Strukturwandel Massiver Stellenabbau bei Herstellern und Zulieferern

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Derzeit vergeht kaum eine Woche ohne schlechte Nachrichten aus der Automobilindustrie. Aktuell will Stellantis 1.500 Stellen streichen. Zuvor hatten Continental und Michelin Standortschliéßungen angekündigt, die jeweils ähnlich viele Mitarbeiter betreffen.

Hoher Kostendruck, weniger Personal – in der Automobilbranche werden derzeit viele Stellen gestrichen.(Bild:  Mercedes-Benz)
Hoher Kostendruck, weniger Personal – in der Automobilbranche werden derzeit viele Stellen gestrichen.
(Bild: Mercedes-Benz)

Die anhaltend geringeren Neuwagenzahlen in Europa und der allgemeine Strukturwandel führen zu einem Abbau von Arbeitsplätzen bei vielen Herstellern und Zulieferern. Letztere sind zudem von einem erheblichen Kostendruck belastet, regelmäßig gehen Firmen in die Insolvenz. In den letzten Tagen haben nur mehrere Konzerne den Stellenabbau und die Schließung von Standorten bekannt gegeben.

Die jüngste Hiobsbotschaft für Belegschaft und Gewerkschaften kommt von Stellantis. Der Autokonzern Stellantis hat mit den zuständigen Gewerkschaften eine Vereinbarung zum Abbau von etwa 1.500 Stellen in der italienischen Stadt Turin unterzeichnet. Die Mitarbeiter sollen die Möglichkeit bekommen, mit finanziellen Anreizen zu gehen, wie italienische Medien am Dienstag unter Berufung auf den Automobilhersteller und die Gewerkschaften berichteten. Stellantis bestätigte in einer Mitteilung die Einigung über den freiwilligen Abgang von Mitarbeitern in Italien, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.

Bei den Mitarbeitern in Turin soll es sich unter anderem um Beschäftigte im Automobilwerk Mirafiori sowie Büroangestellte handeln. Die Vereinbarung zwischen Stellantis und den Gewerkschaften ist nach Angaben eines Konzernsprechers Teil einer Reihe von „Initiativen zur Bewältigung der Auswirkungen des derzeit stattfindenden Energie- und Technologiewandels“. Ziel sei die Anpassung des Beschäftigungsniveaus an die Veränderungen der Unternehmensprozesse, indem den Arbeitnehmern gemeinsame Lösungen vorgeschlagen werden.

Conti konsolidiert in Hessen

In Deutschland will Continental zwei Standorte schließen und 1.200 Stellen abbauen. Am Dienstag kündigte der Zulieferer an, dass die Standorte Schwalbach und Wetzlar bis Ende 2025 geschlossen werden und die Arbeit schrittweise nach Frankfurt und Babenhausen verlagert wird. Ein Teil der knapp 1.400 Mann starken Belegschaft solle mit umziehen. Die übrigen Stellen sollen „sozialverträglich“ abgebaut werden.

Doch auch in Frankfurt und Babenhausen sollen Stellen wegfallen oder verlagert werden. Insgesamt seien im Rhein-Main-Gebiet 2.300 der bisher rund 8.000 Mitarbeiter betroffen, von denen 1.100 den Standort wechseln sollen. Bei der Umstrukturierung geht es sowohl um die Verwaltung als auch um Forschung und Entwicklung. Der Stellenbau ist Teil des im Februar angekündigten Konsolidierungsprogramms. Weltweit sollen 7.150 Stellen wegfallen und Standorte zusammengelegt werden.

Michelin schließt Traditionsbetriebe

Zudem war Mitte März bekannt geworden, dass beim französischen Reifenhersteller Michelin die angekündigte Schließung mehrerer Werke in Deutschland endgültig besiegelt ist. Die Gewerkschaft IG BCE ist mit ihren Versuchen gescheitert, das Aus für die Standorte in Trier und Karlsruhe zu verhindern und einen Job-Kahlschlag dort sowie im saarländischen Homburg abzumildern. Betroffen davon sind mehr als 1.500 Arbeitsplätze.

Der Konzern habe alle Vorschläge der Arbeitnehmerseite zum Erhalt der Werke und einem Teil der Arbeitsplätze abgelehnt, teilte die IG BCE mit. Vom Reifenhersteller hieß es, die Mehrheit der Gewerkschaftsvorschläge könne nicht umgesetzt werden. „Sie sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragfähig oder widersprechen einer nachhaltigen Geschäftsstrategie von Michelin.“ Bis Ende 2025 werden die Standorte Karlsruhe und Trier nun schrittweise geschlossen.

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