Mobilitätskosten Steigende Belastungen gefährden das Werkstattgeschäft

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Alles wird teurer, insbesondere die automobile Mobilität. Verständlicherweise suchen die Autofahrer Sparpotenziale. Davon gibt es einige, doch häufig machen sich die Sparmaßnahmen in der Kfz-Werkstatt negativ bemerkbar.

Kraftstoff, Versicherung, Stundensätze – alles wird teurer für Autofahrer. Die versuchen zu sparen – vielfach zulasten des Werkstattgeschäfts.(Foto:  Wodicka)
Kraftstoff, Versicherung, Stundensätze – alles wird teurer für Autofahrer. Die versuchen zu sparen – vielfach zulasten des Werkstattgeschäfts.
(Foto: Wodicka)

Die deutschen Autofahrer sparen. Wie aus einer repräsentativen Umfrage des ADAC hervorgeht, belasten die hohen Kosten rund ums Auto zunehmend die Halter. Die suchen und ergreifen Gegenmaßnahmen, vom gezielten Tanken bis hin zur Vermeidung von Reparaturen. Die Ursache für die eingeleiteten Sparmaßnahmen liegt dabei auf der Hand: Der Umfrage zufolge sind bei 92 Prozent der Befragten die Kosten fürs Auto in den zurückliegenden Jahren gestiegen. Nur 5 Prozent gaben gesunkene Kosten an.

An erster Stelle sehen die Autofahrer natürlich Einsparpotenzial bei den Betriebskosten, sprich beim Kraftstoff. 89 Prozent haben sich vorgenommen, dann zu tanken, wenn es günstig ist. Dazu wollen 87 Prozent der Autofahrer mehr als bisher spritsparend fahren. Mehr als jeder zweite Umfrageteilnehmer sieht die Kraftstoffkosten als den größten Kostenblock in der Fahrzeugnutzung.

Doch Sprit sparen lässt sich auch auf einem anderen Weg, der langfristig das Werkstattgeschäft reduziert: nämlich gar nicht fahren. 57 Prozent der Befragten gaben in der ADAC-Umfrage an, weniger Auto zu fahren, um Geld zu sparen. Die Laufleistungen der Autos könnten also weiter sinken.

Die Autofahrer suchen nach Einspar-Möglichkeiten. Ganz oben stehen die direkt spürbaren Kraftstoffkosten. Viele Sparansätze werden letztlich zu Einschnitten in den Kfz-Werkstätten führen (zum Vergrößern Bild klicken).(Bild:  ADAC)
Die Autofahrer suchen nach Einspar-Möglichkeiten. Ganz oben stehen die direkt spürbaren Kraftstoffkosten. Viele Sparansätze werden letztlich zu Einschnitten in den Kfz-Werkstätten führen (zum Vergrößern Bild klicken).
(Bild: ADAC)

Ebenfalls ein Problem für die Werkstätten könnten schlicht weniger Aufträge werden. 44 Prozent der Autofahrer gaben an, dass sie kleinere Schäden nicht reparieren lassen wollen. Der immer wieder in der Branche diskutierte Anstieg der Werkstattkosten ist grundsätzlich bei den Verbrauchern ein Thema. Für jeden Fünften sind die Werkstattkosten der größte Kostenblock ihrer automobilen Mobilität. Und die Ausweichbewegung ist in vollem Gange: Zwei von drei Autofahrern (67 %) suchen sich für die Arbeiten an ihrem Fahrzeug aus Kostengründen eine günstigere Werkstatt als früher.

Noch ein dritter Effekt der Suche nach Sparmöglichkeiten kann die Werkstätten einholen: die Suche nach günstigeren Versicherungstarifen. Generell geben 70 Prozent der Befragten an, Kfz-Versicherungen zu vergleichen. Zudem hat sich bald jeder Dritte (29 %) für einen Vertrag mit Werkstattbindung entschieden. Die Prämie für die Kaskoversicherung sinkt dadurch bei manchen Anbietern um 20 Prozent – unter anderem, weil die vereinbarten Stundenverrechnungssätze niedriger liegen als die frei kalkulierten Preise.

Dieser Trend wird weiter zulegen, nicht zuletzt befeuert durch die Ratschläge des ADAC: „Bei der Kfz-Versicherung lässt sich unter anderem durch Verträge mit Werkstattbindung sowie durch Telematik-Tarife Geld sparen“, erklärt Stefan Daehne, Vorstandsvorsitzender der Autoversicherung des ADAC. Nachdem einige Kfz-Versicherungen wieder schwarze Zahlen schreiben, wächst der Wettbewerb, Versicherungswechsel werden attraktiver. „Dieses Jahr wird es ein lebhaftes Wechselgeschäft geben“, heißt es vom ADAC. Da werden einige Wechsler zu Verträgen mit Werkstattbindung darunter sein.

Laut Umfrage der ADAC-Autoversicherung erwägt fast jeder zweite Autofahrer in Deutschland einen Wechsel der Kfz-Versicherung. 40 Prozent wollen über einen Versicherungswechsel nachdenken, weitere sechs Prozent haben sich bereits zu diesem Schritt entschieden. Das Wechselinteresse hängt dabei wesentlich vom Sparpotenzial ab.

(ID:50629169)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung