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IFL Probleme mit geklebten Zierleisten

| Redakteur: Marion Fuchs

Wie die Interessengemeinschaft Fahrzeugtechnik und Lackierung mitteilt, gibt es immer wieder Nachfragen, wie mit den aufgeklebten Zierleisten einiger Nissan-Modelle im Falle einer Schadensbehebung verfahren werden sollte.

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Definition der Begriffe am Beispiel eines Nissan Qashqai Bj. 2011
Definition der Begriffe am Beispiel eines Nissan Qashqai Bj. 2011
(Bild: IFL)

Die IFL stellte zum Thema „geklebte Zierleisten bei Nissan“ in seinen Technischen Mitteilungen Nr. 19/2017 nachfolgende Informationen zur Verfügung. Der Grund waren häufige Nachfragen und unterschiedliche Darstellungen in den gängigen Kalkulationssystemen. Nach Hersteller/Importeur-Angaben sind alle an den Türrahmen angebrachten Zierteile (in der Abbildung grün eingerahmt) sogenannte Tapes. Diese verklebten Tapes können nicht zerstörungsfrei demontiert werden und müssen immer, z. B. bei Erneuerung einer Tür, mit erneuert werden.

Die Türzierleisten bzw. „Stoßleisten“ unten an den Türen können laut Nissan hingegen bei sorgsamer Vorgehensweise zerstörungsfrei demontiert werden. Die alten Klebstoffstreifen werden entfernt, die Leiste innen gereinigt und ein Ersatzklebeband (Befestigungssatz Schutzleiste) aufgebracht. Im günstigsten Fall können so die Zierleisten wiederverwendet werden.

Das Problem ist aber, dass gerade bei älteren Fahrzeugen, die bereits einige Jahre in Betrieb sind, der Kunststoff der Zierleisten versprödet. Die Praxis hat gezeigt, dass diese „Stoßleisten“ dann meist nicht mehr zerstörungsfrei demontiert werden können und somit nicht wiederverwendbar sind. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Diskussionen mit zahlungspflichtigen Versicherern. Prinzipiell schreibt Nissan vor, geklebte Teile wieder zu verwenden. So auch die unteren Stoßleisten am gezeigten Beispielfahrzeug.

Nach Original-Reparaturleitfaden austauschbar?

Im Reparaturleitfaden (EMS) von Nissan für die verschiedenen Fahrzeugmodelle sind die Teile, die unbedingt auszutauschen sind, mit einem X gekennzeichnet. Für Bauteile, die ggf. wiederverwendet werden können hat Nissan eine spezielle Klebeprozedur entwickelt, die im EMS hinterlegt ist.

Sollte ein Klebeteil bei der Demontage beschädigt, verbogen oder verdreht worden sein, ist dies nicht wieder zu verwenden. Die Reparatur ausführende Werkstatt sollte den Vorgang anhand aussagekräftiger Fotos dokumentieren und diese der Rechnung beifügen. Üblicherweise sollte die Werkstatt den Kunden, den Sachverständigen und /oder die zahlungspflichtige Versicherung informieren. Die benannten Reparaturanleitungen von Nissan werden global erstellt, deshalb werden diese Leisten nicht prinzipiell zur Erneuerung freigegeben. Da alle Reparaturhandbücher von Nissan nicht nur für den deutschen Markt, sondern weltweit gelten, sind die Anleitungen nur nach der technischen Machbarkeit, unabhängig von der wirtschaftlichen Betrachtung erstellt.

Die Differenz zwischen der Erneuerung und dem Aus-Einbau einer geklebten Stoßleiste besteht nur im Preis des Neuteils der Stoßleiste. In jedem Fall wird ein neuer Klebe- /Befestigungssatz benötigt. In der Arbeitszeitvorgabe „Stoßleiste A+E“ = 0,2 Stunden = 12 min ist der Aufwand für das gründliche Reinigen der Schutzleiste und das zeitaufwendige Entfernen des alten Klebers nicht enthalten. Addiert man zur Aus/Einbauzeit noch den Reinigungsaufwand, können die Kosten für die Reinigung des demontierten Bauteils die Kosten für ein Neuteil übersteigen.

Der reparaturausführende Betrieb trifft die Entscheidung ob ein neues Teil verbaut wird, denn er trägt das Risiko, falls das Teil bei der Reinigung beschädigt wird oder es während des Betriebes nicht sicher am Fahrzeug hält. In jedem Fall sollten dabei die aktuellen, fahrzeugspezifischen Reparaturanleitungen des Herstellers beachtet werden, rät der IFL.

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