Stellantis-Rückruf Takata-Debakel führt in Frankreich zu weiteren Fahrverboten

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Je nachdem, ob sich ein Fahrzeug in tropischen Überseegebieten oder auf dem Festland befindet gelten nun herstellerübergreifend unterschiedlich harte Regeln. In Deutschland bleibt es vorerst bei der bekannten Stop-Drive-Aktion, die für über 56.000 Citroën und DS gilt.

Tausende C3-Einheiten sollen in Deutschland zunächst nicht mehr gefahren werden.(Bild:  Citroen)
Tausende C3-Einheiten sollen in Deutschland zunächst nicht mehr gefahren werden.
(Bild: Citroen)

Ein Unfall vom 11. Juni, bei dem in Frankreich eine Frau aufgrund eines explodierenden Takata-Airbags in ihrem Citroën ums Leben kam, hat dort nun auch für weitere Hersteller Folgen. Nach dem Rückruf mit Fahrverbot („Stop Drive“) für zahlreiche Citroën C3 und DS3 kündigte der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot am Dienstag weitere Maßnahmen an. Die bisher „von bestimmten Herstellern durchgeführten Risikoanalysen“ müssten neu bewertet werden, sagte er.

Parallel zur Durchführung neuer Gutachten forderte der Minister die Hersteller zudem auf, unverzüglich alle Fahrzeuge zurückzurufen, die mit einem Takata-Airbag ausgestattet sind, der die gleiche Technologie wie in dem Unfallfahrzeug aufweist – und zwar unabhängig vom Alter des Airbags. Das „Stop-Drive”-Verfahren werde daher auf alle betroffenen Fahrzeuge in den französischen Überseegebieten und auf Korsika ausgeweitet. Auf dem französischen Festland betreffe es alle Modelle, die bis 2011 hergestellt wurden. Laut französischer Medienberichte geht es bei unseren Nachbarn damit um 2,5 Millionen Fahrzeuge; 1,7 Millionen davon sind nun mit einem Fahrverbot belegt.

„Die betroffenen Autofahrer werden gebeten, ihr Fahrzeug nicht mehr zu benutzen und sich unverzüglich an ihren Händler oder ihre Vertragswerkstatt zu wenden“, hieß es. Dies diene ihrem Schutz und nicht dazu, sie zu benachteiligen. Fahrzeughaltern, für die das sofortige Fahrverbot gelte, müsse eine Lösung für die weitere Fortbewegung angeboten werden, bis die gefährlichen Airbags ersetzt seien. Dies werde in einem in Kürze veröffentlichten Ministerialerlass geregelt. Auf der französischen Liste der betroffenen Marken und Modelle tauchen auch BMW, Mercedes, Opel und die VW-Konzernmarken auf.

Fahrverbots-Aktion gilt in Deutschland für über 56.000 Einheiten

Zu der Anfang der Woche vermeldeten Fahrverbots-Aktion hat nun auch ein Stellantis-Sprecher gegenüber »kfz-betrieb« Stellung genommen. Die Eingrenzung auf die 56.194 Citroën C3 und DS3 der Baujahre 2009 bis 2019 (Aktion „NQ3“) hierzulande begründete er mit „spezifischen Takata-Airbag-Referenzen“, die sich von denen anderer Modelle unterschieden. „Opel-Fahrzeuge verwenden beispielsweise andere Gasgeneratortypen“, sagte er.

Fast alle Kunden seien bereits über den Rückruf informiert worden, versicherte der Sprecher. Sie würden nun aber ein zusätzliches Schreiben mit der Aufforderung zur Fahrunterbrechung erhalten. Zum Thema Ersatzfahrzeuge erklärte er, man arbeite eng mit dem Händlernetzwerk zusammen, um alternative Lösungen anzubieten. Zudem habe man die „Teileproduktion erhöht, um unsere Kunden schnell und effizient bedienen zu können und mögliche Wartezeiten so weit wie möglich zu reduzieren“. Konkrete Zahlen, wie lange ein Kunde im Schnitt auf einen Termin zur Airbagreparatur warten und somit eigentlich auf sein Fahrzeug verzichten muss, nannte er nicht.

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