Der Golf ist der erfolgreichste Volkswagen und das meistverkaufte europäische Auto seit der Erfindung des Automobils. Zum Erfolgsmodell wurde er in kürzester Zeit. Genauso schnell raffte ihn jedoch auch die Oxidation dahin.
Er purzelte in ähnlich großen Stückzahlen vom Fließband wie einst der Käfer. Dessen Langlebigkeit hatte der Golf 1 jedoch nicht geerbt.
(Bild: Volkswagen AG)
Am 29. März (dieses Jahres) vor exakt 50 Jahren startete Volkswagen in Wolfsburg die Serienproduktion des Golf. Niemand ahnte an jenem Freitag, dass dieser Kompaktwagen – der Nachfolger des legendären Käfers – zum erfolgreichsten VW und meistverkauften europäischen Auto aller Zeiten avancieren würde. Er traf den Zeitgeist, wurde zum Namensgeber seiner Klasse und begleitet weltweit Generationen von Menschen. Bis heute folgten dem ersten Serien-Golf des Jahres 1974 mehr als 37 Millionen Exemplare. Rein rechnerisch entschieden sich damit an jedem einzelnen Tag der letzten 50 Jahre über 2.000 Menschen für einen neuen Golf.
Nach der Pressevorstellung im Mai stand im Juli 1974 der erste VW Golf beim Händler im Verkaufsraum. Dort, wo über Jahrzehnte der Käfer und damit der Boxermotor im Heck das Angebot dominierte, begann endgültig eine neue Epoche: die des quer eingebauten Frontmotors. Eingeleitet hatten bei den Wolfsburgern diese Bewegung kurz zuvor der Scirocco und der Passat. Mit dem Golf basierte nun auch die volumenstärkste Klasse auf dieser neuen Technologie.
Volkswagen schafft den Turnaround
Der von Giorgio Giugiaro und dem VW-Design entworfene Golf musste als Nachfolger des legendären und insgesamt mehr als 21,5 Millionen Mal gebauten Käfers der großen Erwartung gerecht werden, die Erfolgsgeschichte des bis dato erfolgreichsten Autos der Welt fortzusetzen. Die Rechnung ging auf: Das moderne Antriebskonzept, der variable Innenraum und das neue Design überzeugten derart, dass bereits im Oktober 1976 die Produktion des einmillionsten Golf gefeiert werden konnte.
Volkswagen schrieb 1974 über den Neuen mit seiner großen Heckklappe: „Der Golf bietet ein Maximum an Nutzraum und Sicherheit. Er ist kompromisslos auf die Praxis ausgerichtet. Die tiefe Gürtellinie macht ihn übersichtlich, die abfallende Fronthaube gibt den Blick auf die Fahrbahn bis kurz vor den Wagen frei. Das tief heruntergezogene Heckfenster macht Rückwärtsrangieren problemlos.“
Eine unaufhaltsame Evolution
Vom erfolgreichen Start des Golf 1 profitierten von Beginn an auch das VW-Werk Wolfsburg und die dort Beschäftigten. Bis heute wurden allein in Wolfsburg mehr als 20 Millionen Golf gebaut. Die bis dato 17 Millionen außerhalb Wolfsburgs gefertigten Golf entstanden beziehungsweise entstehen in weiteren deutschen Werken sowie in Belgien, Brasilien, China, Malaysia, Mexiko, der Slowakei und Südafrika – auch in diesem Sinne ist der Golf ein Weltauto. Gleichwohl war der Golf das Spiegelbild des technischen Fortschritts, auf den allen voran ausländische Hersteller schon zuvor gesetzt hatten: eine gute Raumökonomie, kompakte Außenmaße und Frontantrieb.
Mit dem ersten Golf GTI (1976) leitete die Ingenieure die Dynamisierung der Kompaktklasse ein. Der Golf D (1976) und der spätere Golf GTD (1982) sorgten für den Durchbruch des Diesel im kompakten Segment. Und 1979 brachten die Entwickler mit dem Golf Cabriolet – das zeitweise meistverkaufte offene Auto der Welt – frischen Wind in jene Klasse, die zu dieser Zeit bereits „Golf-Klasse“ hieß. Von der ersten Generation des Golf inklusive aller Derivate baute Volkswagen bis 1983 rund 6,9 Millionen Exemplare und verkaufte sie auf allen Kontinenten.
Der erste große Wechsel
Der heutige VW-Chefdesigner, Andreas Mindt, bringt den wichtigsten Moment der Golf-Geschichte auf den Punkt: „Es ist der Wechsel vom Golf 1 zum Golf 2. Da hat der damalige Chefdesigner Herbert Schäfer alles richtig gemacht. Er hat den zweiten Golf modernisiert, dabei aber die DNA der ersten Generation nicht über Bord geworfen. Diese Brücke ist extrem wichtig für die Golf-Geschichte. Der Golf ist stets eine Weiterentwicklung dieses Urmeters geblieben. Das ist das Besondere am Golf und im Ursprung Herbert Schäfers Verdienst.“ Im Golf 2 debütierten Technologien wie der geregelte Katalysator, das ABS und der Allradantrieb. Erstmals gab es diesen Golf zudem als Variant. Zwischen 1983 und 1991 entstanden 6,3 Millionen Golf 2.
Der Golf 3 setzte ab August 1991 auf bewährte Prinzipien und auf mehr Sicherheit. Zum einen war er der erste Typ der Baureihe, den es ab 1992 mit Frontairbags gab, zum anderen aber führten große Fortschritte im Bereich der Karosseriekonstruktion dazu, dass die Crasheigenschaften verbessert wurden. Mit dem bis 1997 4,8 Millionen Mal gebauten Golf 3 sind für Volkswagen zahlreiche weitere Meilensteine der Baureihe verbunden: etwa der erste Sechszylindermotor (VR6) und die ersten Seitenairbags.
Stand: 08.12.2025
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Der 1997 vorgestellte Golf 4 war zweifellos ein großer Wurf – mit seiner für die Baureihe prägenden C-Säulen-Design schlug er die Brücke zum Golf 1. Volkswagen realisierte mit dem Golf 4 einen neuen Qualitätsstandard im Segment. Parallel schritt mit dem Debüt des ESP die Sicherheit weiter voran. 2002 stellte man auf der Basis der vierten Generation zudem den bis dato sportlichsten Golf vor: den 250 km/h schnellen R32. 2003 erhielt er als erster VW ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Im selben Jahr wurde der Golf IV nach 4,9 Millionen Exemplaren abgelöst.
Sonderausstellung
Seit März widmet das Auto-Museum Volkswagen dem klassenlosen Kompakten eine Jubiläumsausstellung. Gezeigt werden Exponate der ersten Generation, die die Bandbreite des Golf in Hinblick auf Innovation, Technik und Design sowie Derivate und motorsportliche Varianten abdecken. Die Sonderschau geht noch bis zum 23. Februar 2025 und widmet sich der ersten Generation Golf in all ihren Facetten, vom Scirocco über das frühe Basismodell bis hin zum E-Golf. 1983 endete die erste Ära des Kompakten. Er galt wie die folgenden Generationen als Gradmesser und Synonym für die deutsche Wirtschaft. Heute wird er in der achten Generation gebaut und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das Auto-Museum Volkswagen ist Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 9 Euro.