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DA Direkt Smartphone ist eine unterschätze Gefahr

Redakteur: Marion Fuchs

Nach einer vom Bonner Direktversicherer in Auftrag gegebenen bundesweiten und repräsentativen Studie verursacht Ablenkung jeden zehnten Unfall auf Deutschlands Straßen. Sensibilisierung und Aufklärung sind notwendig.

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Die stärkste Ablenkung insgesamt geht vom Smartphone aus.
Die stärkste Ablenkung insgesamt geht vom Smartphone aus.
(Bild: DA Direkt)

Alkohol, Drogen, Müdigkeit und zu schnelles Fahren – das sind Unfallursachen, die in der öffentlichen Wahrnehmung überwiegen. Dabei verursacht Ablenkung auf Deutschlands Straßen jeden zehnten Unfall oder führt zu einer gefährlichen Situation. Ablenkung stellt statistisch gesehen eine ebenso große Gefahr dar, wie zu schnelles Fahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung.

Laut aktueller DA Direkt Statistik haben drei Ablenkungs-Faktoren einen signifikant hohen Einfluss darauf in einen Unfall oder in eine gefährliche Situation zu geraten: Dazu zählen die Nutzungshäufigkeit des Smartphones, eine gereizte Stimmung im Auto und die eigene Angst des Fahrers davor, dass andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellen. In Summe können so rund zwei Drittel (60%), der durch Ablenkung verursachten Unfälle erklärt werden.

Nicht überraschend belegen die Daten ebenfalls, dass mit jedem Jahr, das die Befragten älter werden, sie seltener in Unfälle oder gefährliche Situationen verwickelt sind. Anders ausgedrückt, je jünger, desto gefährlicher.

Mehr Ausstattung, mehr Ablenkung

Nach eigener Einschätzung sind über die Hälfte der deutschen Autofahrer häufig bis sehr häufig abgelenkt. Das Bewusstsein für die Gefahrenquelle Ablenkung ist wichtig, da die Studie überraschende Ergebnisse offenlegt: Bemerkenswert ist beispielsweise, dass die Ausstattung mit technischen Geräten, wie Bordcomputer oder Head-Up-Display, die den Fahrer entlasten sollen, ihn häufig eher ablenken.

Ursache Nr 1 bleibt das Smartphone

Aus der Untersuchung geht weiter hervor, dass die stärkste Ablenkung insgesamt vom Smartphone ausgeht - fast die Hälfte der Befragten nutzt es sehr häufig während der Fahrt (43%). In Deutschland gilt jedoch eindeutig per Gesetz: Das Telefonieren mit dem Smartphone am Ohr ist verboten. Sind Smartphone oder Navigationssystem in einer entsprechenden Halterung montiert, heißt es im aktuellen Gesetzestext, dass der Blick des Fahrers nur kurz auf dem Gerät verweilen darf, soweit es die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse erlauben. Interessant ist, dass laut Untersuchung jeder vierte Autofahrer (24%) während der Fahrt Google Maps auf dem Smartphone als Navigationssystem nutzt.

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Diverse Praxisbeispiele belegen die unzähligen Möglichkeiten, sich beim Autofahren ablenken zu lassen. Dabei werden Nebentätigkeiten sehr häufig unterschätzt: So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel (37%) der deutschen Autofahrer durch Podcasts und Hörbücher ablenkt ist. Auch das Flirten während der Fahrt lenkt jeden Zehnten ab (9%). Genauso häufig ist Essen oder Trinken während der Fahrt für die Ablenkung verantwortlich (11%). Auch das intensive Rauchen von E-Zigaretten sorgt für erhöhte Ablenkung.

Peter Stockhorst, Chef der DA Direkt Versicherung, zur Studie: „Die Gefahren, die von der Ablenkung im Straßenverkehr ausgehen, werden schlicht unterschätzt oder gar verkannt. Die Folge ist ein gesteigertes Unfallrisiko. Sensibilisierung durch fundierte Aufklärung ist der wichtigste Schritt für eine sichere Autofahrt. Es gilt aufzuzeigen, welche Ablenkungsfallen im Straßenverkehr und im Umgang mit Mitfahrern, smarter Technik und Nebentätigkeiten lauern. Hier setzt die bundesweite, repräsentative Online-Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung an.“

Bremsweg richtig einschätzen

Bereits wenige Sekunden Ablenkung haben starke negative Auswirkung auf die Konzentration am Steuer. Bei Tempo 80 legen Autofahrer in zwei Sekunden mehr als 40 Meter Wegstrecke zurück. Drei Sekunden bei 120Km/h bedeuten rund 100 Meter Blindfahrt. Auf die Frage ‚was meinen Sie, wie viel Strecke legen Sie in 3 Sekunden – blind für das eigentliche Verkehrsgeschehen – zurück?‘ zeigten sich in der Studie geschlechterspezifische Unterschiede. Bei einer durchschnittlichen Autobahnfahrt mit 120Km/h unterschätzten Frauen den tatsächlichen zurückgelegten Weg. Männer neigen dazu die Distanz zu überschätzen.

HintergrundinformationIn 2018 starben in Deutschland 3.275 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Laut den Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind dies 95 Todesopfer mehr als noch in 2017 (+3%). Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten nach zwei Jahren Rückgang wieder an. Weitere 396 000 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, das waren 5 706 Verletzte mehr als 2017 (+1,5 %).

www.da-direkt.de

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