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Kosten- und Erlösentwicklung
Ohne zusätzliches Personal, dass wiederum eine Kostensteigerung mit sich bringt, wirken sich dauerhafte Überlastungen auf die Gesundheit und Mitarbeiterzufriedenheit aus. „Hier wird deutlich, wie wichtig die erzielten Margen auf Lack und Ersatzteile für die Unternehmen sind“, so Pinto. Hierdurch würden die niedrigen Stundenverrechnungssätze zum Teil subventioniert. Das zeige wiederum, dass hohe Provisionszahlungen auf Ersatzteile eine negative Entwicklung auf den betrieblichen Erfolg hätten. Jeder Euro fehlender Ersatzteilmargen muss über den Stundenverrechnungssatz erwirtschaftet werden. In vielen Fällen relativiert sich ein vermeintlich hoher Stundenverrechnungssatz bei genauerer Betrachtung.

Kooperatives Schadenmanagement sähe anders aus. Dabei sollten ausreichende Stundenverrechnungsätze selbstverständlich sein, die die Betriebe in die Lage versetzten, aus ihrer Arbeitsleistung Gewinne zu erwirtschaften. „Auch die Rabattstrukturen bei Flotte und Leasing wirken
sich negativ auf die Rentabilität aus. Der vermeintlich hohe Stundenverrechnungssatz erscheint nach Abzug aller Rabatte und Provisionen in einem eher dunkleren Licht“, ergänzt Pinto. Künftig sollten keine günstigen Versicherungspolicen zu Lasten der Werkstätten angeboten werden. Schon lange wäre es notwendig, diese an die Komplexität der Fahrzeugtechnik anzupassen und den Betrieben in der Schadensteuerung eine nachhaltige Unternehmensführung zu ermöglichen.
Bei einigen Schadensteuerern sei dieser Trend hinsichtlich ihrer Bereitschaft zur adäquaten Anpassung der Stundenverrechnungssätze noch nicht angekommen. Die Sicherung von Marktanteilen scheint dort wichtiger zu sein. Solidarität sehe anders aus.
Dementsprechend schlecht ist die Stimmung bei den Betriebsinhabern. Die Zukunftsaussichten trüben sich zunehmend und sie erwarten eine Verschlechterung der betrieblichen Entwicklung. Für die Betriebsinhaber hat die Bedeutung der Schadensteuerung seit Jahren einen großen Stellenwert und spielt für die strategische Ausrichtung eine bedeutende Rolle. Aber auch dieser Wert hat eingebüßt und erreicht laut BVdP den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre.
„Kooperatives Schadenmanagement ist keine Einbahnstraße! Die Betriebe leisten jeden Tag hervorragende Arbeit und stellen sicher, dass die sichere Mobilität in Deutschland erhalten bleibt“, fügt Pinto an. Eine Zufriedenheitsquote nahezu 100 Prozent zeige, dass auch die Kundenerwartungen voll erfüllt würden.
„Wenn wir sicherstellen wollen, dass Schadensteuerung auch morgen noch funktioniert, ist es wichtig, jetzt die Weichen richtig zu stellen. Die Betriebe müssen in der Lage sein, Ihren Mitarbeitern für einen sehr anspruchsvollen Beruf einen auskömmlichen Lohn zu zahlen. Sie müssen in der Lage sein, wichtige Investitionen zu tätigen, um dem technischen Fortschritt bei der Fahrzeugtechnik mitzugehen“, erläutert der Geschäftsführer. Die Entwicklungen der letzten Monate hätten die Situation noch weiter verschärft. Die Rahmenbedingungen hätten sich unter Corona verändert und erforderten eine zusätzliche Berücksichtigung. Auch die Marktgegebenheiten wie nachhaltiges Personalmanagement, Investitionen in die Zukunft und der Qualifizierungsaufwand für Mitarbeiter müssten im Stundenverrechnungssatz berücksichtigt werden. „Es ist höchste Zeit, gemeinsam mit allen Marktteilnehmern die Zukunft der Schadensteuerung mit Weitblick zu planen“, resümiert Pinto
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