Umfrage Jeder fünfte Stadtbewohner verzichtet auf eigenes Auto

Redakteur: Lena Sattler

Viele Deutsche sind in den letzten Jahren aus Klimaschutzgründen auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umgestiegen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage gibt es jedoch große Unterschiede zwischen Stadt und Land.

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In Großstädten fahren 54 Prozent der Befragten wenn möglich mit dem Fahrrad. In Kleinstädten sind es zehn Prozent weniger.
In Großstädten fahren 54 Prozent der Befragten wenn möglich mit dem Fahrrad. In Kleinstädten sind es zehn Prozent weniger.
(Bild: BMVI)

Vier von zehn Deutschen haben ihr Mobilitätsverhalten zugunsten des Klimaschutzes geändert. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.004 Personen ab 18 Jahren ergeben. „In großen Teilen der Bevölkerung gibt es eine große Bereitschaft, individuelles Mobilitätsverhalten für den Klimaschutz zu verändern “, sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband.

13 Prozent der Befragten verzichten bewusst auf ein eigenes Auto. Unterschiede zeigen sich hier vor allem zwischen Stadt und Land: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern verzichten 21 Prozent auf einen privaten Pkw, in kleineren Städten und Gemeinden sind es nur acht Prozent.

Viele nutzen das Fahrrad

Bei anderen Verkehrsmitteln sieht es ähnlich aus. In Großstädten fahren 54 Prozent der Befragten wenn möglich mit dem Fahrrad. In Kleinstädten sind es 44 Prozent. 38 Prozent der Großstädter nutzen für längere Strecken die Bahn im Gegensatz zu 21 Prozent auf dem Land und in Kleinstädten. 18 Prozent der Bewohner in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern setzen auf einen Mix aus öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad und Sharing-Diensten. Auf dem Land und in Kleinstädten sind es nur acht Prozent.

„Eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs verringert Lärm, Abgase, Unfälle und Staus. Viele Stadtbewohner werden aber erst dann auf ihren privaten Pkw verzichten, wenn alternative Mobilitätsangebote ähnlich flexibel, komfortabel und sicher sind“, sagt Goebelt. 92 Prozent halten einen deutlichen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für wichtig oder sehr wichtig, damit mehr Menschen auf einen eigenen Pkw verzichten – und 90 Prozent eine höhere Taktung von Bussen und Bahnen. 87 Prozent sagen, dass deutlich vergünstigte Ticketpreise auf maximal die Hälfte der aktuellen Preise im ÖPNV einen Anreiz böten.

Modernere Verkehrsinfrastruktur wichtig

Darüber hinaus ist eine Modernisierung der städtischen Verkehrsinfrastruktur notwendig: 79 Prozent glauben, mehr Menschen würden auf ihr Auto verzichten, wenn das Radverkehrsnetz deutlich besser ausgebaut wäre. 55 Prozent halten mehr autofreie Zonen für eine wesentliche Maßnahme. 52 Prozent wünschen sich eine höhere Verfügbarkeit von Carsharing-Fahrzeugen, auch über die Innenstadt hinaus.

Auf der anderen Seite sprechen sich nur 38 Prozent aller Befragten dafür aus, die Verkehrs- und Parkflächen für Autos zugunsten anderer Verkehrsmittel zu reduzieren. 49 Prozent der Menschen in Großstädten ist für eine Verringerung der Verkehrsflächen für alternative Verkehrsmittel. In kleineren Städten sind es 33 Prozent.

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