Lackiertechnik Wenn der Roboter lackiert

Von Konrad Wenz 7 min Lesedauer

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Robotik verlässt die Entwicklungsabteilungen und hält Einzug in den Werkstattalltag. Mit dem Jetstream präsentierten SATA Automation und Glasurit (heute unter dem Dach von Surventis) bei der Aribos-Werkstattkette ihr Konzept für die automatisierte Reparaturlackierung.

Derzeit deckt der Jetstream etwa 35 Prozent des deutschen Fahrzeugbestands ab – das entpricht 70 bis 80 Prozent der bei Boya täglich zu lackierenden Fahrzeuge.(Bild:  Wenz)
Derzeit deckt der Jetstream etwa 35 Prozent des deutschen Fahrzeugbestands ab – das entpricht 70 bis 80 Prozent der bei Boya täglich zu lackierenden Fahrzeuge.
(Bild: Wenz)

Noch vor wenigen Jahren hätte wohl kaum jemand ernsthaft damit gerechnet, dass Lackierroboter im Reparaturprozess zum vieldiskutierten Thema würden. Zwar setzt die Automobilindustrie seit Jahrzehnten auf automatisierte Lackierprozesse, doch die Reparaturlackierung galt wegen ihrer enormen Variantenvielfalt bislang als Domäne des erfahrenen Fahrzeuglackierers. Unterschiedliche Fahrzeugmodelle, wechselnde Schadensbilder, individuelle Farbtonanpassungen und ständig variierende Reparaturumfänge setzten einer wirtschaftlichen Automatisierung der Reparaturlackierung enge Grenzen.

Spätestens mit der Vorstellung des Spritzlackierroboters Paintgo auf den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen in diesem Jahr bekam diese Einschätzung Risse. Gemeinsam mit seinem Entwicklungspartner ONEW präsentierte Lackhersteller PPG dort ein Robotersystem, das auf in der Lackierkabine verlegten Schienen fährt und sich nach Angaben der Projektpartner vergleichsweise einfach in bestehende Standard-Lackierkabinen integrieren lässt. Viele Besucher betrachteten die Vorführung dennoch eher als Blick in die Zukunft denn als unmittelbar bevorstehende Realität.