Kfz-Sachverständigen Forum Volles Haus vor dem Jubiläumsjahr

Von Christian Otto 3 min Lesedauer

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Zum neunten Mal fand in Würzburg das Kfz-Sachverständigen Forum statt. Die große Resonanz zeigt, dass Themen wie die Begutachtung von Elektrofahrzeugen oder rechtliche Fragen rund ums Honorar den Nerv des Publikums treffen.

F+K-Chefredakteur Konrad Wenz konnte beim 9. Kfz-Sachverständigen Forum 350 Gäste vor Ort und 80 online zugeschaltene Interessierte begrüßen.(Bild:  Stefan Bausewein)
F+K-Chefredakteur Konrad Wenz konnte beim 9. Kfz-Sachverständigen Forum 350 Gäste vor Ort und 80 online zugeschaltene Interessierte begrüßen.
(Bild: Stefan Bausewein)

Unter dem Titel „Die Risiken beim Kfz-Sachverständigenhonorar – Neue Einflüsse auf Gutachten & Fahrzeugbewertungen“ lockte das diesjährige Kfz-Sachverständigen Forum zum neunten Mal ein kundiges Publikum nach Würzburg. Und die Veranstaltungen feierte einen neuen Teilnehmerrekord mit 350 Gästen vor Ort und 80 digital zugeschalteten Interessierten. Das hybride Konzept hat sich in den vergangenen Jahren bewährt.

»F+K«-Chefredakteur Konrad Wenz kündigte ein spannendes Programm an, das sowohl technische als auch rechtliche Schwerpunkte bot. Neben Wenz führte im bekannten Tandem Jochen Pamer von autorechtaktuell.de durch den Tag.

Am Anfang stand ein Grußwort von Martin Schmelcher. Der Geschäftsführer des Bundesverbands der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK) blickte unter anderem auf die Ergebnisse des Verkehrsgerichtstags von Goslar. Für ihn haben die dortigen Entscheidungen einen großen Einfluss auf die Sachverständigenbranche.

Konkret bezog sich Schmelcher auf einen neuen Vorstoß zu einem anerkannten und durch den Gesetzgeber geschützten Berufsbild für den Kfz-Sachverständigen. Dieser erfolgte in Goslar in Form der Richtlinie VDI 5900 MT. Sie beschreibt die Anforderungen an Sachverständige, die erforderliche Vorbildung und die zu erbringenden Qualifikationsnachweise für Kfz-Sachverständige und trat bereits am 1. Februar 2025 in Kraft. Im Arbeitskreis V des diesjährigen Verkehrsgerichtstags herrschte zwischen Juristen, Sachverständigen und Versicherungsvertretern große Einigkeit, dass die VDI-Richtlinie ein großer Schritt in die richtige Richtung sei. Auch Schmelcher betonte, dass die Empfehlung des Arbeitskreises fast einstimmig beschlossen wurde, und ergänzte: „Das habe ich in 20 Jahren so noch nicht erlebt.“

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Nach diesem Branchenblick folgte der technische Schwerpunkt des Forumstages. Dabei näherten sich mehrere Referenten dem weiterhin viel diskutierten Thema „Problembereiche bei der Begutachtung der Elektrofahrzeugbatterie“. Experten vom Fraunhofer IIS, AFS-TEC Energy, AVILOO Battery Diagnostics, der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und dem Kraftfahrzeugtechnischen Institut (KTI) brachten ihre Sichtweise ein. Vom Röntgen als Mittel zum Fahrzeugbatterie-Check über neue Ladesysteme, einer schnellen Elektrobatteriebewertung und deren Herausforderungen bis hin zur Gefährdungsbewertung von Hochvoltbatterien thematisierten die Referenten anschaulich, was die Kfz-Sachverständigen schon nutzen und für die Zukunft benötigen.

Am Nachmittag lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Zutreffendes Honorar und dessen Höhe“. Dazu wurden den Teilnehmern theoretische und praktische Perspektiven nähergebracht.

Dr. Oliver Klein, Richter am Bundesgerichtshof, VI. Zivilsenat, gab einen Einblick in die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung zu den Sachverständigenkosten und zum Sachverständigengutachten. Diese Grundlagen nahm Isabelle Fuchs von der Anwaltskanzlei Fuchs & Coll auf und machte deutlich, dass diese Theorie des BGH in der Praxis häufig nicht so einfach durchsetzbar sei. Vor allem die Auseinandersetzung mit Versicherern sei für Sachverständige häufig nur mit juristischer Unterstützung möglich.

Dafür führte sie auch Beispielfälle an, die sie von Teilnehmern der Veranstaltung vorab anonym erhalten hatte. Fuchs merkte an, dass es so viele Beispiele waren, „dass ich sie gar nicht alle einbauen konnte.“

Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2025

Würzburger Karosserie- und Schadenstage

Was bedeutet Nachhaltigkeit im K&L Betrieb? Bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen am 21./22. März 2025 werden die wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Reparatur und im betrieblichen Umfeld aufgegriffen, mögliche Risiken gegenüber gestellt und die Außenwirkung sowie Chancen beim Recruiting und der Kundengewinnung betrachtet.

Den Abschluss des Vortragsprogramms gab Thomas Kümmerle vom BVSK. Er ging auf das Thema „angemessenes Sachverständigenhonorar“ ein und wies darauf hin, dass Sachverständige sich Kürzungen ihrer Honorare aufgrund der gültigen Rechtsprechung nicht gefallen lassen müssen, solange sich die Honorarforderungen im üblichen Rahmen bewegen.

Weiteren Input erhielten die Gäste durch eine spannende Aussteller-Messe. Dort konnten sie Softwarelösungen, Messtechnik und andere hilfreiche Produkte begutachten und in den fachlichen Austausch gehen.

Nach dem Event ist vor dem Event: Heute starten die Planungen für das Jubiläum des Forums im kommenden Jahr. Und er Termin für den 10. Geburtstag des Events steht schon fest. Am 3. Februar 2026 freuen wir uns wieder über Ihre Teilnahme. Hier kann man sich schon das Ticket sichern.

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