ZKF-Caravan-Tag 2026 Im Werk sehen, was es später in der Werkstatt braucht

Von Christian Otto 4 min Lesedauer

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Die siebte Ausgabe des ZKF-Events gastierte diesmal in Slowenien. Der Besuch eines Werk des Caravan-Herstellers Carthago bot einen Programmhöhepunkt. Daneben gab es viel Wissen und noch mehr Netzwerk für die Caravan-Experten.

Die Teilnehmer des ZKF-Branchentreff durften ein Carthago-Werk besuchen.(Bild:  Claus Evels)
Die Teilnehmer des ZKF-Branchentreff durften ein Carthago-Werk besuchen.
(Bild: Claus Evels)

Der Reisemobil-Hersteller Carthago hat neben seinem Hauptsitz in Aulendorf zwei sehr modernen Produktionswerke in Slowenien. Ein Blick hinter die dortigen Kulissen, erschien den Nutzfahrzeug-Verantwortlichen beim ZKF um Vize-Präsident Claus Evels und Geschäftsführer Dierk Conrad als ein Eventumfeld mit viel Zugkraft. Und ihre Erwartungen wurden erfüllt: Denn 80 Teilnehmer fanden den Weg in den slowenischen Kurort Zdravilišče Radenci zum ZKF-Caravan-Tag 2026. Neben Inhabern von Caravan-Fachbetrieben kamen zur nunmehr siebten Ausgabe der Veranstaltung auch solche von interessierten K&L-Betrieben sowie Sachverständige und Lieferanten.

Dabei betonte Claus Evels zu Beginn, dass die Veranstaltung unter den Flaggen zweier Verbände laufe. Denn mit dem Caravan Gutachter Fachverband (CGF) unter der Geschäftsführerin Nicole Meixner habe man einen Partner, der sich schon früh in die Planungen einbrachte. Nicole Meixner bestätigte die sehr gute Zusammenarbeit zur Entstehung des diesjährigen Caravan-Tag: „Aus einer Idee wurde ein Plan und daraus dieser Event in Slowenien. Es zeigt, dass wir zusammenhalten, Visionen teilen und erfolgreich umsetzen.“

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Claus Evels verwies zudem auf die guten Verbindungen anderen Verbänden wie dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) oder dem Deutscher Caravaning Handels-Verband (DCHV). Gerade mit dem CIVD arbeite der ZKF bei technischen und berufsbildenden Themen derzeit eng zusammen. Insbesondere bei der Ausbildung in der Fachrichtung Caravan- und Reisemobiltechnik mache man starke Fortschritte. In diesem Jahr gibt es hier erfreulicherweise die ersten Gesellenprüfungen. Trotzdem appellierte Evels an die anwesenden Betriebe hier noch aktiver in die Ausbildung einzusteigen: „In dem Beruf steckt Zukunft“, so der ZKF-Vizepräsident.

Und die Zahl der potenziellen Ausbildungsunternehmen ist kontinuierlich gewachsen. Der ZKF verzeichne aktuell 150 zertifizierte Caravan-Fachbetriebe. Dabei sei man auch beim Handel als zuverlässiger Partner gefragt. Ein Möglichkeit, das eigene Reparaturgeschäft anzukurbeln ist das proaktive Zugehen auf Caravan-Händler in der jeweiligen Region. Heinz Heymann, Geschäftsführer Gebr. Heymann GmbH, berichtete beispielsweise in Gesprächen am Rande des Events, dass diese Form des Vertriebs, sehr gut funktioniere und die Basis für zuverlässige Kooperationen biete. Es gehe darum, die Endkunden bestens zu bedienen.

Breitere Datenbasis für bessere Ersatzteilsituation

Dazu brauche es aber auch Ersatzteile. Hier versuche der ZKF noch enger mit den Herstellern zusammenzuarbeiten und dabei auch den Handel einzubeziehen. Basis hierfür muss aber eine sehr gute Datenlage über alte wie neue Modelle sein, die zum Teil sehr stark individualisiert sind. Informationen wie im Pkw-Bereich, die einfach über die FIN abrufbar sind, gibt es im Caravan-Bereich nicht. Wünschenswert sei eine breitere Datenbasis, um es den Werkstätten einfacher zu machen, Ersatzteile zu ordern. ZKF-Geschäftsführer Dierk Conrad sieht die Bemühungen aber noch am Anfang eines längeren Weges in der Zusammenarbeit aller Akteure, das heißt Hersteller, Handel, Sachverständigen und Werkstätten.

Doch der Caravan-Tag bot auch einige Deepdives der Industriepartner. So zeigten die Carthago-Vertreter Tobias Meseck und Tilo Kunad mit mehreren Vorträgen und Workshops nicht nur, wo das Unternehmen herkommt und was es alles im Leistungsportfolio gibt, sondern erklärten auch detailliert, wie die Fahrzeuge gebaut werden. Die Anwesenden sollten so beispielsweise noch besser verstehen, wie man im Reparaturfall vorgehen könne. Zudem gab es Einblicke zu häufigen, aber auch zu speziellen Schadensfällen. Ein solches Beispiel war eine Brennlinie im Interieur, die durch einen Schminkspiegel ausgelöst wurde, der durch ein offenes Dachfenster direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt war. Die Wanderung der Sonne ergab dann eine unschöne Spur im Interieur.

Tilo Kunad, der schon lang im Technischen Kundendienst von Carthago arbeitet, ist auch ein Spezialist für Gutachten und Rechtsfälle. Er betonte, wie wichtig auch Caravan-Kompetenz auf der Sachverständigenseite sei. „Sehr oft werden Kfz-Sachverständige an Reisemobile herangelassen. Da kommt nicht immer etwas Gutes raus.“ Umso mehr begrüßte er die Spezialisierungen in diesem Berufsbild, für die der CGF als Verband steht.

Output von 70 Fahrzeugen pro Woche

Neben Carthago-Insights wurde auch noch das Themen Lithium Eisenphosphat Batterien durch Julian Lockhorn von der Firma Super B ausgeführt. Der Einsatz dieser Batterien im Caravan-Umfeld erfordert fachliche Kompetenz habe aber klare Vorteile. Weiter inhaltliche Impulse konnten sich die Teilnehmer im Ausstellungsbereich der Veranstaltung durch die Firmen Axalta, Dekalin, Mirka und TLA holen. Themen wie der Hagelschutz oder Klebetechniken waren dabei sehr gefragt.

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Als Höhepunkt folgte noch ein Besuch des Carthago-Werks in Odranci. Dort arbeiten ca. 650 Mitarbeiter. Die End- und Vormontage ist im 1-Schicht-Betrieb. Die Vorfertigung insbesondere CNC kann auch im Mehrschicht-Betrieb ablaufen. Durch die getaktete Bandfertigung mit automatischer Fördertechnik gelingt im Werk ein wöchentlicher Output von etwa 70 Fahrzeugen. Diese werden dabei durch insgesamt 63 Stationen geführt. Der Besuch, den wir leider nicht mit Bildern begleiten durften, zeigte wie individuell die Reisemobil-Modelle hier vom Band laufen, wobei dabei 70 Prozent voll- und 30 Prozent teilintegriert sind. Das zweite und jüngere Werk in Ormoz hat übrigens den Fokus auf die Van-Baureihen des Herstellers.

Das Thema Nutzfahrzeuge wird auch beim ZKF-Branchentreff Anfang Mai in Köln ein eigenes Symposium umfassen. Mit einem abwechslungsreichen Programm wird das Fachpublikum unter anderem zu neuen Vertriebswegen für Aufbauhersteller, der Altfahrzeug-Verordnung und der Nachhaltigkeitsberichterstattung informiert.

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