Batterietests SoH-Ermittlung auf neuen Wegen

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Der Batterie-Schnelltest von Dekra basiert derzeit auf einer kurzen Beschleunigungsfahrt. Künftig wollen die Stuttgarter zwei weitere Methoden anbieten, um den Gesundheitszustand einer Hochvoltbatterie zu ermitteln.

Stefan Böckmann von Dekra stellte auf dem Deutschen Remarketing-Kongress neue Testverfahren für Hochvoltbatterien vor.(Bild:  Stefan Bausewein)
Stefan Böckmann von Dekra stellte auf dem Deutschen Remarketing-Kongress neue Testverfahren für Hochvoltbatterien vor.
(Bild: Stefan Bausewein)

Nachdem mit dem Battery Quick Check von TÜV Rheinland und Twaice ein Anbieter von Batterie-Schnelltests für E-Autos das Feld geräumt hat, macht aktuell nur noch die Prüforganisation Dekra dem allgegenwärtigen Platzhirschen Aviloo mit einem eigenständigen und herstellerunabhängigen Testkonzept Konkurrenz. Der Batterie-Schnelltest, der auf einer statischen und einer dynamischen Untersuchung beruht, ist aktuell für rund 140 Fahrzeugmodelle erhältlich.

Und die Stuttgarter wollen ihr Angebot sogar noch ausbauen. Im Laufe des Jahres sollen zwei weitere Untersuchungsverfahren für den State of Health einer Antriebsbatterie auf den Markt kommen, wie Stefan Böckmann, Produktmanager Gebrauchtwagen-Management bei der Dekra Automobil GmbH, Ende Februar auf dem Deutschen Remarketing-Kongress in Würzburg verriet.

Als künftige „Einstiegsvariante“ will Dekra den vom Batteriemanagementsystem des Fahrzeugs bereitgestellten SoH-Wert auslesen und dem Nutzer bereitstellen. Diese Methode soll ab April dieses Jahres verfügbar sein und bietet die Möglichkeit einer schnellen Kontrolle, beispielsweise bei der Gebrauchtwagenannahme. Allerdings sind die von den Autoherstellern bereitgestellten SoH-Werte nicht markenübergreifend vergleichbar und teilweise auch mit großen Toleranzen behaftet.

Innenwiderstandsmessung während Ladevorgang

Genauer ist eine echte Messung beispielsweise des Innenwiderstands – so wie sie beim bisherigen Batterie-Schnelltest von Dekra während einer kurzen Beschleunigungsfahrt vorgenommen wird. Für diese braucht der Anwender jedoch ein ausreichend großes Betriebsgelände oder ein Stück freier Straße; beides ist nicht bei jedem Kfz-Betrieb oder in jeder Prüfstelle gegeben. Deshalb entwickelt Dekra aktuell ein weiteres Testverfahren, bei dem ebenfalls der Innenwiderstand gemessen wird, allerdings während eines Ladevorgangs. Anders als beim bisherigen Battery Quick Check des TÜV Rheinland muss dafür das Auto aber nicht bis zu 90 Minuten an der Wallbox hängen, sondern es reicht eine kurze Pulsbelastung aus. Dekra verspricht Ergebnisse innerhalb von 15 Minuten – also ebenso schnell wie beim bisherigen Testverfahren mit der Beschleunigungsfahrt.

Eine weitere Institution, die sich mit der Bewertung von Hochvoltbatterien befasst, ist die CARA (Car Remarketing Association Europe), ein Verband von großen Playern aus dem Gebrauchtwagengeschäft. CARA-Mitglieder sind beispielsweise große Autohandelsgruppen, Flottenbetreiber, Auto-Auktionshäuser oder auch Sachverständigenorganisationen. CARA entwickelt zwar keine eigenen Batterietests, zertifiziert aber die Methoden von Testanbietern und hat dafür ein eigenes Bewertungsschema entwickelt („CARA Approved Battery Health Check“). Derzeit sind der Flashtest von Aviloo sowie der Moba (Frankreich) und PKC (Italien) CARA-approved. Der Dekra-Batterie-Schnelltest ist es nicht, obwohl Dekra CARA-Mitglied ist. Das liegt daran, dass der Verband in seinen Vorgaben für den sogenannten Basic-Test eine Belastung der Batterie durch Laden oder Entladen beziehungsweise durch eine Probefahrt ausgeschlossen hat.

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