Versicherungsstatistik Mit dem Modellwechsel kommt das Elektroauto

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die Elektrowelle erreicht zunehmend den Gebrauchtwagenmarkt, wie eine Auswertung der HUK Coburg zeigt. Versicherte, die ihr Fahrzeug wechseln, greifen immer häufiger zum Elektroauto. Darunter sind auch immer mehr private Vielfahrer.

Auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen blicken immer mehr Kunden nun auf Elektrofahrzeuge.(Bild:  Promotor)
Auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen blicken immer mehr Kunden nun auf Elektrofahrzeuge.
(Bild: Promotor)

Der Wechsel hin zur Elektromobilität nimmt Fahrt auf und erreicht immer mehr auch den Gebrauchtwagenbereich. Das zeigt eine Auswertung der Versicherung HUK Coburg, die der Nachrichtenagentur „dpa“ vorab vorlag. Von allen Privatkunden, die im zweiten Quartal ihr bei der HUK versichertes Auto wechselten, stieg demnach annähernd jeder Achte (12 %) von einem Auto mit Verbrennungsmotor auf einen reinen Stromer um. Das sind doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2025 und der mit Abstand höchste Quartalswert seit Einführung der Erhebung Anfang 2020.

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich der Gebrauchtwagen. Dieser Markt hinkt bei Elektroautos bisher eher hinterher. Nun ergab sich aber auch hier ein kräftiger Sprung der Umsteigerquote auf 7,9 Prozent, wie aus dem „HUK E-Barometer“ hervorgeht. Das ist ein deutlicher Rekord und mehr als das Doppelte des Vorjahresquartals.

Bei Neuwagen sprang die Quote mit 24,9 Prozent auf einen Höchstwert, der den Rekord von Ende 2022 um 1,8 Punkte übertraf. Diese Entwicklung überrascht vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Elektro-Neuzulassungen wenig, ist aber ein weiteres Indiz, dass die Elektrowelle tatsächlich den Privatmarkt erfasst hat.

Vielfahrer wechseln häufiger zum Stromer

Die Autos werden intensiv genutzt: Gerade bei Vielfahrern, die mehr als 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen, sind die Umsteigequoten auf Elektroautos noch einmal ein gutes Stück höher. „Der Hochlauf der Elektromobilität hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch die stark gestiegenen Spritpreise“, sagt Jörg Rheinländer, der im Vorstand der HUK Coburg für die Autoversicherung zuständig ist.

„Elektrische Gebrauchtwagen können dabei offenbar zum Gamechanger werden“, ist er überzeugt und fügt hinzu: „Möglicherweise ließe sich dieser Trend noch verstärken, wenn neben den Käufern von Neuwagen auch die Käufer gebrauchter E-Autos von der staatlichen E-Autoprämie profitieren könnten.“

Unterfüttert wird die Entwicklung von einer weiter steigenden Akzeptanz der E-Autos. Erstmals seit Beginn der Quartals-Messungen durch das HUK-E-Barometer im Jahr 2024 erklärt jetzt mehr als die Hälfte der Deutschen (52 %), dass sie Elektroautos „gut“ oder „sehr gut“ finden. Insbesondere bei den Frauen steigt die Akzeptanz dieser Antriebsart stark (von 37 auf 45 %). Bei den Männern stieg die Akzeptanzrate von 54 auf 59 Prozent.

Norddeutsche Länder liegen vorn

Im Regionalvergleich zeigen im bisherigen Jahresverlauf 2026 Schleswig-Holstein und Niedersachsen die größte Dynamik bei der Zunahme des Bestands an privaten E-Autos vor Bayern auf Rang drei. Bei den Schlusslichtern Sachsen und Berlin erreicht dagegen diese Markt-Dynamik nur etwa die Hälfte dortiger Spitzenwerte.

Unterdurchschnittlich im Deutschland-Vergleich schneidet inzwischen bei der Markt-Dynamik auch das Autoland Baden-Württemberg ab - ausgenommen aber die Landeshauptstadt Stuttgart. Unter den 15 größten Städten Deutschlands über 500.000 Einwohner gibt es 2026 in Stuttgart bisher die größte Veränderungsdynamik bei E-Autos. Mit 5,3 Prozent ist der Bestand reiner Elektroautos im Privatbesitz innerhalb der Metropolen mit Abstand dort am höchsten.

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