Messe Retro Classics Bavaria: die Wende?

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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In diesem Jahr fand die „RCB“ vier Wochen früher statt. Während die Zahl der Aussteller- und der belegten Fläche abermals schrumpfte, explodierte die der Besucher förmlich.

Die Verbrauchermesse „Consumenta“ bescherte der Retro Classics Bavaria zwar nicht mehr Aussteller, aber deutlich mehr Besucher.  (Bild:  Steffen Dominsky)
Die Verbrauchermesse „Consumenta“ bescherte der Retro Classics Bavaria zwar nicht mehr Aussteller, aber deutlich mehr Besucher.
(Bild: Steffen Dominsky)

Der 9. November gilt hierzulande als Schicksalstag: das Ende des Kaiserreichs, die Reichspogromnacht und der Fall der Mauer. Ob der 9. November auch aus Sicht der Retro Classics GmbH als ein bedeutender Tag in die Geschichte eingehen wird, wird die Zukunft zeigen. Denn am 9. November 2025 ging die neunte Auflage der Retro Classics Bavaria („RCB“) zu Ende. Und die war etwas ganz Besonderes, markierte sie doch einen Wendepunkt in der Ausrichtung der bekannten Veranstaltung. Denn erstmals fand der fränkische Ableger der Retro Classics Stuttgart nicht wie bislang Anfang Dezember statt, sondern rund vier Wochen zuvor. Den Zeitpunkt hatten die Retro-Macher bewusst gewählt, schließlich endete an diesem 9. November auch die „Consumenta“.

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Das heißt, an ihrem zweiten Wochenende bildete die bereits zum 71. Mal ausgetragene Verbrauchermesse in gewisser Weise den Rahmen für das Oldtimerevent. Eine durchaus nachvollziehbare Maßnahme aus Sicht der Messe(n)macher, schließlich lassen sich durch das Zusammenlegen zweier Ereignisse Aufwände reduzieren und Synergieeffekte nutzen. Gerade letztere sollten sich für die Retro in Form zusätzlicher Besucher ergeben. Ein verständlicher Ansatz, schließlich litt die Oldtimerveranstaltung in den letzten Jahren immer mehr unter Zündaussetzern; sprich sowohl die Zahl der Aussteller als auch der Besucher schrumpfte Jahr für Jahr. Und dieser Ansatz ging offenbar auf. Denn mit 56.000 stieg die Zahl der Besucher um mehr als das Vierfache gegenüber dem Vorjahr an.

Einmal im Leben Trabi fahren

Zweifelsohne sorgte ein Teil der Cosumenta-Besucher für reichlich Verkehr in den Gängen der drei Oldtimerhallen. Wie viele hiervon „echte“ Oldiefans waren und aus Sicht der gewerblichen Retro-Aussteller – allen voran der wenigen verbliebenen Fahrzeughändler – zur Zielgruppe gezählt werden können, lässt sich kaum ermitteln. Wobei das mit den drei Hallen auch zu relativeren ist. Schließlich fungierte die größte (Halle 3) ausschließlich als Plattform für eine „Untermesse“ namens Car & Style und beherbergte nahezu ausschließlich junge/neue Tuningautos. Und auch die Halle 3A präsentierte zur Hälfte kein Kulturgut auf Rädern, sondern eine große Anzahl Stühle, die als Sitzgelegenheit im Rahmen der Modemesse „Fashion Week Nürnberg“ dienten.

Stichwort Stuhl bzw. Sitz: Wie bequem (oder auch nicht) man einst in einem Trabant saß bzw. fuhr, das konnte Interessierte persönlich im Rahmen einer Trabi-Fahrt auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände erfahren. Möglich machte dies das Internationale Trabantregister e.V Intertrab e.V. Es stellte nicht nur jede Menge beeindruckenden Exemplare des kleinen DDR-Volkswagens zur Schau, wie z. B. das einzig erhaltene Versuchsfahrzeug mit Wankelmotor, sondern ermöglichte auch Testfahrten.

Für jeden was dabei

Ebenso legte die Alt-Opel-IG mit rund 20 Fahrzeugen einen beeindruckenden Messeauftritt hin. Das gilt nicht minder für die Fahrzeuge, die allen voran der Veranstalter „Oldtimer Classic Rallye“ organisiert hatte und auf der Retro präsentierte: Beeindruckende 15 Exemplare des Audi Quattro, die meisten Ur- bzw. Sportquattros, bekamen Besucher am Stand in Halle 3C zu sehen. Ebenfalls bayerische Automobilprodukte präsentierte ein Zusammenschluss von BMW-Clubs – allen voran seltene Exemplare des 5er in Behördenausführung. Fragen interessierter Besucher in Sachen Mercedes-Benz beantworteten die unterschiedlichen Clubs bzw. Ansprechpartner des Club-Gemeinschaftsstands der Stuttgarter Marke.

Wer sich hingegen von massiverer Oldtimertechnik, sprich alten Traktoren, Lkw und Bussen angezogen fühlt, kam in Nürnberg ebenfalls auf seine Kosten. Gleiches galt in Sachen Größe für das andere Extrem: Modellautos. Auch hier bot die Messe Schauens- und Kaufenswertes. Stichwort schauenswert und Nürnberg: Das ist auch das im vergangenen Jahr eröffnete und nur wenige Kilometer von der Messe entfernte Museum von Christian Silberhorn. Der Unternehmer warb auf der Retro für seine beeindruckende Sammlung an historischen BMW und Nürnberger Zweirädern, für deren öffentliche Zurschaustellung ihn das Magazin Autobild Classic in diesem Jahr mit dem Titel „Person des Jahres“ geehrt hat.

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