DAT-Studie Leasingskepsis hemmt private Elektro-Nachfrage

Von Jens Rehberg 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Zwar zieht die Elektro-Nachfrage gerade ganz gut an – es könnte aber noch besser laufen, würden die Verkäufer es schaffen, die Hemmungen der Privatkunden vor Leasingverträgen abzubauen.

(Bild:  Daimler)
(Bild: Daimler)

Entgegen der gefühlten Stimmung in der Branche hat die Nachfrage nach elektrifizierten Neuwagen in Deutschland in diesem Jahr deutlich angezogen. So lag der zusammengenommene Anteil von BEVs und Plug-in-Hybriden am Gesamtmarkt von Januar bis einschließlich August bei mittlerweile 28 Prozent – in den ersten acht Monaten des Vorjahres waren es noch 18 Prozent gewesen. Der BEV-Anteil steht nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes für das bisherige Verkaufsjahr bei 18 Prozent – gut 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Frage ist nun – sehen wir ein Strohfeuer in den gewerblichen Kanälen, angefacht durch attraktive Verkaufsprogramme der Hersteller und Importeure sowie die steuerliche Förderung von Elektro-Dienstwagen? Oder hat sich die Elektro-Skepsis der Privatkunden durch Aufklärungsarbeit an der Verkaufsfront und Fortschritte beim Ausbau der Ladeinfrastruktur etwas zerstreut?


Dazu hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) am Donnerstag aktuelle Zahlen einer repräsentativen Befragung von Pkw-Haltern vorgelegt. Demnach würden aktuell 35 Prozent der Befragten ein E-Fahrzeug (BEV oder PHEV) kaufen wollen, 17 Prozent würden einen Diesel präferieren und 40 Prozent einen Benziner.

Der Anteil an Elektro-Fans von 35 Prozent liegt mutmaßlich deshalb deutlich höher als der reale Anteil von E-Autos an den derzeitigen Neuzulassungszahlen (28 %), weil sich Menschen bei Umfragen nicht selten progressiver geben wollen als sie sind. Wer will schon vor dem Marktforscher als Auto-Reaktionär dastehen? Allerdings sagt die DAT, dass sich die Zustimmungswerte für E-Autos im Vergleich zur Vorjahresbefragung nur leicht gesteigert haben. Die tiefsitzende deutsche Elektroskepsis scheint also noch lange nicht überwunden zu sein.

Das könnte auch mit mangelnden Erfahrungswerten zu tun haben. Nach den Zahlen der DAT haben noch immer zwei Drittel aller Pkw-Halter noch nie ein BEV gefahren – Luft nach oben für aggressive Probefahrtangebote.

Spannend auch die Ergebnisse der Studie in puncto Privatleasing: Magere 41 Prozent der befragten Pkw-Halter haben bereits Erfahrung mit dem Abschluss eines Leasing-Vertrages. Total überraschend ist dieser Wert natürlich nicht – aber er bestätigt noch einmal den bestehenden Handlungsbedarf: Wäre diese Quote höher, würden sicherlich auch mehr Verbraucher ein E-Fahrzeug in die engere Auswahl nehmen, denn noch hat sich die durchaus erstaunliche Langlebigkeit der allermeisten Traktionsbatterien nicht flächendeckend in der Bevölkerung herumgesprochen. Daher würde die Leasing-Option – so sie denn für den Interessenten in Frage käme – die Bereitschaft zum Elektrokauf wahrscheinlich erhöhen, denn sie verringert das vermeintliche Risiko, auf einer schwach gewordenen Antriebsbatterie sitzen zu bleiben.

Und so stellte die DAT in ihrer aktuellen Studie auch fest: Leasing-erfahrene Personen würden deutlich eher ein BEV leasen – nämlich zu 55 Prozent – als Nicht-Erfahrene (34 %). Dementsprechend stimmen auch knapp zwei Drittel der Leasing-Erfahrenen der Aussage zu, dass Leasing aufgrund der hohen Pkw-Anschaffungspreise eine gute Alternative zum Kauf darstelle. Bei denen, die noch keinen Leasingvertrag abgeschlossen haben, stimmen dem nur 40 Prozent zu. Zudem haben Leasing-Erfahrene weniger Sorgen im Hinblick auf die Rückgabe: 46 Prozent befürchten ein teures Nachspiel – bei den Nicht-Erfahrenen sind es 64 Prozent.

Für die Verbraucherbefragung im September 2025 wählte die GfK im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.031 standardisierten Online-Interviews aus.

(ID:50570953)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung