Digitale Zulassungsbescheinigung Fahrzeugschein ist auch in der App gültig

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Viele haben den Fahrzeugschein im Handschuhfach oder hinter der Sonnenblende – oder aber vergessen ihn zu Hause. Ab sofort geht es auch einfacher: mit einer amtlichen App, die genau so heißt wie das bestehende Online-Zulassungsverfahren.

(Bild:  Screenshot/VCG)
(Bild: Screenshot/VCG)

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (beide CDU) haben in Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten des Kraftfahrt-Bundesamtes, Richard Damm, den Startschuss für die neue I-Kfz-App gegeben. Der digitale Fahrzeugschein ist bei Verkehrskontrollen gültig. Er ist ein Baustein der Bemühungen der Bundesregierung, bei der Digitalisierung voranzukommen.

Über die App soll der Fahrzeugschein bei Verkehrskontrollen oder beim Fahrzeugverleih ab jetzt vorgezeigt werden können. Bei Fahrten ins Ausland muss der Fahrzeugschein in Papierform aktuell weiterhin mitgeführt werden. Es gibt laut Ministerium bisher auch keine Pläne, die Papierform abzuschaffen. Die I-Kfz-App wurde im Auftrag des Verkehrsministeriums gemeinsam vom Kraftfahrt-Bundesamt und der Bundesdruckerei entwickelt. Es folgte eine Testphase.

Um den Fahrzeugschein des eigenen Autos in der App hinzuzufügen, braucht man den Personalausweis mit Online-Funktion, damit identifiziert man sich und der digitale Fahrzeugschein wird heruntergeladen. Alternativ gibt es auch die Aktivierung über einen QR-Code während der Zulassung des Fahrzeugs. Die Anwendung ist sowohl für iPhones als auch für Android verfügbar

Über die App kann der digitale Fahrzeugschein auch geteilt werden, etwa mit Familienmitgliedern. Die App überprüft laut KBA zudem automatisch bei jedem Start, ob die Daten des Fahrzeugscheins noch aktuell sind. Nutzer sollen so auch Erinnerungen für den nächsten TÜV (Hauptuntersuchung) bekommen.

Laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sind die deutschen Ordnungshüter aber von der Bundesregierung nicht gut vorbereitet worden. Es gebe bislang keine bundeseinheitlichen Schulungen, wie digitale Dokumente geprüft oder rechtssicher dokumentiert werden sollten. Digitale Nachweise müssten in Echtzeit gegen offizielle Datenbanken abgeglichen werden können. Ohne diese Möglichkeit bleibe die Kontrolle lückenhaft. Die Gewerkschaft weist außerdem auf die Gefahr hin, dass auch digitale Dokumente gefälscht oder manipuliert werden könnten, etwa durch gehackte Apps.

Wann kommt nach dem Fahrzeugschein der digitale Führerschein?

Ende nächsten Jahres soll es so weit sein, dass auch der Führerschein via Smartphone mitgeführt werden kann – das wäre deutlich vor dem Einführungsdatum 2030 für den einheitlichen und EU-weit gültigen digitalen Führerschein. Damit entfiele dann in Deutschland die Pflicht, den Kartenführerschein beim Autofahren mitzuführen.

Neben dem Führerschein ist das auch für andere Dokumente geplant. In einer digitalen Brieftasche, der sogenannten Wallet, sollen künftig beliebige Dokumente gespeichert und verwendet werden können, wie der Personalausweis, aber auch nicht-staatliche Nachweise, etwa zur Eröffnung von Bankkonten oder für den Abschluss von Mobilfunkverträgen. Das können beispielsweise Einkommensnachweise, Abschlusszeugnisse oder die Gesundheitskarte sein.

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