen. Sie fungieren, wie jede Verbrauchermesse, als authentischer Gradmesser und untrügliches Stimmungsbarometer.

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Kleiner ist feiner

Während die beiden großen Oldtimermessen hierzulande kränkeln, sieht es bei den kleineren Messen und bei den Teilemärkten anders aus. Die Veterama in Mannheim – sie wird in diesem Jahr stolze 50 Jahre alt – sowie die Ausgabe in Hockenheim, die Technorama in Ulm – auch bereits 46 Jahre alt – sowie die Ausgaben in Kassel und Hildesheim und last but not least der Bockhorner Oldtimermarkt – feierte 2023 seinen 40. – erfreuen sich bester Gesundheit und maximaler Beliebtheit. Ebenso hat sich die „erst“ seit 2003 ausgetragene Bremen Classic Motorshow prächtig entwickelt. Sie ist mittlerweile die drittgrößte deutsche Oldtimermesse und trotzt dem Trend der Großen: Mit neuem Besucherrekord hält sich im dritten Jahr in Folge bei über 46.000 Besuchern. Und auch die Klassikwelt Bodensee hat, nach einem Besucherrückgang und einer kurzen, erfolglosen Liaison mit der Motorworld Group, ihre Position gefestigt: 36.000 strömten im vergangenen Jahr in die Messe Friedrichshafen. Offenbar bevorzugen immer mehr Oldtimerfans das Prädikat „Klasse statt Masse“ in Sachen Messe. Und: Es sind die „echten“ Schrauber, die nach wie vor Teile und Fahrzeuge kaufen und eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch suchen sowie Bedarf an Serviceleistungen rund ums Classic Business haben.