Azubi-Recruiting Trends Ist KI der bessere Ausbilder?

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Der Ausbildungsmarkt dreht sich: Während in den vergangenen Jahren viele Interessenten noch unter mehreren Angeboten auswählen konnten, befinden sich nun wieder die Arbeitgeber in der stärkeren Position. Das zeigt die Studie Azubi-Recruiting-Trends von u-form Testsysteme.

Für Azubis ist KI bereits ein fester Bestandteil der Ausbildung. (Bild:  u-form)
Für Azubis ist KI bereits ein fester Bestandteil der Ausbildung.
(Bild: u-form)

53 Prozent der Azubis denken, dass Künstliche Intelligenz Ausbildungsthemen „öfter“ oder „manchmal“ besser erklären kann als die eigenen Ausbilder. Im Hinblick auf die eigenen Lehrkräfte in den Berufsschulen finden das sogar 74 Prozent. Das ist ein Ergebnis der diesjährigen Studie Azubi-Recruiting Trends von u-form Testsysteme. An der Online-Umfrage haben in diesem Jahr 9.542 Azubis, dual Studierende und Schüler sowie 2.071 Ausbildungsverantwortliche teilgenommen.

85 Prozent der Azubis schätzen sich im Hinblick auf ihre eigenen KI-Kompetenzen als „sehr fit“ oder „eher fit“ ein. An einer KI-Weiterbildung haben allerdings nur 15 Prozent teilgenommen. Die Hälfte der Betriebe stellt keine Lernangebote zum Thema KI für Azubis bereit.

Kandidatenmarkt kollabiert

Im vergangenen Jahr hatte die Studie schon gezeigt, dass im Ausbildungsmarkt wieder stärker Arbeitgeber dominieren – der Kandidatenmarkt kollabiert. Dieser Trend verstärkt sich in diesem Jahr. Der 2026er-Studie zufolge erhält nur noch ein knappes Drittel der Azubi-Bewerbenden zwei oder mehr Ausbildungsangebote. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messreihe 2014. Gleichzeitig konnte jedoch ein Drittel der befragten Ausbildungsbetriebe 2025 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.

In diesem Jahr warfen die Studienverantwortlichen einen besonderen Blick auf das Thema Gesundheit: Drei Viertel der Ausbilder berichten, dass die Krankheitsfehltage ihrer Auszubildenden in den letzten fünf Jahren gestiegen sind. Die Hälfte glaubt, dass sich die eigenen Azubis „oft" oder „manchmal" krankmelden, ohne krank zu sein.

Auf der anderen Seite sagen 82 Prozent der Azubis, sie hätten sich noch nie unbegründet krankgemeldet. Die von Ausbildungsverantwortlichen genannten „häufigsten Ursachen“ für steigende Fehlzeiten bei Azubis und dual Studierenden sind „geringe Belastbarkeit“ (34 %) und psychische Belastung/Überforderung (29 %).

Psychische Gesundheit als Ausbildungsphänomen

Im Hinblick auf psychische Gesundheit geben 85 Prozent der befragten Ausbildungsverantwortlichen an, die eigenen Azubis seien stärker psychisch belastet als vor der Coronapandemie. 25 Prozent der Azubis und dual Studierenden haben sich eigenen Angaben zufolge schon einmal wegen psychischer Belastung krankgemeldet, weitere 15 Prozent wegen „familiären oder privaten Problemen“.

Drei Viertel der Ausbilder meinen, in ihrem Betrieb werde „sehr gut“ oder „eher gut“ auf die psychische Gesundheit von Azubis und dual Studierenden geachtet. Bei den Azubis und dual Studierenden sieht das nur die Hälfte so. „Psychische Gesundheit ist in der Ausbildung ein strukturell unterberichtetes Thema. Hier besteht dringender Diskussionsbedarf“, sagt Studieninitiatorin Felicia Ullrich von u-form Testsysteme.

Anforderungsprofile

Auch Klassiker aus dem Azubi-Recruiting und -Marketing standen in diesem Jahr wieder auf dem Programm der Studie. Zum Beispiel das Thema Eignungsdiagnostik. 37 Prozent der Azubi-Bewerbenden bewerben sich erst dann, wenn sie vier oder soagr alle fünf von fünf in der Stellenanzeige genannten Kriterien erfüllen.

Gleichzeitig nehmen zwei Drittel der Betriebe ihren eigenen Anforderungskatalog selbst nicht ernst und priorisieren eher den Gesamteindruck, den sie von den Bewerbenden haben.

Bei der Selbstauswahl der Azubi-Bewerbenden gibt es außerdem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Mehr Frauen als Männer nehmen sich selbst aus dem Rennen, wenn sie nicht (fast) alle Kriterien erfüllen.

Entgelttransparenz im Ausbildungsmarkt

Das Entgelttransparenzgesetz ist ab dem 7. Juni 2026 mit erweiterten Transparenzpflichten verbunden. Wie halten es Ausbildungsbetriebe aktuell mit der Gehaltstransparenz? Nur 46 Prozent geben die Ausbildungsvergütung für Azubis in Stellenanzeigen in einem konkreten Betrag an. 22 Prozent nutzen eine Tarifangabe, 12 Prozent werbliche Begriffe wie „gut“ oder „fair“. 20% Prozent machen in ihren Azubi-Anzeigen überhaupt keine Angaben zur Vergütung.

Die Studie wird wie in den vergangenen Jahren wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Christoph Beck. Studienpartner ist AUBI-plus. Der zweite Teil der Azubi-Recruiting Trends 2026 erscheint im Herbst 2026.

Weitere Infos zur Studie unter: www.testsysteme.de/studie

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