Spies Hecker Mitarbeiter binden und Azubis binden

Redakteur: Susanne Held

Strategien zum Halten von Mitarbeitern und dem Anwerben von Auszubildenden standen im Fokus des letzten Spies-Hecker-Profi-Club-Themenforums im November in Köln.

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Wie Unternehmer Auszubildende finden und die Bindung langjähriger Mitarbeiter zum Betriebe stärken können, wurde beim Profi Club Themenforum in Köln diskutiert.
Wie Unternehmer Auszubildende finden und die Bindung langjähriger Mitarbeiter zum Betriebe stärken können, wurde beim Profi Club Themenforum in Köln diskutiert.
(Bild: Spieshecker)

Um ihre Werkstätten zukunftssicher und erfolgreich aufzustellen,bleibt eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung ein Schlüsselthema. Die Stundenverrechnungssätze sinken und Versicherer müssen zusätzlich Prüfdienstleister beauftragen um Reparaturrechnungen zu kürzen. Es wird außerdem immer schwieriger Auszubildende anzuwerben.

Betriebsinhaber diskutierten diese Problematik mit Vertretern von Verbänden und der Agentur für Arbeit und versuchten Lösungen zu finden, wie sich freie Reparaturwerkstätten auf dem Unfallschadenmarkt positionieren sollten.

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Gerade Betriebe in Regionen mit Automobilproduktionen oder Industrie haben es besonders schwer, Auszubildende zu finden und Mitarbeiter zu halten. Werkstätten könnten dem entgegenwirken, indem sie „Fahrtkostenzuschüsse, Beratung und Steuererstattung im Bereich Pflege und Kinderbetreuung, betriebliche Freizeitangebote, zusätzlich bezahlten Urlaub bei besonderen Anlässen, sowie Waren- oder Benzingutscheine“ anbieten, betont Anette Gundlach vom Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V. (ZKF).

„Auch die Beschäftigung von Flüchtlingen kann für Betriebe eine Lösung sein“, berichtet Spies Hecker Marketingleiterin Bianca Leffelsend. Zunächst sollte eine Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit und der Ausländerbehörde erfolgen. Allerdings muss in einem Betrieb ein Arbeitsplatz neu ausgeschrieben werden, bevor er mit einem Flüchtling besetzt werden darf. Erst wenn sich kein deutsches Fachpersonal meldet, kann die Stelle vergeben werden. Diese Zusammenarbeit kann für beide Seiten sehr erfolgreich sein und bietet unterschiedliche Perspektiven. Karosserie-und Lackierbetriebe, die Flüchtlinge beschäftigen und ihnen eine Ausbildung ermöglich wollen, finden Unterstützung im Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung. Hier erhalten die Betriebe Informationen zu Fördermaßnahmen und Antworten zu ihren Fragen.

Seit 2007 sei die Zahl der Auszubildenden mit Ausnahme von zwei Jahren rückläufig, erklärt Dr. Albert Bill, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe der Fahrzeuglackierer. „Inhaber können diesem Trend mit positivem Empfehlungsmarketing entgegenwirken, indem etwa frühzeitig der Kontakt zu Schulen hergestellt wird“, erklärt der Geschäftsführer weiter. Hierfür entwickelte die Karosseriebauer-Innung Köln und die Kfz-Innung Köln die Kampagne „Und du?“.

„Die Aktion soll Jugendlichen schnellen Zugriff auf freie Ausbildungsstellen in Kfz-Berufen und eine einfache Möglichkeit zur Bewerbung bieten“, erläutert Norbert Werner von der Karosseriebauer-Innung Köln. Während der Kampagne wurden an 90 Kölner Schulen Plakate angebracht und Karten ausgelegt, die auf die dazugehörige Website "ich-liebe-autos.de" hinwiesen. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich an einem Gewinnspiel beteiligen und mit einer App einen Film über Kfz-Berufe abrufen. 900 Schülerinnen und Schüler wurden in der zweiwöchigen Kampagne erreicht. Hiervon registrierten sich zehn Prozent auf der Website.

Weiterhin bietet das Institut für berufliche Fortbildung in Halle Hilfe bei Schulungsbedarf. Betriebe, die fachfremde Bewerber auf Stellen in den Bereichen Smart-und Spot-Repair einstellen wollen, profitieren frühzeitig von der praxisnahen Aus-und Weiterbildung des Instituts. Bereits nach kurzer Schulungsdauer sind die neuen Mitarbeiter fachlich in der Lage, entsprechende Aufgaben im Betrieb zu übernehmen.

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