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Spies Hecker Margenverlust bei K&L-Betrieben

| Redakteur: Marion Fuchs

Realistische Vergleichswerte liefert der Profi-Club des Kölner Lackprofis mit seinem jährlichen Stimmungsbarometer. Die Betriebsvergleich-Zahlen für 2016 liegen nun vor.

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Versicherungs- und Leasinggesellschaften Stellten im vergangen Jahr das umsatzstärkste Segment dar.
Versicherungs- und Leasinggesellschaften Stellten im vergangen Jahr das umsatzstärkste Segment dar.
(Bild: Spies Hecker)

Umsatz, Stundenverrechnungssätze, Außenstände: Seine Kennzahlen im Blick zu behalten und regelmäßig auszuwerten, festigt die Position eines Unternehmers. Der Spies Hecker Profi-Club legte im Juli die Vergleichszahlen für das Jahr 2016 vor.

In den analysierten 113 Betrieben verzeichnete die Untersuchung eine leichte Steigerung des Umsatzes um 2,25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Besonders ab dem 3. Quartal konnte das Karosserie- und Lackierhandwerk mächtig an Fahrt gewinnen“, heißt es in dem Bericht. Der Material- und Wareneinsatz erhöhte sich in Relation zum Umsatz um 1,19 Prozent. Insgesamt bescheinigte die Auswertung der Analyse jedoch einen weiter schleichenden Margenverlust bei Karosseriematerial und Teilen.

Kennzeichnend für die Branche ist ein stetig wachsendes überproportionales Verhältnis von produktiven zu unproduktiven Mitarbeitern in den Betrieben: Kamen 2001 noch auf 8,1 produktive 2,8 unproduktive Mitarbeiter, so waren es 2016 ein Verhältnis von 9,5 produktiven zu 4,1 unproduktiven Mitarbeitern. Als Grund dafür nennt die Analyse eine gestiegene Anzahl an Aufträgen aus dem Schadenmanagement. „Branchenexperten weisen darauf hin, dass durch dieses Auftragssegment in den Betrieben umfangreiche kostenlose Serviceleistungen und eine verhältnismäßig hohe Aufstockung unproduktiver Mitarbeiter notwendig werden“, erklärt Michael Wellnitz.

Stundenverrechnungssätze meist über 90 Euro

Der durchschnittliche Stundenverrechnungssatz im Lack ist 2016 gegenüber dem Vorjahr in allen Kundensegmenten um jeweils mehr als 2 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei Autohaus- und Werkstattkunden bei 91,24 Euro, bei Privatkunden bei 91,92 Euro und bei Versicherungs- und Leasinggesellschaften bei 92,95 Euro. In der Karosserie lag der Stundenverrechnungssatz zwischen 88,16 (Privatkunden) und 88,91 (Versicherungs- und Leasinggesellschaften). Trotz des erhöhten Stundensatzes bei letztgenannter Kundengruppe konnte hier laut Betriebsvergleich keine Umsatzsteigerung erzielt werden, was ebenfalls auf einen hohen Verwaltungsaufwand und kostenlose Serviceleistungen durch die Betriebe zurückzuführen ist.

Umsatzstärkste Kundengruppen

Aller Defizite zum Trotz: die Kundengruppe der Versicherungen und Leasinggesellschaften bleiben laut dem Profi-Club Betriebsvergleich die umsatzstärkste. Hier gab es im Vergleich zum Vorjahr laut der Analyse kaum Bewegung. Und auch die Umsatzzahlen des Schadenmanagements verhielten sich in etwa auf dem gleichen Niveau. „Unternehmensberater empfehlen daher, sich unabhängig von schwankender Auslastung aufzustellen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, indem sie sich durch ein weiteres Standbein breiter positionieren“, führt Michael Wellnitz aus.

Gestiegene Personalkosten

Die Personalkosten der Mitarbeiter sind im Jahr 2016 um 1,89 Prozent gestiegen und liegen bei 37,57 Prozent vom Umsatz im Gesamtjahr 2016. Ursache für die Erhöhung sind unter anderem die gestiegenen Lohnnebenkosten. Als Faustregel gilt: Die kritische Grenze der Kennziffer Personalkosten liegt im Karosserie- und Lackierhandwerk bei durchschnittlich 40 Prozent. Diese sollte nicht überschritten werden.

Die Summe der Außenstände in den Betrieben ist im Vergleich zu 2015 um 8,67 Prozent gestiegen und belief sich 2016 pro Betrieb im Durchschnitt um 89.178,03 Euro. Der kleinste offene Posten war 662,85 Euro, der größte 715.829 Euro. „Hohe Außenstände wirken sich negativ auf die Liquidität des Betriebes aus“, betonte Michael Wellnitz. Nach Erfahrungen von Branchenexperten sollten die Außenstände im Betrieb einen Monatsumsatz nie übersteigen. Sinnvoll ist es für Unternehmer daher, Rechnungen zeitnah auszustellen und offenen Posten streng zu überwachen.

Kostenschraube Energie

Ein großer Posten in den Betriebskennzahlen sind die Raumkosten. Diese beliefen sich 2016 auf 79.009,28 Euro. Verantwortlich dafür sind die darin enthaltenen Energiepreise, die ab dem ersten Quartal 2016 bis zum Jahresende kontinuierlich angestiegen sind. Michael Wellnitz empfiehlt Betrieben, sich unabhängiger von Ressourcen wie Heizöl aufzustellen. „Der Verbrauch kann beispielsweise reduziert werden, indem die Gebäudehülle gedämmt oder indem mit erneuerbaren Energien geheizt wird“, führt er aus.

„Beratung und Unterstützung rund um die Energie erhalten Mitglieder direkt beim Profi-Club. Darüber hinaus können sie seit kurzem von unserer Kooperation mit dem Energiedienstleister wattline profitieren und dadurch Kosten einsparen“, unterstreicht Michael Wellnitz. Der Vorstandsvorsitzende betont die Vorteile, die der Profi-Club Karosserie- und Lackierbetrieben bringt – sei es bei Energiekosten- oder Fördermittelberatung, in Rechtsfragen, bei der Vermittlung von Wissen durch Seminare oder von Branchentrends durch die Themenforen.

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