Messerückblick Retro Classics: Salami, Käse und Oldtimer

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Mehr Besucher als im Jahr zuvor sollen bei der Stuttgarter Veranstaltung dieses Mal vorbeigeschaut haben. Der Veranstalter überschlägt sich mit Blick zurück in verbalen Superlativen. Auch wir waren vor Ort.

Auch Mercedes-Benz Heritage war in diesem Jahr auf der Retro Classics mit einem eigenen Stand vertreten und zeigte unter aderem die toll in Szene gesetzte Rohkarosserie eines 300-SL-Flügeltürers.(Bild:  Dominsky – VCG)
Auch Mercedes-Benz Heritage war in diesem Jahr auf der Retro Classics mit einem eigenen Stand vertreten und zeigte unter aderem die toll in Szene gesetzte Rohkarosserie eines 300-SL-Flügeltürers.
(Bild: Dominsky – VCG)

Zum 24. Mal öffnete die Retro Classics in diesem Jahr vom 27. Februar bis 2. März im Stuttgarter Messezentrum ihre Tore. Und damit ganze zwei Monate früher als im Jahr zuvor. Das machte Ausstellern sowie Interessierten und Fans der Veranstaltung aber offenbar nichts aus – man ist flexibel. Auch dass es dieses Mal sieben statt sechs Hallen waren, die in erster Linie mit rollendem Kulturgut gefüllt sein sollten, war eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Ob es diese beiden Fakten waren, die für ein Plus an Besuchern sorgten, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Macher jedenfalls freut‘s. Sie sprechen von einem „grandiosen Fahrkultur-Feuerwerk im Südwesten“ und einem „vollen Haus mit strömenden Besuchern“. Und zugleich von einem „starken Zuwachs“. Wie hoch dieser war, lässt sich nicht beziffern, denn für 2024 kolportierte die Retro Messen GmbH keine exakte Besucherzahl, sprach nur von „mehr als 70.000“. In diesem Jahr sollen es 77.000 gewesen sein.

Retro Classics 2025: Teil 1
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Wie in jedem Jahr und bei jeder Oldtimermesse gab es was zu feiern. Bei Porsche 40 Jahre 959 und 60 Jahre Targa, bei Opel 50 Jahre Opel Manta B, 50 Jahre Ascona B & 60 Jahre Kadett B. Bei Citroën zelebrierte man 70 Jahre DS und bei BMW ebenso viele Jahre 507. Am BMW-Clubstand konnte man immerhin vier der nur 254 gebauten Exemplare in Augenschein nehmen. Der zeigte dank seiner Größe eine Vielzahl weiterer toller Zeitzeugen auf vier Rädern der weiß-blauen Marke. Dasselbe gilt für Mercedes-Benz: Bei ihrer „Heimspielmesse“ waren die Stuttgarter dieses Mal – unabhängig davon, dass sie diverse Clubs bei deren Auftritt unterstützen – wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Andere Hersteller suchte man auf der Retro leider vergeblich. Dafür stellte die Alt-Opel-IG so viele Fahrzeuge auf ihrem Stand aus, wie vermutlich die Adam Opel AG in den 70ern nicht mal auf der IAA präsentierte: 31, um genau zu sein.

So viel Kulinarik wie noch nie

Zahlreiche Fahrzeuge gab es auch im Rahmen der Sonderschau „Der American Way of Drive“ zu sehen. Genauer ansehen konnte man sich die zahlreichen Ikonen US-amerikanischer Autobaukunst jedoch nicht: Sie standen allesamt hinter Absperrbändern wie in so manchem Museum. Gleiches galt, jedoch verschmerzbar, für die Aston-Martin-Neuwagenausstellung im Atrium im Eingangsbereich. Nicht mal einen Alibi-Oldtimer hatten die Verantwortlichen hier platziert – traurig. Generell fiel der hohe Anteil an sehr jungen Fahrzeugen auf. Und, wie auch bereits im letzten Jahr, die immer noch sichtbaren Freiflächen zwischen den Ständen, die extrem breiten Gänge und auch der viele Platz, über den so mancher Aussteller verfügte.

Außerdem stach die in diesem Jahr stark gestiegene Zahl an Ständen ins Auge, die nichts mit Oldtimern, und auch nichts mit Strandkörben, Gold- und Silberbarren oder Schaffellen zu tun hatten. Nicht, dass der geneigte Oldtimerfan im Rahmen ganztägigen Besuchs einer Messe nicht auch irgendwann Hunger verspürt, und nicht, dass er nicht auch das kulinarische Angebot außerhalb typischer Messe-Restaurants zu schätzen weiß. Aber die diesjährige Auswahl an Imbissbuden, Foodtrucks und „Fressständen“ war derart üppig, dass es auffiel. Das galt im erhöhten Maße für die zahlreichen Stände, die Lebensmittel offerierten, die nicht wirklich zum sofortigen Verzehr gedacht waren. Ein halbes Dutzend Stände mit Käse (selbst auf der Empore von Halle 1!), dazu solche mit Salami, Oliven, Tiroler und sonstigen Spezialitäten sind eine tolle Sache auf einer Verbraucher- oder Touristikmesse. Auf einer Oldtimerveranstaltung haben sie in einer derartigen Vielfalt nichts verloren. Und so reifte beim diesjährigen Besuch der Retro Classics der Eindruck, dass die notwendigen Änderungen am Konzept, damit die Messe auch künftig für Aussteller wie Besucher attraktiv bleibt, offenbar in eine „andere“ Richtung gehen. Und dass die gegenüber dem Vorjahr zusätzliche Halle de facto nur auf dem Papier existierte.

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