Management Ordnung in der Werkstatt – wie geht das?

Redakteur: Peter Diehl

Mit dem Werkstattsystem Identica unterstützt der Lackhersteller Axalta seine Partnerbetriebe bei der Prozessoptimierung. Dabei sind Sauberkeit und Ordnung kein Tabuthema.

Firma zum Thema

Das Lager eines Karosserie- und Lackbetriebs nach der Prozessoptimierung durch Identica.
Das Lager eines Karosserie- und Lackbetriebs nach der Prozessoptimierung durch Identica.
(Bild: Axalta)

Man könnte meinen, aufgrund des ständigen Termin- und Kostendrucks fehlt es Karosserie- und Lackbetrieben an der Zeit, im eigenen Unternehmen Prozesse zu analysieren und zu verbessern. Doch das ist ein Denkfehler, denn: Verbesserungen mindern diesen Druck. Mitunter bedarf es auch eines Blicks von außen, der durchaus professionell sein darf. Beim Werkstattsystem Identica des Lackherstellers Axalta hat man das erkannt und hilft den Partnerbetrieben, ihre Prozesse zu optimieren, auch mit Hilfe von Lean Management. „Beim Lean Management geht es darum, die Durchlaufzeiten der Fahrzeuge zu verringern, Lauf- und Suchwege zu verkürzen, Material und Werkzeuge schneller zu finden, beim Lackieren weniger nacharbeiten zu müssen. Ein immer wiederkehrendes Thema dabei ist Sauberkeit und Ordnung“, weiß Identica-Systemberater Ralf Rupprecht.

Gemeinsam mit dem Betriebsinhaber wird jeder Unternehmensbereich durchleuchtet – vom Parkplatz über die Annahme bis zur eigentlichen Werkstatt. „Meistens gibt es genau hier, in der Lackiererei, die meisten Schwachstellen und Potenziale. Zum Beispiel hat einer unserer Partnerbetriebe eine 60 Meter lange Halle, in der sich vorne die Werkbank mit Werkzeugen befand, die Hauptarbeitsplätze waren 30 Meter entfernt. Das ist natürlich nicht effektiv. Inzwischen liegen die Werkzeuge bei den Arbeitsplätzen – perfekt strukturiert und sortiert. So etwas fällt einem selbst oft nicht auf“, sagt Ralf Rupprecht.

Die 5S-Methode hilft bei der Umsetzung

Nächster Schritt ist das Anwenden der 5S-Methode: sortieren, systematische Reinigung, simplifizieren, standardisieren und sich daran halten. Ralf Rupprecht: „Es kommt vor allem auf die interne Kommunikation an, dass wirklich alle Mitarbeiter mit einbezogen werden, damit sie wissen, was zu tun ist und es auch verstehen. Und dass der Austausch auch weiterhin bestehen bleibt. Dies betrifft sowohl den Praktikanten als auch den Fahrer und Lackierer, aber genauso den Betriebsinhaber.“

Am Ende steht das, was sich mit Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) umschreiben lässt. Empfehlung: KVP-Treffen täglich in kleiner Runde, zudem einmal wöchentlich oder nach Bedarf mit dem gesamten Team. Abläufe sollen besprochen, Feedback gegeben und Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. Begleitend stattet Identica Partnerbetriebe mit Unterlagen aus, beispielsweise Lean-Management-Vorlagen und Richtlinien, die sich in der Praxis bewährt haben, etwa Reinigungspläne.

Ralf Rupprecht fasst zusammen: „Wichtig für die Betriebe ist es zu wissen, dass sie von da an überwiegend eigenständig an der Umsetzung arbeiten. Lean Management ist nie wirklich abgeschlossen und täglich eine neue Herausforderung. Und wenn noch keine Besserung festzustellen ist, dann heißt es konsequent dranbleiben – es lohnt sich.“

Übrigens vergleicht Ralf Rupprecht Werkstätten mit Kinderzimmern. Denn auch beim Ordnen von Holz- und Plastikbausteinen, Spielfiguren und Plüschtieren geht es letztlich um Prozessoptimierung und Lean Management.

(ID:47490038)