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Die Vorgehensweisen sind unterschiedlich.
Während Daimler mit einem „minimalen“ und einem „maximalen“ Fahrzeug arbeitet und somit einen Interpolationsrahmen absteckt, testet MAN im Laufe der Zeit verschiedenste Aufbautypen im Windkanal durch und erstellt mit den Messwerten eine Tabelle, aus der sich später Richtwerte ergeben können. Mathies weist darauf hin, dass von den OEM vorgegebene Werte von den Aufbauherstellern eingehalten werden sollten, weil sie sonst selbst in der Pflicht sind, eine WLTP-Zulassung zu erhalten.
Eine Frage nach der Anzahl der Achsen beantwortet Görtler, der es wissen muss: „Die Anzahl der Achsen ist nicht interessant, sondern allein der Effizienzwert der Reifen.“ Weil AL-KO das Fahrzeug häufig direkt hinter der Fahrerkabine verändert, ist er schon lange im Gespräch mit den OEM. So sorgt er dafür, dass beispielsweise der Anbau eines Tiefrahmens in Sinne der WLTP-Homologation bereits berücksichtigt ist. Wichtig ist dabei die Prüfung des Basisfahrzeugs, denn ein Tiefrahmen kann zu einer Änderung der Interpolationsfamilie führen. Sicheres Indiz für eine neue Interpolationsfamilie sind Zwillingsreifen. Einer der Gründe sich zu überlegen, ob man nicht gleich in den Heavy-Duty-Bereich wechselt.
Evels zieht als Fazit: „Wir sind heute schon ein gutes Stück weiter gekommen, aber noch nicht zum Finish.“ Mathies fügt hinzu: „Wir wollen, dass alle von Anfang an ein möglichst großes Wissen haben. Wir erwarten den ‚Second Act‘ der WLTP zum 1. Januar 2019. In diesen werden erste Prüfungsergebnisse und erste Erfahrungswerte einfließen.“ Und dann stellt Evels zum Schluss die Gretchenfrage: „Können wir mit dem guten Gefühl ins neue Jahr starten, dass wir unseren Kunden weiterhin die ‚eierlegende Wollmilchsau‘ anbieten können?“ Wagner: „Ich bin da optimistisch. Wir sind gut aufgestellt. Der Übergang von NEFZ zu WLTP wird gut funktionieren. Bei exotischen Aufbauten sollte sich der Hersteller frühzeitig an uns wenden.“
TIPP
Lesen Sie auch die umfangreichen Berichte vom Forum Fahrzeugbau in der »Fahrzeug+Karosserie« Ausgabe 11/2018.
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