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Überhaupt übernahm Weichtmann die Geschicke des Verbands in turbulenten Zeiten. Er trat zum 1.10.1989 in den Verband ein und war ab 1. Januar 1990 der Hauptgeschäftsführer des ZKF. Wer sich zurückerinnert: Das war das Jahr des Mauerfalls – und so beschäftigten Weichtmann die neuen Bundesländer in den ersten zwei bis drei Jahre sehr intensiv. Es galt, Handwerksstrukturen nach westdeutschem Muster aufzubauen, und diese Aufgabe übertrug man im ZKF an den Hauptgeschäftsführer. Kein Wunder, denn Weichtmann kannte sich mit diesen Strukturen bestens aus – hatte er doch zuvor in leitenden Positionen für die Handwerkskammer Rhein-Main-Frankfurt gearbeitet.
Seine ausgeprägten organisatorischen Fähigkeiten kamen ihm bei dieser Aufgabe zugute. Doch nicht nur dabei: 1991 gründete der Verband unter der Federführung von Weichtmann die Wirtschaftsgesellschaft Karosserie- und Fahrzeugtechnik (WKF). Diese ZKF-Tochter hatte zum Ziel, die Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie Werbemittel in den kommerziellen Bereich zu verlagern. Zudem sollte der Verband durch die Forcierung der Direktmitgliedschaften insgesamt gestärkt werden. Diese Mitglieder kamen nicht über die Innungen und Landesverbände zum Zentralverband, sondern wurden vom ZKF direkt angesprochen. Darüber hinaus galt es die Mitgliedsbetriebe weiter zu qualifizieren – im Weltverband der Karosseriebauer (AIRC) gab es damals schon hochqualifizierte Fachbetriebe – Dr. Weichtmann prägte den Begriff der Eurogarant Fachbetriebe, für die es einheitliche, technische Standards gibt. „Dr. Weichtmann hat sich um unseren Verband verdient gemacht – ich zolle ihm Respekt“, resümierte Wiedler.
Auch der Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident, Wilhelm Hülsdonk, erinnerte sich an die Zeit, in der der Wettbewerb unter den Verbänden an erster Stelle stand. Doch der nach Wiedler amtierende ZKF-Präsident Friedrich Nagel habe eine andere Vision gehabt. „Die Branchen haben eine große Gemeinsamkeit – wir reparieren alle Autos“, brachte es Hülsdonk auf den Punkt. Damals habe es aber auf beiden Seiten noch viele Vertreter gegeben, die ihr Handwerk „bis aufs Messer“ verteidigten. Dr. Weichtmann habe zu dieser Zeit die Diskussionen immer wieder versachlicht. Das habe ermöglicht, dass die Diskussionen „freundschaftlich, aber konsequent in der Sache geführt werden konnten. Wir haben ein gutes Miteinander gefunden, auch dank Ihrer Hilfe“, richtete sich Hülsdonk an Weichtmann. Insgesamt würde sich die Branche, und damit auch die Verbände langsam verjüngen – was auch gut sei. „Es gibt nichts Besseres für eine Branche, als ein richtig guter Fachverband“, konstatierte Hülsdonk. Der ZKF sei gut aufgestellt.
Eurogarant-Vorstand Thorsten Fiedler dankte Dr. Klaus Weichtmann nicht nur für die Gründung der Eurogarant Auto Service AG, sondern auch dafür, dass Weichtmann ihn eingestellt hatte. „Aus meiner Sicht war das eine gute Idee“, erklärte Fiedler. Am 24.11.2016 sei die AG volljährig geworden – dennoch Dr. Weichtmann werde man vermissen, zeigte sich Fiedler überzeugt.
Gesicht und Position des ZKF
Auch der Präsident des Weltverbands der Karosseriebauer, Hans-Peter Schneider, verwies auf die gute Zusammenarbeit mit Dr. Weichtmann. „Sie haben den Verband maßgeblich geprägt, mit Geschick, Weitsicht und Engagement“, erklärte Schneider. Der amtierende ZKF-Präsident Peter Börner erinnerte sich, dass er Dr. Klaus Weichtmann schon seit 26 Jahren kenne, denn dieser habe seinen Meisterbrief unterschrieben. Der Verband habe es immer mit Veränderungen und Weiterentwicklungen zu tun gehabt. Beispielsweise habe der Vorstand in einer Klausurtagung die Agenda 2020 verabschiedet. Dr. Weichtmann sei es zu verdanken, dass die Ergebnisse bei der Umsetzung der Agenda immer auf einem enorm hohen Niveau lagen. „Mithilfe Ihrer Arbeit sind Dienstleistungen entstanden, die in der Verbandslandschaft ihresgleichen suchen. Sie haben dem Verband in den vergangenen 27 Jahren ein Gesicht und eine Position gegeben.“ Nun würden neue Herausforderungen und Veränderungen anstehen, beispielsweise durch die Digitalisierung. „Wir müssen als Verband die Trends erkennen und die Märkte beobachten. Dr. Weichtmann hat das in den vergangenen 27 Jahren getan“, führte Börner aus. Nun werde dies die Aufgabe der neuen Führung unter Thomas Aukamm sein.
Dies nahm schließlich Dr. Weichtmann auf, um seinen Mitarbeitern zu danken. Ein Geschäftsführer könne nur dann gute Arbeit leisten, wenn er gute Mitarbeiter habe. Thomas Aukamm erklärte er, dass dieser eine hervorragende Mannschaft bekomme. Letztlich zeigte sich Dr. Klaus Weichtmann nicht nur gerührt, sondern auch positiv eingestellt, auf die Dinge die nun kommen. Seine Familie und Freunde warnte er vorsorglich schon mal: „Ich werde nun mehr Zeit für euch haben.“
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