Oldtimerveranstaltung Höhen und Tiefen beim Concours of Elegance Germany

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

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Rund 150 teils extrem seltene Fahrzeuge, eine Auktion mit nur zu zwei Dritteln verkauften Fahrzeugen und wegen unklarer Besitzverhältnisse zurückgezogenem Porsche 550 Spyder, C-Promis als Testimonials und unbeantwortete Fragen – »kfz-betrieb« hat sich die Veranstaltung am Tegernsee angesehen.

Für Oldtimerfreunde der wohl schönste Anblick des Concours of Elegance Germany: (v. l.) Bugatti 57C, Lagonda LG 6, Lancia Astura Series 4 Pininfarina Cabriolet und Talbot-Lago T15 Worblaufen Cabriolet. Dem Lancia wurde der Titel „Best of Show“ zuerkannt.(Bild:  Diehl – VCG)
Für Oldtimerfreunde der wohl schönste Anblick des Concours of Elegance Germany: (v. l.) Bugatti 57C, Lagonda LG 6, Lancia Astura Series 4 Pininfarina Cabriolet und Talbot-Lago T15 Worblaufen Cabriolet. Dem Lancia wurde der Titel „Best of Show“ zuerkannt.
(Bild: Diehl – VCG)

Es war die erste Veranstaltung ihrer Art in Deutschland und gilt als Ableger des Concours of Elegance at Hampton Court Palace in London: der Concours of Elegance Germany auf Gut Kaltenbrunn am Tegernsee. Als Veranstalter fungierte Thorough Events Germany.

Bemerkenswert war nicht nur die Zahl von rund 150 Ausstellungsfahrzeugen, sondern auch deren Seltenheit. Wo sonst bekommt man Raritäten wie Alpina B7 S Turbo, Bentley S1 Continental DHC, Lancia Astura Series 4 Pininfarina Cabriolet, Lotec Sirius, Melkus RS 1000, Monteverdi Palm Beach, Ruf CTR Yellowbird oder Singer Le Mans an einem Ort zu sehen?

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Die Liste könnte mit mehreren Alfa Romeo, Aston Martin, Bugatti, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-Benz, Rolls-Royce und Talbot-Lago verlängert werden. Nicht zu vergessen der HWA Evo, das jüngste Werk von AMG-Gründer Hans Werner Aufrecht, was das Kürzel erklärt. Die moderne Interpretation des Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evolution II mit 3,0-Liter-V6 wurde auf 700.000 bis 900.000 Euro geschätzt und für 1,31 Millionen Euro versteigert.

Apropos Versteigerung: Von RM Sotheby’s wurden 29 Pkw, ein Motorrad und die Startflagge des 24-Stunden-Rennens von Le Mans des Jahres 2000 angeboten. Neue Besitzer fanden nur rund zwei Drittel der Angebote.

Zu nennen wäre noch ein Porsche 550 Spyder, doch der wurde am Tag vor der Auktion zurückgezogen. Vermutlich war dem Auktionshaus dessen Versteigerung „zu heiß“ geworden: Über Rechtsanwälte meldete einer der Vorbesitzer Ansprüche an, wie aus informierten Kreisen zu erfahren war. Bei einigen Besuchern löste diese per „Buschfunk“ verbreitete Nachricht Unmut aus. Zitat einer Besucherin gegenüber »kfz-betrieb«: „Extra wegen diesem Fahrzeug sind wir aus Dubai angereist.“

Um die Qualität der Bewertungen in den unterschiedlichen Concours-Kategorien beurteilen zu können, stellte »kfz-betrieb« dem Veranstalter zwei Fragen: Welchen fachlichen Hintergrund haben die Juroren? Und: Gibt es Juroren mit Ausbildung im Kfz-Handwerk? Diese Fragen blieben bis zum Erscheinungstermin dieser Onlinemeldung unbeantwortet.

Zudem stellt sich die Frage, ob Promis der Kategorie C, konkret John Philipp („JP“) Rathgen, CEO der Onlineplattform Classic Driver, als Ehrendirektor des Concours sowie Rallyebeifahrer Christian Geistdörfer als Tourdirektor, dem angestrebten Status des Concours of Elegance Germany angemessen sind.

Trotz insgesamt 32 Sponsoren und Partnern unterschiedlicher Abstufungen wurden von den Besuchern beachtliche Eintrittspreise verlangt: 99 Euro am Freitag und 67 Euro am Sonnabend. Hinzu kam die Parkgebühr von zwölf Euro pro Fahrzeug – auf einer nicht gemähten Wiese in knapp einem Kilometer Entfernung zum Veranstaltungsort.

Fazit: Als Erstlingswerk ist der Concours of Elegance Germany durchaus gelungen, jedoch mit einigem Verbesserungspotenzial behaftet, sollte es eine Wiederholung geben.

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