Drittes Quartal Preise der elektrischen Gebrauchtwagen stabilisieren sich

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Nach heftigen Ausschlägen kommt das Preisverhältnis von gebrauchten E-Autos und Verbrennern nach und nach ins Lot. Teils verkaufen sich die E-Modelle inzwischen schneller als ihre Verbrenner-Pendants.

Ein gebrauchter ID.3 verkauft sich derzeit schneller als ein gebrauchter VW Golf.(Bild:  Volkswagen)
Ein gebrauchter ID.3 verkauft sich derzeit schneller als ein gebrauchter VW Golf.
(Bild: Volkswagen)

Gebrauchte Elektroautos sind nicht mehr pauschal teurer als Verbrenner aus Vorbesitz. Nach teils drastischen Wertverlusten der Stromer in den vergangenen Monaten sieht das Portal „Autoscout24“ nun eine Stabilisierung auf einem preislich attraktiven Niveau. So sei beispielsweise ein zwei bis vier Jahre alter VW ID.3 mit knapp 23.000 Euro mittlerweile 3.700 Euro günstiger als ein vergleichbarer VW Golf.

Das gesunkene Preisniveau beflügelt die Nachfrage. Im dritten Quartal sei eine vorsichtig positive Entwicklung zu beobachten, meldet die Plattform in einer Mitteilung. Denn die Nachfrage wuchs zuletzt erstmals stärker als das Angebot. Beim ID.3 lag die Nachfrage etwa 50 Prozent über Golf-Niveau. Damit verkaufte sich der Stromer im September durchschnittlich rund 41 Tage schneller als sein Verbrenner-Pendant (70 vs. 111 Tage).

Aus Sicht der Online-Börse ist im E-Segment inzwischen ein bedeutender Markt entstanden. Er sei insbesondere seit 2022 kontinuierlich und rasant gewachsen. „Damit handelt es sich zwar nach wie vor noch um einen sehr jungen, aber mittlerweile ernstzunehmenden Markt“, erklärt Stefan Schneck, Deutschland-Vertriebschef bei Autoscout 24. Insbesondere bei den in der Analyse betrachteten jungen Gebrauchten im Alter von zwei bis vier Jahren ist das Angebot an Elektromodellen teilweise bereits größer als bei den Pendants mit Verbrennungsmotor.

Preisentwicklung ist stark modellabhängig

Während Elektrofahrzeuge zu Beginn ihrer Markteinführung deutlich teurer waren als Verbrenner-Modelle und auch als teure Gebrauchte auf den Markt kamen, zeigt sich nach den teils dramatischen Wertverlusten der letzten Monate mittlerweile ein deutlich differenzierteres Bild. Die Preise sind stark modellabhängig und fallen nicht mehr pauschal höher aus als bei Verbrennern. Teilweise ist das Elektromodell sogar ein Ladenhüter, wie beim Porsche Taycan. Bei diesem Modell trifft eine verhaltene Nachfrage auf ein extremes Überangebot. Die Preise für die Oberklasselimousine sind zuletzt weiter gefallen, im Mittel werden knapp 39.000 Euro aufgerufen. Im Schnitt verkauft sich ein Porsche Taycan nach rund 120 Tagen, ein Panamera hingegen steht nur 87 Tage auf dem Hof des Händlers.

Insgesamt scheint der Preisverfall bei gebrauchten Elektroautos aber vorerst gestoppt, nachdem gebrauchte Elektroautos monatelang dramatische Wertverluste hinnehmen mussten. Weniger aggressive Neuwagenangebote und attraktivere Preise führen zu steigendem Käuferinteresse, wodurch die Nachfrage an E-Gebrauchten laut den Daten von Autoscout 24 im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr erstmals schneller wuchs als das Angebot. „Dieser leicht positive Nachfragetrend wirkt sich wiederum positiv auf die Preisstabilität aus und dürfte auch den Handel vorsichtig optimistischer für das EV-Remarketing stimmen“, sagt Schneck.

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