Schwerlasttransport Parcour für Rotorblätter

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

45 Kilometer Strecke, geschützte Vegetation und enge Kurven. Wie Schwerlastlogistiker Giganten durch schwieriges Gelände manövrierten.

86 Meter lang: Die Rotorblätter des Typs E-175 EP5 E1 stellen höchste Anforderungen an Transportlogistik und Streckenplanung.(Bild:  TII-Group)
86 Meter lang: Die Rotorblätter des Typs E-175 EP5 E1 stellen höchste Anforderungen an Transportlogistik und Streckenplanung.
(Bild: TII-Group)

Beim Windpark Bad Berleburg transportierten Schwerlastlogistiker 60 Rotorblätter zum Einsatzort. Jedes Blatt misst 85,85 Meter. Drei Plattformwagen Scheuerle Blade-Lifter brachten die Bauteile über eine 45 Kilometer lange Strecke zur Baustelle.

Die Logistiker teilten die Route in drei Etappen auf: 25, 12 und 8 Kilometer. In den ersten beiden Abschnitten zogen Zugmaschinen die Blade Lifter. Auf der letzten Etappe fuhren die Systeme selbstständig. Die Transporte erreichten im gezogenen Betrieb eine Länge von bis zu 103 Metern. Im selbstfahrenden Modus waren es 96 Meter. Je nach Strecke stellten die Teams die Rotorblätter in einem Winkel zwischen 21 und 46 Grad auf.

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Die Route stellte nach Angaben der Beteiligten hohe Anforderungen: Enge Serpentinen wechselten sich mit Unterführungen ab. Die Transporte passierten Ortsdurchfahrten und ein Aquädukt entlang einer ehemaligen Bahntrasse. Zahlreiche Bäume entlang der Strecke standen unter Schutz und durften nicht gefällt werden. „Die Herausforderung liegt vor allem in der Kombination aus anspruchsvoller Strecke und wechselnden Bedingungen. Enge Kurven, unterschiedliche Höhenlagen sowie Witterungseinflüsse wie Wind und Nebel erfordern jederzeit volle Kontrolle über das Rotorblatt", sagt Björn Feddermann. Er arbeitet als Global Logistics Project Manager für Self-Propelled Modular Transporter im Team Enercon SPMT & Cranes.

Durch das gezielte Anheben der Rotorblätter konnten Hindernisse wie Bäume überwunden werden, ohne Eingriffe in die Vegetation vorzunehmen. Das System ermöglicht laut Scheuerle Aufstellwinkel von bis zu 60 Grad. Innerhalb des Windparks mussten die Teams Steigungen von 12 bis 16 Prozent bewältigen. Wind und Nebel erschwerten die Arbeit. Zu Projektbeginn kamen winterliche Verhältnisse mit Schnee und Eis hinzu. Die Transporte erfolgten sowohl tagsüber als auch nachts.

Insgesamt waren drei Blade Lifter im Einsatz: Zwei Systeme wurden vom Schwerlastlogistiker Steil Kranarbeiten betrieben, ein weiteres von Enercon. „Solche Transporte funktionieren nur als Teamleistung. Mit drei parallel eingesetzten Blade Liftern war die Abstimmung zwischen den Teams entscheidend", sagt Manuel Eck, Projektleiter bei Steil Kranarbeiten. Die Koordination umfasste auch Transporte von Turmsegmenten sowie die Abstimmung mit behördlichen Anforderungen wie BF4-Begleitfahrzeugen und polizeilicher Absicherung.

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