Werkstoffe Autobleche aus 100 Prozent recyceltem Stahlschrott

Von Berit Klotz 2 min Lesedauer

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Ein europäisches Konsortium will hochwertigen Stahl entwickeln, der komplett aus Schrott besteht. Tata Steel ist als Forschungspartner an Bord – und auch Volvo prüft den potenziellen Einsatz in der Autoproduktion.

Tata Steel Nederland forscht an klimafreundlichem Recyclingstahl(Bild:  Tata Steel Nederland)
Tata Steel Nederland forscht an klimafreundlichem Recyclingstahl
(Bild: Tata Steel Nederland)

Wie Tata Steel Nederland mitteilt, beteiligt sich das Unternehmen an dem europäischen Forschungsprojekt CiSMA (Circular Steel for Mass Market Applications). Das erklärte Ziel der Initiative: Die Entwicklung von hochwertigen Stahlsorten, die vollständig aus recyceltem Stahlschrott bestehen und in Elektrolichtbogenöfen (englisch Electric Arc Furnace, EAF) hergestellt werden.

Laut Tata Steel soll die Technik – also die Kombination aus EAF und 100 Prozent Schrott – die CO2-Emissionen bei der Stahlproduktion theoretisch um bis zu 70 Prozent senken können. Man räumt jedoch ein, dass der vollständige Verzicht auf primäre Rohstoffe derzeit noch kein realistisches Szenario für die Massenproduktion sei, da dies stark von der Verfügbarkeit des Schrotts abhänge. Dennoch liefere die Teilnahme am Projekt wertvolle Erkenntnisse für die künftige Herstellung von hochwertigem Stahl, der realistische 30 bis 40 Prozent Schrottanteil aufweist.

„Das Wissen, das wir gemeinsam gewinnen, wird dazu beitragen, Europas Kreislaufwirtschaft zu stärken“, ist Radhakanta Rana, Metallurge bei Tata Steel Nederland, überzeugt. Das Unternehmen werde die Erkenntnisse nutzen, um den eigenen Weg hin zu „grünem Stahl“ weiter voranzutreiben.

Kupfer und andere Verunreinigungen herausfiltern

Eine der größten Hürden beim Recycling von Stahlschrott sind Verunreinigungen. Im Rahmen von CiSMA kommen daher maschinelles Lernen und digitale Modelle zum Einsatz. Damit soll untersucht werden, inwieweit unerwünschte Bestandteile aus dem Schrott entfernt und dieser optimal gereinigt werden kann. Gelingt dies, könnten laut Rana gleichzeitig kritische Rohstoffe wie beispielsweise Kupfer zurückgewonnen werden.

Volvo Cars prüft Einsatz im Automobilbau

Ob sich der aus Schrott gewonnene Stahl am Ende für die reale Anwendung eignet, prüfen unter anderem Partner aus der Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie. Mit an Bord sind etwa der Autobauer Volvo Cars und der Gerätehersteller Electrolux Professional. Sie untersuchen die kommerzielle Anwendbarkeit des Recyclingstahls in Autos und Waschmaschinen.

Das von Eurecat (Spanien) koordinierte Projekt CiSMA verfügt über ein Gesamtbudget von knapp 4,5 Millionen Euro und wird durch das EU-Programm „Horizon Europe“ finanziert. Zu den insgesamt 13 Partnern aus fünf Ländern zählen neben Tata Steel und Volvo unter anderem auch voestalpine, diverse Universitäten und Forschungsinstitute.

Projekt CiSMA: die Teilnehmer

  • Aerobase Innovations
  • ALBA Synchroton, Spanien
  • Blekinge Institute of Technology
  • Consejo Superior de Investigaciones Científicas, Spanien
  • Electrolux Professional
  • ESTEP
  • Matvision
  • Research Institutes of Sweden
  • Tata Steel Nederland
  • Universität Lüttich
  • Voestalpine Stahl
  • Volvo Cars

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