ZKF-Branchentreff Nfz-Workshop Alternative Antriebe im Nutzfahrzeug

Rund um die Themen Elektro-, Gas-, und Wasserstoffantrieb drehte sich der heutige Workshop Nutzfahrzeuge im Rahmen des ZKF Branchentreff 2021.

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ZKF-Vizepräsident Claus Evels (l.) und ZKF Geschäftsführer Nutzfahrzeuge Dierk Conrad führten durch das Programm des Nfz-Workshops.
ZKF-Vizepräsident Claus Evels (l.) und ZKF Geschäftsführer Nutzfahrzeuge Dierk Conrad führten durch das Programm des Nfz-Workshops.
(Bild: Screenshot-ZKF Branchentreff)

Über regen Zuspruch freuten sich heute der ZKF-Vizepräsident und Ausschussvorsitzende Karosserie- und Fahrzeugbau, Claus Evels, und der ZKF-Geschäftsführer Nutzfahrzeuge, Dierk Conrad. Sie begrüßten über 150 Teilnehmer zum virtuellen Workshop Nutzfahrzeuge im Rahmen des ZKF-Branchentreff 2021.

Evels richtete seinen Dank an die Mitarbeiter des ZKF, die mit einfachsten Mitteln diesen Workshop mit einem hochkarätigen Programm zum Thema alternative Antriebe auf die Beine gestellt hätten. Hiermit verband er den Wunsch, dass die Sensibilität der ZKF-Mitglieder bezüglich der Zukunftsthemen im Nfz-Bereich erhöht werde. Zwar würde seitens der Betriebe immer wieder angeführt, dass die alternativen Antriebe von den Fahrzeugbaubetrieben noch relativ weit entfernt seien, aber das sei weit gefehlt. Fahrzeuge mit Elektro- und/oder LNG-Antrieb würden heute schon die Werkstätten anlaufen, berichtete Evels aus eigener Erfahrung. Dabei könne es durchaus vorkommen, dass der Betriebsinhaber nicht wisse, dass ein Fahrzeug mit einem Problem an der Ladebordwand über einen Gasantrieb verfüge. Das könne dazu führen, dass dieses Fahrzeug ohne die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende in der Werkstatthalle stehe. Das könne sich als fataler Fehler erweisen.

Auch die Fragen der Kunden nach alternativen Antrieben würden weiter ansteigen. Antworten zu solchen Fragen sollte der Nfz-Workshop liefern. Wie weit die E-Mobilität bzw. die Gasantriebe schon im Markt angekommen seien, erläuterte Dr. Joachim Damansky vom VDA. Der promovierte Ingenieur gab einen Überblick über die Marktentwicklung, über die Trends, die der VDA bei den alternativen Antrieben ausmacht, über die Entwicklungen der deutschen Automobilindustrie und die Pläne der Bundesregierung in Richtung der E-Mobilität. Dabei machte er deutlich, dass auch die Verbrennungsmotoren, insbesondere im Zusammenhang mit den alternativen Kraftstoffen, künftig noch eine Rolle spielen würden. Zudem seien die Emissionsziele nur erreichbar, wenn man in die Überlegungen auch die Fahrzeuge einbeziehen würde, die heute schon im Bestand sind.

Passend hierzu stellten die Zulieferer SAF Holland und BPW Bergische Achsen sowie der Fahrzeugbauer Orten ihre Nachrüst- bzw. Umrüstlösungen auf E-Antrieb vor. Die Referenten stellten dabei unterschiedliche Konzepte in der Nachrüstung vor und machten deutlich, dass sich ein solcher Umbau aufgrund der hohen Fahrzeugpreise auch bei etwas älteren Fahrzeugen durchaus lohnen würde. Darüber hinaus wurden auch neue Fahrzeuge, die den Fahrzeugbauern durchaus interessante Alternativen bieten, vorgestellt. Hierzu zählen der E-Ducato, elektrisch betriebene Iveco und ein von BPW in Zusammenarbeit mit einem japanischen Hersteller entwickeltes Fahrzeug. Diese Entwicklung ist so neu, dass Josha Kneiber von BPW hierfür noch keinen Markennamen nennen konnte. Der 7,5-Tonner ist für eine elektrische Reichweite von 200 Kilometern ausgelegt und bietet eine Nutzlast von rund 3.000 Kilogramm. Die Weltpremiere des Fahrzeugs ist für September 2021 vorgesehen, ab Januar 2022 sollen die ersten Fahrzeuge in die Auslieferung kommen.

Weitere Vorträge behandelten die betriebliche Praxis. Das Unternehmen Frank Fahrzeugbau in Leipzig beispielsweise stellte einen Hallenneubau speziell ausgelegt für Gasantriebe vor. Dabei berichtete er sehr detailliert, worauf der Betrieb bei einem Neubau achten sollte. Ullrich Weihe, Eggers Fahrzeugbau, berichtete, mit welchen Themen sich ein Betrieb auseinandersetzen muss, wenn er mit gasbetriebenen Fahrzeugen hantieren will. Und Michael Breuer, Technikreferent beim ZDK erläuterte die notwendigen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit HV- und gasbetriebenen Fahrzeugen.

Eine umfassende Berichterstattung zum Workshop Nutzfahrzeuge finden Sie in der »Fahrzeug+Karosserie«, Ausgabe 7/2021.

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Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Chefredakteur, Redaktion »Fahrzeug+Karosserie«