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Stärkere Akzeptanz für alternative Antriebe

| Redakteur: Marion Fuchs

Eine Umfarge befasste sich mit der Akzeptanz von neuen Antrieben. Wie hier im Bild ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle.
Eine Umfarge befasste sich mit der Akzeptanz von neuen Antrieben. Wie hier im Bild ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle. (Bild: FEV)

Nach Einschätzung der FEV Consulting werden Hybrid- und batteriebetriebene Elektrofahrzeuge mit etwa 25 Prozent im Jahr 2025 und mehr als 30 Prozent im Jahr 2030 einen signifikanten Marktanteil in Europa erreichen. Grundvoraussetzungen hierfür sind neben der steigenden Produktvielfalt insbesondere auch eine wachsende Akzeptanz der Verbraucher gegenüber neuen Antriebstechnologien. Umso zuversichtlicher stimmen die jüngsten Ergebnisse der jährlichen Nutzerbefragung von FEV Consulting. Mehr als 80 Prozent aller europäischen Verbraucher können sich vorstellen, ein Hybrid- oder vollelektrisches Fahrzeug zu kaufen. 50 Prozent aller Europäer geben an, einen hybridisierten oder batterie-elektrifizierten Antrieb schon beim Kauf des nächsten Fahrzeugs zu bevorzugen.

In Europa werden Umweltfreundlichkeit (73 Prozent), Energieeffizienz (46 Prozent) und der Zugang zu Sperrzonen (30 Prozent) als größte Vorteile von Elektrofahrzeugen wahrgenommen. 23 Prozent aller Europäer sind bereit, einen Aufpreis für Elektrofahrzeuge zu zahlen. Etwa 60 kW Ladeleistung sind erforderlich, um den Anforderungen der europäischen Verbraucher gerecht zu werden. Insbesondere ökologische und gesellschaftliche Kriterien von Elektrofahrzeugen werden im Vergleich zum Vorjahr noch positiver wahrgenommen.

In China können sich fast 90 Prozent aller Befragten vorstellen, ein hybridisiertes oder batterie-elektrisches Fahrzeug zu kaufen, während etwa 78 Prozent diese beiden Optionen schon beim nächsten Kauf bevorzugen würden. In den USA liegen die Zahlen mit etwa 73 bzw. 30 Prozent deutlich darunter. Insgesamt zeigen sich die Chinesen damit gegenüber den neuen Antriebstechnologien besonders offen.

Bei europäischen Verbraucher stellen der hohe Anschaffungspreis (50 Prozent), die überschaubare Auswahl an Fahrzeugmodellen (39 Prozent) und die unbefriedigende Infrastruktur (38 Prozent) die größten Hemmnisse für den Kauf eines Elektrofahrzeugs dar. In den USA und China sehen die Ergebnisse der Befragung ähnlich aus. Während Amerikaner allerdings zusätzlich das positive Image von Elektrofahrzeugen schätzen (25 Prozent), ist bei Chinesen die Begeisterung für die neue Technologie (41 Prozent) ein wesentliches Herausstellungsmerkmal von Elektrofahrzeugen.

Obwohl in allen teilnehmenden Regionen der hohe Anschaffungspreis als ein wesentlicher Nachteil von Elektrofahrzeugen angesehen wird, zeigen sich viele Umfrageteilnehmer grundsätzlich bereit, einen Aufpreis für Elektromobilität zu zahlen. Während knapp acht Prozent der europäischen Befragten weniger für eine elektrische Variante ihres Lieblingsfahrzeugs bezahlen würden, empfinden 23 Prozent, dass ein Aufpreis von durchschnittlich 4.600 Euro gerechtfertigt wäre. Die übrigen Teilnehmer erwarten Preisparität zwischen konventionellen und elektrifizierten Fahrzeugen.

Positivere Wahrnehmung

Die Umfrage zeigt, dass die Anforderungen an die Ladedauer von batterieelektrischen Fahrzeugen in Europa mit 60 Minuten am höchsten sind. Dieser Wert liegt deutlich über der Erwartungshaltung der Befragten in den USA (120 Minuten) und China (90 Minuten). Innerhalb Europas, das eine bevorzugte Reichweite von 300 km im Median genannt hat (im Vergleich dazu USA 322 km und China ebenfalls 300 km), erweisen sich die deutschen Teilnehmer als anspruchsvollste Verbrauchergruppe. Ihre Erwartungen sind bei der Hälfte der Befragten erst dann erfüllt, wenn Elektrofahrzeuge innerhalb von 30 Minuten aufgeladen werden und Strecken von 500 km im Median zurückgelegt werden können.

Im Vergleich zu den Umfrageergebnissen des vergangenen Jahres ist die Wahrnehmung der Verbraucher gegenüber Elektrofahrzeugen deutlich positiver geworden. Insbesondere ökologische und gesellschaftliche Kriterien werden im Vergleich zum Vorjahr besser wahrgenommen. Darüber hinaus registrieren die Befragten, dass sich regulatorische Rahmenbedingungen unter anderem durch bevorzugte Parkmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge verbessert haben. Die überschaubare Ladeinfrastruktur sowie das unzureichende Angebot an elektrifizierten Fahrzeugmodellen beeinträchtigen jedoch weiterhin die Wahrnehmung der Verbraucher.

„Die zentrale Herausforderung für jedes Unternehmen in der Automobil-Lieferkette besteht darin, ein attraktives Produktportfolio anzubieten und gleichzeitig profitabel zu bleiben. Um zu entscheiden, welche Produkte zu welchem Zeitpunkt entwickelt und produziert werden sollen, ist ein genaues Verständnis der Kundenerwartungen und -anforderungen unerlässlich“, fasst Alexander Nase, Managing Director von FEV Consulting, zusammen.

An der Umfrage von FEV Consulting haben 3.300 Verbraucher aus Europa, USA und China teilgenommen. Insgesamt wurden den Teilnehmern 43 Fragen zu unterschiedlichen Aspekten der Elektromobilität gestellt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte unter anderem nach Ländern, Regionen (ländlich, vorstädtisch und städtisch), bevorzugten Fahrzeugtypen und Fahrverhalten der Befragten.

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