ZKF / 475 Jahre Innung Berlin Fairer Umgang angemahnt

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Den gemeinsamen Verbandstag der Innungen Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen und Jubiläum verband die Berliner Innung mit ihrer 475-Jahr-Feier. Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V. (ZKF) bezog Stellung zum Thema Rechnungskürzung.

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Ein Geschenk zum 475. Geburtstag: ZKF- Vorstand Holger Schmädicke, Obermeister Wolfgang Butchereit und ZKF Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Weichtmann mit einer Zeichnung von Paul Marquardt: Kutschenwagen (1896)
Ein Geschenk zum 475. Geburtstag: ZKF- Vorstand Holger Schmädicke, Obermeister Wolfgang Butchereit und ZKF Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Weichtmann mit einer Zeichnung von Paul Marquardt: Kutschenwagen (1896)
(Bild: Zietz)

Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V. (ZKF) will gegen die Rechnungskürzungen in der Schadensteuerung vorgehen. Auf dem gemeinsamen Verbandstag der Innungen Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, nannte es Präsident Peter Börner eine Pflicht des Verbandes sich für die Rechte der Mitglieder gegenüber den Schadensteuerern einzusetzen. Hierfür habe der Verband gemeinsam mit der Eurogarant Auto Service AG die „Dienstleistung für Betriebe (DfB)“ ins Leben gerufen (das Verbandsorgan »Fahrzeug+Karosserie« berichtete mehrfach).

Die ZKF-Mitgliedsbetriebe können Ihre offenen Forderungen gegen eine Gebühr an die DfB abgeben. Diese kümmert sich dann darum, dass die Rechnungen zu 100 Prozent bezahlt werden. Rechnungskürzungen werden hier nicht akzeptiert. „Auch wenn es unseren Rechtsanwälten keine große Freude bereitet wegen 7,80 Euro eine Klage einzureichen, werden wir das dennoch konsequent durchziehen“, kündigte Börner an.

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Immer häufiger verlangen die Schadensteuerer von ihren Partnerwerkstätten Exklusivität, das heißt, die Zusammenarbeit mit einem zweiten Schadenlenker wird ausgeschlossen. Regelmäßige Zertifizierungen der Partnerbetriebe sind bereits zur Regel geworden. Dabei werden sowohl die Qualität der Arbeit, als auch das äußere Erscheinungsbild der Karosseriebetriebe bewertet. „Der Umgang mit einander soll fair sein!“, mahnte ZKF-Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Weichtmann. Nach wie vor sei es die Politik des ZKF den unabhängigen Unternehmer zu stärken. Der Handwerksmeister soll frei in seinen betrieblichen Entscheidungen bleiben. Der Verband empfiehlt den Mitgliedsbetrieben sich neue Standbeine aufzubauen, wie die Oldtimerrestaurierung oder die Reparatur von Wohnwagen und Wohnmobilen.

Als ausrichtende Innung des gemeinsamen Verbandstages feierten die Berliner zusammen mit ihren Gästen ihr 475 jähriges Bestehen. Obermeister Wolfgang Butchereit, in seiner Funktion seit 15 Jahren an der Spitze der Innung, erklärte, dass sich traditionelle Innung und modernes Handwerk nicht ausschließen. Seit 1541 seien die Gründe für die Innungs-Mitgliedschaft eigentlich gleich geblieben: Organisation der Ausbildung und Kampf dem Preisdumping.

Schon früh war in der ständig wachsenden Stadt Berlin der Ruf nach qualifizierten Gesellen laut geworden. Im Jahr 1877 gründeten die Berliner die erste Wagenbaufachschule Deutschlands. In den 1920er und 1930er Jahren wurde Berlin zu einem Zentrum des europäischen Fahrzeugbaus. Zwei Weltkriege und die anschließende Insellage der Stadt setzten dem Berliner Fahrzeugbauhandwerk stark zu. An die einstige Größe konnte man nach 1945 nicht mehr anknüpfen. Aber die Betriebe ließen sich nicht entmutigen – schon kurz nach Kriegsende wurde die Fachschule wieder aufgebaut. Eine qualifizierte Aus- und Fortbildung garantiert nach wie vor die hohe Qualität der Arbeit.

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