Unfallschadenregulierung Allianz setzt auf Gebrauchtteile in der Reparatur

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Als Reaktion auf die explodieren Kosten in der Unfallreparatur will die Allianz-Versicherung nun im großen Stil Gebrauchtteile nutzen. In dem Schritt sieht der Versicherer zudem einen gesellschaftlichen Nebeneffekt.

Die Allianz-Versicherung will künftig Gebrauchtteile für die Reparatur von Unfallschäden einsetzen – um Kosten zu sparen und nachhaltiger zu werden.(Bild:  »Fahrzeug+Karosserie«/ Schweitzer)
Die Allianz-Versicherung will künftig Gebrauchtteile für die Reparatur von Unfallschäden einsetzen – um Kosten zu sparen und nachhaltiger zu werden.
(Bild: »Fahrzeug+Karosserie«/ Schweitzer)

Die Kfz-Versicherung der Allianz lässt Autos künftig in Deutschland mit gebrauchten Ersatzteilen reparieren. Das soll sowohl umweltfreundlicher als auch günstiger sein. Dafür in Frage kommen demnach Fahrzeuge im Alter zwischen drei und acht Jahren. Der Münchner Dax-Konzern und größter deutscher Versicherer verwies auf England, die Niederlande und Frankreich, wo es bereits seit einigen Jahren Vorgaben zur Förderung wiederverwendbarer Teile in Kfz-Werkstätten gebe.

„Alle Expertinnen und Experten sind sich einig: Reparieren ist nachhaltiger, als Neuteile einzusetzen“, sagte Frank Sommerfeld, der Chef der Allianz Versicherungs-AG, die das Sachversicherungsgeschäft in Deutschland betreibt. Quelle der Ersatzteile sollen Autos mit Totalschäden sein, die bislang häufig zum Ausschlachten ins Ausland verkauft werden.

Nutzen will die Allianz Teile wie Türen, Front- und Heckklappen, aber auch Spiegel, Scheinwerfer oder Rückleuchten. „Sicherheitsrelevante Teile wie Lenkungen, Achsteile oder Räder werden nicht verwendet“, sagte Sommerfeld.

Erhebliche Kostenreduzierung

Als Beispielrechnung führte der Manager die Reparatur der Windschutzscheibe eines VW ID.3 an, bei der der Verzicht auf eine neue Scheibe demnach 1.200 Euro weniger kostet. Die CO2-Emissionen wären in diesem Beispielfall laut Allianz Zentrum für Technik nahezu hundert Prozent niedriger. Dies liegt daran, dass bei der Produktion von Autoteilen Treibhausgase entstehen, die beim Einbau eines gebrauchten Ersatzteils naturgemäß nicht noch einmal anfallen.

Die deutschen Kfz-Versicherer leiden seit Jahren unter steigenden Kosten, die zu einem beträchtlichen Teil durch die hohen Preise neuer Ersatzteile verursacht sind. Da die Einnahmen derzeit die Kosten nicht mehr decken, erwartet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft für dieses Jahr ein neuerliches Milliardendefizit der Versicherungsbranche in der Autosparte.

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