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Insolvenzen Mehr Pleiten in der Kfz-Branche

| Redakteur: Viktoria Hahn

In der Kfz-Branche ist es im August, gemessen am Vorjahresmonat, zu 6,4 Prozent mehr Insolvenzen gekommen. Das belegen kürzlich veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamtes. Vor allem einen Bereich der Branche trifft es.

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Das Statistische Bundesamt hat am Freitag die aktuellen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland veröffentlicht.
Das Statistische Bundesamt hat am Freitag die aktuellen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland veröffentlicht.
(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe hat im August leicht zugelegt. Wie aus den jüngsten Auswertungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, meldeten sich 50 Betriebe aus der Branche zahlungsunfähig. Davon wurden jedoch nur 29 Verfahren tatsächlich eröffnet, die restlichen Fälle haben die Gerichte mangels Masse abgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Anstieg um 6,4 Prozent – konkret sind es 3 Betriebe mehr. Aktuell müssen nun 347 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Kfz-Branche um ihre Jobs bangen, während sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf 66,8 Millionen Euro belaufen.

In der Gesamtbetrachtung der ersten acht Monate des Jahres 2019 hat die Zahl der Kfz-Pleiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht zugenommen. 416 Verfahren insgesamt bedeuten ein geringes Plus von einem Prozent oder 4 Fällen. Zwischen Januar und August entwickelte sich die Situation in der Branche damit etwas schlechter als in der Gesamtwirtschaft: Branchenübergreifend sank die Zahl der Insolvenzen in diesem Zeitraum um 2,7 Prozent. Im August selbst legten die Pleiten aber auch gesamtwirtschaftlich wieder um 0,6 Prozent zu.

Im Berichtsmonat August ergibt sich beim Blick auf die Branchensegmente ein differenziertes Bild: Bei den Werkstätten registrierten die Statistiker 15 Pleiten. Das ist eine Zunahme um 5 Betriebe (+ 50 %) im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Lackierereien verdoppelte sich die Anzahl der Insolvenzen sogar auf sechs Betriebe. Eine weitere negative Entwicklung: Im August 2018 gab es keine laufenden Insolvenzverfahren gegen Zweiradbetriebe, ein Jahr später wurden drei eröffnet.

Blickt man jedoch auf den Teilehandel, lässt sich hier ein Minus von 42,9 Prozent ausmachen – im August dieses Jahres meldeten nur noch 4 Betriebe Insolvenz an. Noch viel positiver ist die Entwicklung bei den Waschanlagen: Waren im August 2018 noch 6 Servicebetriebe zahlungsunfähig, gab es im August 2019 keine neuen Fälle. Besonders herausfordernd schien die Situation zuletzt für die Handelsbetriebe: Von den 22 Verfahren, die fast die Hälfte der Fälle in diesem Monat ausmachten, wurden nur 9 tatsächlich eröffnet.

Das Destatis schlüsselt detailliert die Unternehmenspleiten nach Tätigkeitsfeldern auf. Eine ähnlich deutliche Aufschlüsselung nach Betriebsstilllegungen oder Gewerbeabmeldungen gibt es jedoch nicht. Somit bleibt unklar, wie viele Betriebe durch eine geregelte Betriebsaufgabe aus dem Wettbewerb ausscheiden.

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