Dekra Hohes Unfallrisiko durch menschliche Fehler

Redakteur: Lena Sattler

Eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts zeigt, dass vor allem Fahranfänger und Senioren einen großen Teil der Verkehrsunfälle verursachen. Verschiedene Maßnahmen sollen das besser verhindern.

Firma zum Thema

Die Dekra-Zentrale in Stuttgart.
Die Dekra-Zentrale in Stuttgart.
(Bild: Thomas Kueppers/Dekra)

Bei Unfällen im Straßenverkehr spielt der Mensch eine zentrale Rolle: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben Fahrzeugführer 2019 in Deutschland 88,2 Prozent der Unfälle mit Personenschaden verursacht. Knapp 65 Prozent entstanden durch Pkw-Fahrer. Wie der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra) mitteilte, stellen besonders junge Fahrer und Senioren ein Risiko dar. Es gibt jedoch Unterschiede bei der Art des Fehlverhaltens.

(Bild: Dekra)

Der Dekra Verkehrssicherheitsreport 2021 „Mobilität im Alter“ zeigt, dass Fehlverhalten im Straßenverkehr bei Menschen ab 65 Jahren oft mit nachlassender Beweglichkeit und verlangsamten Reaktionszeiten zusammenhängt. Sie verursachen die meisten Unfälle durch Vorfahrt- bzw. Vorrangmissachtung. Das führt zu Fehler beim Abbiegen und zu zu geringem Abstand. Bis 65 Jahren ist der Anteil der Männer, deren Fehler zu Unfällen führt, deutlich höher als der der Frauen. Danach gleicht sich das Verhältnis an. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind häufig nicht angepasste Geschwindigkeit und zu geringer Abstand die Unfallursachen.

Fehler gegenüber Passanten und Radfahrern steigen im Alter

Komplexe Verkehrssituationen sind mit steigendem Lebensalter eine Herausforderung. Das gilt insbesondere für Vorfahrts- und Vorrangverletzungen außerorts und auf Autobahnen. Hier verursachten 2019 knapp zehn Prozent der 18- bis 24-Jährigen Unfälle, und Menschen ab 75 Jahren etwa 25 Prozent. Im Gegensatz dazu war die Zahl der 18- bis 24-jährigen Unfallverursacher durch nicht angepasste Geschwindigkeit bei rund 30 Prozent. Bei den ab 75-Jährigen waren es nur knapp zehn Prozent.

Auch innerorts steigt das Fehlverhalten gegenüber Radfahrern und Fußgänger mit zunehmendem Alter. „Maßnahmen für eine sichere Mobilität im Alter mit dem Pkw müssen daher primär bei den komplexen Verkehrssituationen ansetzen“, sagt Dekra Unfallforscher Markus Egelhaaf. Eine Anpassung der Infrastruktur und Assistenzsysteme im Fahrzeug sollen hier helfen.

Ältere Menschen oft in komplexen Situationen überfordert

Jedoch entstehen viele dieser Unfälle bei Senioren durch körperliche oder gesundheitliche Einschränkungen. Wenn die Beweglichkeit im Alter nachlässt, kommt es unter anderem zu Problemen beim Schulterblick. Zusätzlich haben die Senioren oft längere Reaktionszeiten, die oftmals durch Medikamenteneinfluss verstärkt werden. Außerdem ist der Mensch im Alter zunehmend häufiger mit komplexen Verkehrssituationen überfordert. Dazu zählen zum Beispiel unübersichtliche Kreuzungen, das Abbiegen oder das Zusammentreffen mit Radfahrern oder Fußgängern.

(ID:47491111)