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Autobutler E-Pkw-Umstieg lohnt nicht

| Redakteur: Marion Fuchs

Das Berliner Werkstattportal hat die Anschaffungs- und Unterhaltskosten von Pkw mit Elektro- und Benzinantrieb untersucht. Elektroautos sind aktuell nur in der Oberklasse rentabel.

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Heiko Otto, Autobutler-Geschäftsführer und sein Team haben die Rentabilität von E-Autos untersucht.
Heiko Otto, Autobutler-Geschäftsführer und sein Team haben die Rentabilität von E-Autos untersucht.
(Bild: Autobutler)

Seit 2016 wird der Kauf von Elektrofahrzeugen in Deutschland staatlich gefördert. Die Preise für Elektroautos sind oft dennoch vergleichsweise hoch. Doch lohnt sich der Umstieg auf lange Sicht? Dieser Frage ist der Online-Marktplatz für Autoreparaturen www.autobutler.de auf den Grund gegangen. Das Portal hat die Anschaffungs- und Unterhaltskosten von Pkw mit vergleichbaren Leistungsmerkmalen aus drei Fahrzeugsegmenten auf jeweils zehn Jahre hin analysiert. Sowohl in der Kleinstwagen- als auch in der Kompaktklasse hat Autobutler Volkswagen-Modelle verglichen. Verglichen wurden der VW-up! TSI OPF und sein elektrisch-motorisiertes Gegenstück, der e-up!, der Golf (TSI ACT OPF) - und der e-Golf. In der Oberklasse liefert sich das Model S Long Range von Tesla ein Rennen mit dem neuesten Porsche Panamera 4S. Das Ergebnis: Elektromobilität rentiert sich in den untersuchten Fällen nur in der Oberklasse eindeutig.

Anschaffungskosten teurer

Der Hauptgrund hierfür sind die noch immer hohen Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen aufgrund teurer Batterien und einer geringen Nachfrage. Das wird vor allem in der Kleinstwagen-Klasse deutlich. Hier fällt der Listenpreis der Grundausstattung des elektrisch motorisierten Pkw (VW e-up!) inklusive Ladestation im untersuchten Fall knapp 50 Prozent höher aus als der des vergleichbaren Benziners (VW up!). Das können auch die staatlichen Kaufanreize bislang noch nicht ausgleichen, obwohl Bund und Länder in Deutschland den Kauf von Elektrofahrzeugen mit einem einmaligen Umweltbonus von 4.000 Euro und einer zehnjährigen Befreiung von der KFZ-Steuer fördern.

In der Kompaktwagenklasse fallen die Anschaffungskosten für den elektrisch angetriebenen PKWs (VW e-Golf) immerhin nur noch rund 28 Prozent höher aus als die des benzinbetriebenen Pendants (VW Golf). Die in der Analyse untersuchten Fahrzeuge der Oberklasse trennten Preisunterschiede in Höhe von knapp 24 Prozent, wobei hier der Benziner (Porsche Panamera 4S) teurer in der Anschaffung ist als das verglichene Elektroauto (Tesla Model S Long Range).

Energiekosten doppelt so günstig

Gleichzeitig profitieren die elektrobetriebenen Pkw jedoch von deutlich günstigeren Unterhaltskosten, was vor allem an den vergleichsweise geringen Stromkosten liegt. Dadurch lassen sich im Unterhalt der verglichenen E-Autos bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern in der Kompaktwagenklasse rund 83 Prozent, in der Kleinstwagenklasse rund 100 Prozent und in der Oberklasse sogar 145 Prozent sparen. Allein das kann die jährlichen Unterhaltskosten um 690 bis 1100 Euro reduzieren. Sparen können Besitzer von Elektroautos zudem bei der Wartung. So gehört beispielsweise ein Ölwechsel in der Elektromobilität der Vergangenheit an.

Versicherung teurer

Draufzahlen müssen Elektroauto-Besitzer lediglich bei der Versicherung. So fällt eine Vollkaskoversicherung bei den untersuchten E-Fahrzeugen jährlich zwischen 10 und 28 Prozent höher aus, als bei den benzinbetriebenen Modellen. Durch eine Teilkasko-Versicherung lassen sich diese Kosten zwar reduzieren, es werden aber auch deutlich weniger Schäden abgedeckt.

Unter der Berücksichtigung von Anschaffungs- und Unterhaltskosten, ist ein Elektroauto in der Kleinst- und Kompaktwagenklasse nach fünf Jahren immer noch rund 10 Prozent teurer als ein Benziner mit ähnlicher Leistung. Nach zehn Jahren haben sich die Kosten in der Kompaktwagenklasse jedoch etwa ausgeglichen, der verglichene E-Kleinstwagen ist dann sogar knapp drei Prozent günstiger. Der analysierte Elektrowagen der Oberklasse ist während des gesamten Zeitraumes günstiger.

Heiko Otto, deutscher Geschäftsleiter von Autobutler, kommentiert die Analyse: “Für Halter von Elektrofahrzeugen können neben dem Umweltschutz durchaus auch finanzielle Aspekte einen Grund für die Anschaffung liefern. Trotz staatlicher Förderung rentieren sich Elektroautos in Deutschland aktuell jedoch oft nur auf recht lange Sicht. Unsere Analyse zeigt zwar, dass sich elektrisch-motorisierte Fahrzeuge in der Oberklasse bereits ab dem Kaufdatum auszahlen können, in der Kleinst- und Kompaktwagenklasse müssen Fahrzeughalter jedoch mindestens zehn Jahre warten, um Geld zu sparen. Aktuell stellen wir bei Autobutler jedoch fest, dass Elektromobilität bei den deutschen Autobesitzern noch keine sehr große Rolle spielt. Möglicherweise könnten zusätzliche Anschaffungsprämien den Kaufanreiz weiter erhöhen.”

Unter dem nachfolgenden Link stehen sämtliche Ergebnisse der Analyse zur Verfügung:

www.autobutler.de

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