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GVA Herausforderungen für die Kfz-Teilebranche

| Redakteur: Marion Fuchs

Der Kongress des Hannoveraner Gesamtverband Autoteile-Handel bietet Einblicke in Themen des Kfz-Ersatzteil- und Servicemarktes und schaut hierbei über den „Tellerrand“ des Alltagsgeschäfts.

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GVA-Präsident Hartmut Röhl eröffnete den Kongress 2019.
GVA-Präsident Hartmut Röhl eröffnete den Kongress 2019.
(Bild: GVA)

Der diesjährige Kongress des Hannoveraner Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) bot den rund 290 Teilnehmern interessante Einblicke in verschiedene Themen des Kfz-Ersatzteil- und Servicemarktes. Die renommierten Referenten beschäftigten sich in ihren Vorträgen insbesondere mit unternehmerischen Aspekten und wettbewerbspolitischen Perspektiven der Branche.

Die Unternehmen des Kfz-Aftermarket stehen vor großen Herausforderungen. Die Technik in den Fahrzeugen entwickelt sich in rasantem Tempo, ebenso die Teilesortimente. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen der Kunden, tradierte Vertriebswege wandeln sich, neue sind im Entstehen. Damit verbunden treten innovative Newcomer in die Automobilwirtschaft und in den Kfz-Aftermarket ein und treffen auf die etablierten „Platzhirsche“. GVA-Präsident Hartmut Röhl sagte zur Eröffnung des Kongresses: „Es gibt sicher nicht den einen Königsweg, um den aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Eines ist aber gewiss: Alle Unternehmen werden von dem derzeit stattfindenden Wandel in der ein oder anderen Form herausgefordert, der fachliche Austausch mit den Kollegen und Wegbegleitern in der Branche kann daher sicher ebenso unterstützen wie das interessante Vortragsprogramm des diesjährigen GVA-Kongresses.“

Bill Dickman, 2hm Forum, stellte in seinem Auftaktvortrag die Ergebnisse einer E-Commerce Studie vor, die im Auftrag von VREI/AAMPACT erstellt worden war. Der Vertriebskanal Online birgt zahlreiche Chancen, wie Dickman aufzeigte.

Datenkompetenz als Schlüsselressource

Gero Becker von der IfH Köln GmbH konnte inhaltlich daran anknüpfen. In seinem Referat formulierte er Thesen zu zukunftsfähigen Geschäftsmodellen im Autoteile-Handel. Eine Umfrage unter GVA-Mitgliedern hatte ergeben, dass 81 Prozent der Ansicht sind, dass sich das Wettbewerbsumfeld im Kfz-Ersatzteilmarkt durch die Digitalisierung grundlegend verändert. Einigkeit herrscht unter den Unternehmen darüber, dass Datenkompetenz zur Schlüsselressource für nahezu jedes Geschäftsmodell werden wird. Rund drei Viertel der Befragten erwarten Umsatzverlagerungen in die digitalen Kanäle.

Die Änderungsprozesse infolge der Digitalisierung betreffen nicht nur den Markt selbst, sondern haben ebenso einen Einfluss auf die Anforderungen an die Wettbewerbspolitik und das Wettbewerbsrecht. Eberhard Temme vom Bundeskartellamt skizzierte in seinen Ausführungen Überlegungen der deutschen Wettbewerbsbehörde in Bezug auf drängende Fragen des Digitalzeitalters.

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Die „Aftermarket-GVO“ und die „Vertikal-GVO“ zählen zu den wichtigsten rechtlichen Instrumenten, die den Wettbewerb im Markt für Kfz-Ersatzteile und Serviceleistungen regulieren und ordnen. Wenngleich die GVO noch bis Mai 2023 gilt, stehen die Regeln bereits jetzt auf dem Prüfstand. RA Dr. Thomas Funke, Sozietät Osborne Clarke, resümierte die „Aftermarket-GVO“ und zeigte auf, welche wettbewerbspolitischen Leitplanken angesichts eines sich ändernden Umfelds für die Branche wichtig bleiben bzw. werden.

Gerade vor dem Hintergrund von vielfältigen Veränderungen im Markt und in den Unternehmen, ist es wichtig, die eigenen Mitarbeiter und die Kunden „mitzunehmen“. Petra Sammer von strategies/stories/trends schloss daher den GVA-Kongress 2019 mit dem Vortrag „Kino im Kopf – Mit Storytelling Kunden, Mitarbeiter und Meinungsbildner begeistern“ ab.

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