Lackierroboter Sata investiert in CurveRobot

Von Christian Otto 3 min Lesedauer

Gestern präsentierte Sata in Kornwestheim mit dem Jetstream das erste Ergebnis der tieferen Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner, bei dem man nun Ankerinvestor ist. Wie im Bereich der Düsentechnologie will man durch die Beteiligung auch in der Automatisierung der Lackierprozesse eine Führungsrolle einnehmen.

Der Jetstream ist die erste Innovation, die Sata und CurveRobot zusammen präsentieren. Sata investiert strategisch in das chinesische Unternehmen. (Bild:  Sata)
Der Jetstream ist die erste Innovation, die Sata und CurveRobot zusammen präsentieren. Sata investiert strategisch in das chinesische Unternehmen.
(Bild: Sata)

Der deutsche Lackiertechnologie-Hersteller Sata will bei der Automatisierung der Reparaturlackierung auch eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb folgt auf die Gründung der Sata Automation GmbH als organisatorische Basis für dieses Technologiefeld die Beteiligung an dem chinesischen Start-up CurveRobot.

CurveRobot arbeitet bereits seit über sieben Jahren an der Automatisierung von Lackierprozessen im Automobilsektor. Mit neuesten 3D-Vision-Technologien, KI und proprietärer Software verwandelt das Unternehmen Industrieroboter in intelligente Lackierwerkzeuge.

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Sata beteiligt sich an CurveRobot als Ankerinvestor. Über die Höhe der Investition und Beteiligung haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Mit diesem Schritt beginne Sata aber die Umsetzung seiner langfristig ausgerichteten Strategie im Bereich der Automatisierung. Das Unternehmen will laut eigener Angaben auch in der Automatisierung des Lackierprozesses eine Führungsrolle übernehmen.

Beide Unternehmen wollen so ihre Kompetenzen in der Entwicklung und im Vertrieb bündeln, um Werkstätten den erfolgreichen Einstieg in die Automatisierung zu ermöglichen. Greifbar wird dies durch den gestern in Kornwestheim vorgestellten Lackierroboter namens Jetstream von Sata Automation.

Vertriebsrechte für Europa und Nordamerika

Ein Treiber für den mittelfristig zunehmenden Anteil von Automatisierungslösungen in Karosserie- und Lackierwerkstätten sieht Sata im Kostendruck und Fachkräftemangel. In der Sata Automation GmbH wollen die Partner ihre Kompetenzen bündeln: CurveRobot bringt die ausgewiesene Expertise im Bereich Robotik und Sata über hundert Jahre Erfahrung in Düsentechnologie und Lackapplikation ein.

In der Sata Automation GmbH übernimmt das Entwicklungsteam von CurveRobot eine treibende Rolle. Laut Unternehmensangaben wolle man die Technologie gemeinsam integrieren und weiterentwickeln. Die neu gegründete Organisation soll zudem auch die Distribution übernehmen: Das exklusive Vertriebsrecht erstreckt sich laut Sata über Europa und Nordamerika. Durch die finanzielle Beteiligung an CurveRobot möchte das Unternehmen zudem das Entwicklungstempo erhöhen und den langfristigen Einsatz der Systeme in den Betrieben gewährleisten.

Sata-Geschäftsführer Mike Wolf betont auch anlässlich der Produktpräsentation in der Unternehmenszentrale, dass die Robotik-Lösungen Lackiererinnen bzw. Lackierer nicht ersetzen können. „Das menschliche Können ist nach wie vor unerlässlich“, so Wolf und verweist auf die Steuerung der Anlagen und weitere Arbeitsschritte, wie die Farbtonfindung, das Anmischen und die Vor- und Nachbereitung. „Unsere Lösung ist ein Werkzeug zur Umsatzsteigerung und Kostensenkung für K&L-Betriebe“, stellt der Manager klar.

In drei Jahren rentiert

Der Jetstream kann demnach bereits bis zu 35 Prozent der Lackieraufgaben in höchster Qualität übernehmen. Und Wolf liefert noch eine Zahl: „Bereits heute rentiert sich die Investition für viele K&L-Betriebe in weniger als drei Jahren.“ Dafür arbeite man eng mit den Partnern in der Lackindustrie zusammen und entwickle gemeinsam spezifische Programme für deren Produktlinien. „Der Vorteil: In jedem Betrieb, in dem ein Jetstream im Einsatz ist, werden die gleichen, perfekten Lackierergebnisse und Kosteneinsparungen realisiert“, so Wolf.

In Kombination mit der Sata Automatikpistole und der Jet X Düsentechnologie erreiche der Jetstream eine besonders feine und homogene Zerstäubung. Das Spritzbild ist laut Sata gleichmäßig, die Materialverteilung präzise und reproduzierbar. Das bedeute einen geringeren – und absolut planbaren – Lackverbrauch. Zudem liefere das System konstante Schichtdicken. Oberflächenqualität, was Nacharbeiten minimiere.

Boya in Hannover, ein Lackierbetrieb der Aribos Gruppe, setzt den Jetstream schon im Tagesgeschäft ein. Am Standort nutzt der K&L-Betrieb die Linie 100 von BASF, für die der Lackhersteller mit Sata ein spezielles Programm für den Jetstream entwickelt hat. Die Ergebnisse sind laut der Partner bislang durchweg positiv. Die Redaktion der »Fahrzeug+Karosserie« wird demnächst in Hannover vor Ort sein und die Ergebnisse begutachten.

 (co)

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