Vor 40 Jahren debütierte der visionäre Allrad-Sportler Subaru XT Turbo und brachte Futurismus in Serie. Das Ganz gepaart mit typischen Boxermotor und bislang untypischen Turbolader.
Beim Anblick der Subaru Neuheiten-Show auf der IAA 1985 trauten Besucher kaum ihren Augen, schließlich war XT Turbo 4WD irgendwie anders als anderen Neuheiten und für Subaru außergewöhnlich.
(Bild: Subaru)
In den 70ern noch Exoten hatten sich japanische Marken Mitte der 80er-Jahre auch hierzulande etabliert. Das galt auch oder sogar erst Recht für Subaru. Schließlich bot die Marke von Fuji Heavy Industries das, was es sonst bei fast keinem Hersteller gab: einen Allradantrieb in gewöhnlicher Pkw-Verpackung. Dafür mussten sich Subaru-Käufer mit einem eher klassischen Design ihrer Limousinen bzw. Kombis zufriedengeben. Bis, ja bist 1985 auf der IAA in Frankfurt etwas stand, was anders war als alles andere, was man von der Marke mit den sechs Plejaden im Logo bislang gewohnt war. Und so war das Prädikat „futuristisch“ nicht untertrieben für das Coupé namens XT Turbo 4WD mit seiner avantgardistischen Keilform samt Klappscheinwerfern. Ein bisschen erinnerte der XT an einen Jet. Das sorgte für aerodynamische Bestwerte einerseits und eine „interssante“ Ästhetik andererseits.
Tatsächlich ließ Subaru in die Entwicklung des XT Turbo seine Erfahrungen als erfolgreiches Unternehmen der Luftfahrtindustrie einfließen. So beeindruckte das Sportcoupé mit dem cw-Wert von 0,29, ein Luftwiderstandsbeiwert, den bis dahin kein Sportwagen erreicht hatte. Ein ganzes Bündel an Detailmaßnahmen führte zu diesem Rekordwert: Der Dachaufbau mit Panoramaverglasung erinnerte an eine Jet-Kanzel, mit identischem Neigungswinkel der Front- und Heckscheibe von 61 Grad. Hinzu kamen versenkte Türgriffe aus dem Flugzeugbau, vollflächige Radabdeckungen, ein teilverkleideter Unterboden, seitliche Windabweiser vor den hinteren Radkästen und ein neuartiger, versenkter Einarm-Scheibenwischer. Ebenfalls ungewöhnlich war ein Antennensystem, das auf eine in die Frontscheibe integrierte Antenne baute, die durch eine zweite, elektromotorische Antenne am Heck verstärkt wurde.
An einen Joystick aus einem Jet-Cockpit erinnert der Schaltknauf des XT Turbo. Auch der höhenverstellbare Instrumententräger mit Bediensatelliten sowie das um bis zu 65 Millimeter nach oben verschiebbare Lenkrad zugunsten leichteren Ein- und Ausstiegs adaptierten Features aus dem Flugzeugbau. Ebenfalls anders als üblich zeigte sich auch das Fahrwerk des Japaners mit seiner elektro-pneumatischen Einzelradaufhängung und automatischem Niveauausgleich. Weltweit entschieden sich bis 1991 fast 100.000 Fans, vor allem in den USA für den auffälligen Sportler. Hierzulande waren es jedoch nur extrem magere 1.056 – bei mobile.de werden bzw. wird aktuelle gerade ein Exemplar angeboten.
45 Jahre Subaru Deutschland: Autos aus einem umgebauten Ladenlokal
Es war ein später, aber gut vorbereiteter Aufschlag: Im Oktober 1980 unterzeichneten die Fuji Heavy Industries Ltd., Mitsui & Co und ein Autohändler im hessischen Bad Hersfeld den Gründungsvertrag für die Subaru Deutschland GmbH. Auch die Deutschen entdeckten ab 1981 schnell die Vorteile der japanischen 4x4-Modelle, zumal sich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, zwei Legenden des Skisports, als Markenbotschafter für Subaru engagierten. 2.622 Allrad-Pkw setzte die Marke im ersten Jahr hierzulande ab. Fünf Jahre später wurden die Verkaufszahlen erstmals fünfstellig. Bereits 1984 hatte man ein 55.000 Quadratmeter großes Gelände im hessischen Friedberg erworben, das im Frühjahr 1985 bezogen wurde und seit dem Raum bietet für alle Entwicklungen. Bis heute befindet sich in dieser Kleinstadt nördlich von Frankfurt am Main die Zentrale der Subaru Deutschland GmbH, ein Unternehmen, an dem die Schweizer Emil-Frey-Gruppe 71 Prozent der Anteile hält, während 29 Prozent beim Mutterkonzern liegen. Auch das Zentrallager von Subaru Deutschland befindet sich am Hauptquartier in Friedberg. Gegenwärtig verfügt das Lager über 49.000 Quadratmeter Fläche, rund 44.000 Einzelpositionen sind ständig abrufbar, was den rund 330 Vertragshändler und -werkstätten der Allrad-Marke sowie die aktuell mehr als 112.000 Subaru-Fahrer in Deutschland zugutekommt.
Der Turbo hielt Einzug
Angetrieben wird der XT von einem wassergekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit obenliegenden Nockenwellen, Aluminiummotorblock mit wassergekühltem (!) Turbolader und 1800 cm³ Hubraum. Er leistete maximal 100 kW (136 PS) (erste Serie von 11/1984 bis 12/1987 ohne G-Kat; 88 kW/120 PS mit G-Kat). Charakteristisch war der, dass der volle Ladedruck bereits bei 2.800/min anstand – deutlich früher als bei vielen anderen Turbos seiner Zeit. In anderen Ländern bot Subaru seinen Keik auch ohne Turbolader mit Allrad- oder Frontantrieb an. Außerdem nur für die USA mit einem Sechszylinder-Boxermotor mit 2700 cm³. Lieferbar war sowohl ein Fünfgang-Schalt- sowie ein Viergang-Automatikgetriebe. Der Allradantrieb war bei der ersten Serie noch zuschaltbar, bei der zweiten permanent.
Stand: 08.12.2025
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Zwei Jahre nach Erscheinen des XT gab es bei Subaru erneut „Revolutionäres“. Waren die Modelle bis dahin grundsätzlich als Fronttriebler ausgelegt, bei denen der Hinterradantrieb per Knopfdruck elektro-pneumatisch zugeschaltet werden konnte, boten der Subaru L1800 Turbo und der Subaru XT Turbo nun in Kombination mit der elektronischen Viergang-Automatik ACT4 einen permanenten Allradantrieb, der über eine variable Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrädern verfügt. Dabei erfolgte die Drehmomentverteilung differenziert: mechanisch zur Vorderachse durch ein Paar gleich großer Zahnräder, hydraulisch zur Hinterachse durch eine im Ölbad laufende Lamellenkupplung. Damit der L1800 Turbo derart populär aus Kundensicht, dass er ganze fünf Jahre lang weiter gebaut wurde, obwohl bereits 1989 mit dem Legacy sein als designierter Nachfolger erschienen war.
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